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26.05.2011

14:05 Uhr

Chiphersteller

Freescale verkauft Aktien zum Dumpingpreis

Um beim Börsenstart überhaupt Käufer für die Aktien zu bekommen, musste der US-Chiphersteller Freescale deutlich an der Preisschraube drehen. Ein Stückpreis von 18 Euro ist die Hälfte von dem, was die Investoren zahlten.

Freescale verkauft seine Aktien zum Dumpingpreis. Quelle: dapd

Freescale verkauft seine Aktien zum Dumpingpreis.

Austin/New York

US-Chiphersteller Freescale kalt. Um die Aktien beim Gang aufs Börsenparkett überhaupt loszuwerden, mussten die hinter Freescale stehenden Finanzinvestoren einen kräftigen Rabatt gewähren. Sie verschleuderten die Papiere zum Stückpreis von 18 Dollar - das ist gerade mal die Hälfte dessen, was sie vor Jahren selbst bezahlt hatten.

Die Aktien von Freescale werden ab diesem Donnerstag an der New Yorker Börse gehandelt. Am Mittwochabend (Ortszeit) erklärte das Unternehmen, 783 Millionen Dollar bei dem Börsengang eingenommen zu haben. Ursprünglich hatte Freescale mit bis zu 1,15 Milliarden Dollar gerechnet. Doch die Investoren waren nicht bereit, einen derart hohen Preis für den Hersteller von Chips für Autos, Industrie, Kommunikationstechnik und Verbraucherelektronik zu zahlen. Freescale musste den Ausgabekurs senken.

Der lahme Start ins neue Börsenleben steht im krassen Gegensatz zu LinkedIn oder Yandex. Die Aktien beider Internetfirmen waren jüngst nach dem Gang aufs Parkett durch die Decke geschossen. Einige Experten fürchten sogar schon wieder eine neue Internetblase. Der ultimative Börsengang steht mit dem weltgrößten Online-Netzwerk Facebook aber erst noch bevor - mittlerweile wird ein Unternehmenswert von unglaublichen 80 Milliarden Dollar kolportiert. Auch der Schnäppchen-Website Groupon und dem Online-Spieleentwickler Zynga wird ein gigantischer Wert beigemessen.

Freescale dagegen scheint uninteressant, dabei hat das Unternehmen eine lange Geschichte. Einst gehörte der Halbleiter-Hersteller zu Motorola, bis er 2004 abgespalten wurde. 2006 ging Freescale an Finanzinvestoren. Sie bürdeten dem Unternehmen - wie bei solchen Deals üblich - den Großteil des Kaufpreises von 17,6 Milliarden Dollar als Schulden auf. Für zusätzliche Probleme sorgten die Flaute beim wichtigen Kunden Motorola und die Wirtschaftskrise. Zuletzt vermeldete Freescale zwar wieder steigende Umsätze, doch schreibt die Firma immer noch rote Zahlen.

Von

dpa

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