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18.10.2013

14:56 Uhr

Chinesische Bank

Huishang backt bei Börsengang kleinere Brötchen

Die chinesische Huishang Bank korrigiert ihre geplanten Einnahmen durch den Börsengang kräftig nach unten – jetzt sind es plötzlich 300 Milliarden Dollar weniger. Faule Kredite verhageln das Geschäft in China.

Die Börse in Hongkong: Viele chinesische Geldinstitute haben mit einem Anstieg fauler Kredite zu kämpfen. ap

Die Börse in Hongkong: Viele chinesische Geldinstitute haben mit einem Anstieg fauler Kredite zu kämpfen.

HongkongDie Huishang Bank muss dem schlechteren Klima für Börsengänge in China Tribut zollen. Bei ihrer geplanten Emission an der Hongkonger Börse will das Geldinstitut nach Angaben vom Freitag nur noch bis zu 1,2 Milliarden Dollar (umgerechnet 876 Millionen Euro) einnehmen. Im Juni hatte Huishang noch in Aussicht gestellt, die Kapitalbasis durch eine Börsennotiz um bis zu 1,5 Milliarden Dollar zu stärken. Am Montag will die im ostchinesischen Heifei angesiedelte Geschäftsbank laut dem zu Reuters gehörenden Informationsdienst IFR mit der Vermarktung des Gangs aufs Parketts begingen. Erwartet wird, dass Huishang ab dem 28. Oktober dann auf einer Roadshow um die Gunst der Investoren buhlt.

Was passiert, wenn der Supermacht USA das Geld ausgeht?

Wie wahrscheinlich ist ein Zahlungsausfall der Supermacht?

Experten sind zunehmend besorgt. „Genauso, wie in den fünfziger Jahren ein Nuklearkrieg im Bereich des Möglichen lag, ist auch ein Zahlungsausfall der USA nicht mehr ausgeschlossen“, sagt Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank.

Holger Schmieding, Chefökonom der Berenberg Bank und normalerweise eher als Optimist bekannt, sieht ebenfalls „ernsthafte Risiken“. Robert Halver, Leiter der Aktienanalyse bei der Baader Bank, demonstriert hingegen Zuversicht: „Ich bin mir sicher, sie bekommen das hin.“ Doch fest steht: Die Gelassenheit schwindet. Die politischen Fronten in den USA scheinen verhärteter denn je.

Was passiert am Tag X?

Laut US-Finanzminister Jack Lew muss bis zum 17. Oktober eine Einigung erfolgen, ansonsten kommt die Pleite. Dennoch wird am Tag X zunächst kein Zahlungsausfall bei US-Staatsanleihen eintreten. Nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's könnten sich die USA mit Haushaltstricks noch bis Mitte November über Wasser halten. Dann läuft die Zeit aus. Für viele Analysten wäre dies der größte anzunehmende Unfall.

Sollte es im November zu einem Zahlungsausfall der USA kommen, könnten Anleger in Panik verfallen. „Vor allem bei US-Staatsleihen würde es starke Verwerfungen geben“, sagt Asoka Wöhrmann, oberster Fondsmanager der Deutsche-Bank-Tochter DWS.

Nehmen die Märkte die Unsicherheit klaglos hin?

Nein. „Je länger sich die US-Streitigkeiten hinziehen, desto bedrohlicher wird die Situation auch für die internationalen Aktienmärkte und den nationalen Rentenmarkt“, warnt Analyst Jan Bopp vom Bankhaus Metzler. Zwar sind herbe Verluste oder größere Verwerfungen an den Aktienmärkten bislang ausgeblieben.

Zum Wochenstart zeigten die Kurven an den Kurstafeln an den meisten Börsenplätzen allerdings bereits nach unten - sowohl in Asien als auch in Europa. Die Angst vor einem Zahlungsausfall macht sich auch am US-Anleihemarkt bemerkbar: Die Versicherungsprämien auf amerikanische Staatsanleihen haben am Freitag den höchsten Stand in diesem Jahr erreicht.

Warum ist die Schuldenobergrenze überhaupt so wichtig?

Die USA können nur etwa 80 Prozent ihrer staatlichen Ausgaben aus Einnahmen wie beispielsweise Steuern finanzieren. Deshalb muss viel Geld in Form von Krediten an den Finanzmärkten aufgetrieben werden. Das ist grundsätzlich kein Problem. US-Staatsanleihen gelten traditionell als sicher.

Ein Grund: Die USA verschulden sich in der globalen Leitwährung Dollar, die ihre Notenbank Fed theoretisch in unbegrenzter Menge drucken kann. Allerdings hat sich das Land bereits im Ersten Weltkrieg selbst ein Schulden-Limit verordnet.

Das könnte nun zum Verhängnis werden. Das Debakel ist aber vor allem ein Ergebnis politischer Grabenkämpfe - die USA schieben zwar einen enormen Schuldenberg vor sich her, doch das hat ihre Gläubiger bislang noch nie wirklich gestört.

Viele chinesische Geldinstitute haben mit einem Anstieg fauler Kredite zu kämpfen, weil das verlangsamte Wachstum der weltweit zweitgrößten Wirtschaft auf der Kreditwürdigkeit lastet. Um sich neues Kapital zu beschaffen, streben viele von ihnen derzeit nach Hongkong. Die Börsenaufsicht in Peking hatte die Genehmigung von Handelsplatznotizen im vorigen Jahr eingestellt, um das Angebot zu drosseln, den Aktienmarkt zu stabilisieren und die Qualität der IPOs zu verbessern. Künftig sollen strengere Regeln gelten und die Unterlagen von Bewerbern werden zunächst auf Hinweise für Betrug abgeklopft.

Wie einige andere Geldhäuser wollte auch Huishang ursprünglich an die Börse in Shanghai, entschied sich aber dann für Hongkong und sicherte sich nach der Bank of Chongqing als zweites chinesisches Kreditinstitut die Genehmigung für eine dortige Notiz. Aber auch dort ist das Klima für IPOs nach wie vor rau, weil die Finanzmärkte nervös sind. Dennoch wollen bis zum ersten Halbjahr 2014 chinesische Banken insgesamt mit IPOs in Hongkong rund elf Milliarden Dollar einnehmen.

Von

rtr

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