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16.10.2015

14:40 Uhr

China-Sorgen

Hugo Boss kommt bei Anlegern aus der Mode

VonSteffen Daniel Meyer

Der Luxus-Hunger chinesischer Kunden schrumpft – zum Nachteil von Hugo Boss. Wie auch andere deutsche Modekonzerne wartet die Firma mit miesen Zahlen auf. Anleger werfen die Aktie deshalb aus ihren Depots.

Die Aktie verliert mehr als zehn Prozent. dpa

Hugo Boss

Die Aktie verliert mehr als zehn Prozent.

DüsseldorfChinas Wirtschaftswachstum schwächelt. Auch die Brieftaschen wohlhabender Chinesen werden schmaler – die Nachfrage im Luxus-Segment lässt nach. Das bekommt jetzt auch Hugo Boss zu spüren. Im dritten Quartal schrumpfte der Betriebsgewinn der Luxusmarke um acht Prozent auf 168 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Die endgültigen Zahlen will das Unternehmen am 3. November veröffentlichen. Als Hauptgrund nannte Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs die Verschlechterung des Marktumfelds in China. Die schleppenden Geschäfte in den Vereinigten Staaten sowie Währungseffekte in Brasilien und der Schweiz hätten nur einen geringeren Anteil am Rückgang.

Der um Währungseffekte bereinigte Umsatz des Unternehmens sank um ein Prozent. In Euro stiegen die Erlöse um vier Prozent auf 744 Millionen Euro. Im Gesamtjahr peilt Boss nun noch einen währungsbereinigten Umsatzanstieg von drei bis fünf Prozent an. Der Betriebsgewinn (Ebitda vor Sondereffekten) soll ebenfalls zwischen drei bis fünf Prozent zulegen. Bislang hatte der Konzern währungsbereinigt ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Bereich und einen Anstieg des Ebitda um fünf bis sieben Prozent avisiert.

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Die Anleger reagierten verschreckt: Die Hugo-Boss-Aktie sackte um über zehn Prozent auf weniger als 92 Euro ab und notierte damit so niedrig wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Commerzbank-Analyst Andreas Riemann nannte angesichts des Gewinnrückgangs auch die neuen Jahresziele „ambitioniert“. Im Abschlussquartal müsse Boss ordentlich aufholen. Herbert Sturm von der DZ Bank senkte umgehend sein Kursziel um zehn auf 113 Euro.

Boss ist nicht der einzige Luxus-Hersteller, der Einbußen hinnehmen muss. Zuletzt beklagten auch der Luxusgüter-Konzern LVMH mit den Marken Louis Vuitton, Givenchy und Donna Karan und die britische Burberry, die fast ein Drittel ihrer Geschäfte in China macht, den schrumpfenden Luxushunger in Fernost. Im Minus steckten auch die Aktien der europäischen Luxusgüterhersteller Swatch, Richemont, Kering, Christian Dior, Prada und Salvatore Ferragamo: Sie verloren jeweils bis zu 4,3 Prozent.

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