Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.01.2010

09:20 Uhr

Chiphersteller Intel

Brillante Zahlen lassen Börsen (noch) kalt

VonAnette Kiefer

Der weltgrößte Chiphersteller Intel hat im gerade abgelaufenen Quartal mehr als zwei Mrd. Dollar Gewinn erwirtschaftet und damit das Vorjahresergebnis verneunfacht. Das entspricht einem Profit von 40 Cent je Aktie; Analysten hatten im Durchschnitt nur mit 30 Cent gerechnet. Doch die guten Zahlen lassen die Börsen unbeeindruckt - zu Unrecht.

Im gerade abgelaufenen Quartal hat Intel mehr als zwei Milliarden Dollar Gewinn erwirtschaftet. ap

Im gerade abgelaufenen Quartal hat Intel mehr als zwei Milliarden Dollar Gewinn erwirtschaftet.

STUTTGART. Trotz der brillanten Quartalszahlen legte Intels Aktienkurs nur kurzzeitig zu und fiel dann wieder. Gestern lag der Kurs knapp unter 21 Dollar. Analysten sprechen von einer kurzfristigen Korrektur. "Der einzige Grund dafür, dass die Aktie nicht stärker steigt, sind Gewinnmitnahmen der Investoren", sagte Analyst Patrick Wang von Wedbush Morgan der Agentur Reuters. Die Mehrheit der Banken rät zum Aufstocken von Intel-Positionen, 29 von 43 Experten empfehlen zu kaufen. Analyst Ed Snyder vom Marktforscher Charter Equity erwartet für das gesamte Jahr "ein wesentlich größeres Aufwärtspotenzial als Abwärtsrisiko".

Der wichtigste Grund: Die jahrelange Wirtschaftskrise hat die meisten Firmen zum Sparen gezwungen, auch bei der technischen Ausstattung. Nun dürften viele alte Computer durch neue Modelle ersetzt werden, erwartet Analyst Ross Seymore von der Deutschen Bank.

Niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis

Dazu könnte auch das neue Betriebssystem Windows 7 beitragen. Sein Vorgänger Vista, der vor drei Jahren auf den Markt kam, hatte lange Zeit mit Problemen zu kämpfen. Möglicherweise haben deshalb viele Firmen auf Windows 7 gewartet und werden nun gleichzeitig Software und Hardware ersetzen, schätzt Technologie-Analyst Eric Savitz von Tech Trader Daily. Auch der deutsche Softwareriese SAP erhöhte vergangene Woche seine Prognose, was Experten als weiteres gutes Zeichen werten.

Auch deshalb erwarten die meisten Beobachter für 2010 ein Boomjahr bei den Computerfirmen, mit Umsatzsteigerungen von etwa 20 Prozent. Und Intel als größter Produzent von Computerchips sollte davon mit am stärksten profitieren. Derzeit laufen etwa 80 Prozent aller Computer weltweit mit Intel-Prozessoren.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×