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12.01.2007

14:48 Uhr

Concha y Toro

Wein für die ganze Welt

VonAnne Grüttner

Chiles Kellerei Concha y Toro wächst stürmisch – das Unternehmen ist mittlerweile der größte börsennotierte und unabhängige Weinhersteller weltweit. Nachdem die Weinbranche des Landes ihr Tief überwunden hat, sagen Analysten der Aktie rosige Zeiten voraus.

BUENOS AIRES. Als der Silberminenmagnat Don Melchor de Concha y Toro 1883 einige aus Frankreich mitgebrachte Weinreben auf seiner Hacienda pflanzte, hat er wohl noch nicht geahnt, wohin das führen würde. Gut 120 Jahre später überschwemmt die nach ihm benannte Kellerei deutsche Supermärkte mit chilenischem Wein.

Nach einem Tief 2005 sind die Vorzeichen wieder positiv. Im vorletzten Jahr litt Concha y Toro wie die gesamte chilenische Weinbranche unter einem starken Peso und hohen Traubenkosten. Doch mittlerweile hat sich der Wechselkurs gegenüber Euro und Sterling verbessert, das Exportwachstum ist anhaltend hoch, und die Kosten für Trauben sind stark gesunken. Laut Santander wird der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Jahresvergleich um 28 Prozent 2007 ansteigen. Mit mehr als 5 000 Hektar Anbaufläche und einem Umsatz von 392 Mill. Dollar im letzten Jahr ist Concha y Toro um ein Vielfaches größer als ein typischer deutscher Winzer, allerdings noch bescheiden gegenüber den branchengrößten Kellereien Constellation und Gallo.

Concha y Toros Gang an die New York Stock Exchange 1994 galt als Meilenstein für die Branche. Etwa ein Dutzend Winzer folgten seitdem dem chilenischen Pionier an die Börse. Doch in den letzten Jahren erlebte der Weinmarkt eine Übernahmewelle mit Milliardendeals, in der sich Getränkekonglomerate wie Pernod, Fosters und Constellation Brands die meisten großen Weinkellereien einverleibten. Ausnahmen sind neben Concha y Toro nur noch börsennotierte chinesische Weinproduzenten wie Dynasty und Yantai Changyu.

Bei Concha y Toro wird eine Übernahme durch die Eigentümerstruktur erschwert: 42 Prozent der Aktien sind im Besitz von fünf chilenischen Familien, rund 20 Prozent halten die privaten chilenischen Rentenfonds. So leidet Concha y Toro an einer typischen Krankheit chilenischer Aktienunternehmen: „Die Handelsliquidität ist gering“, sagen die Experten von UBS.

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