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12.01.2010

11:49 Uhr

Conti

Kapitalerhöhung beendet, Aktie schmiert ab

Der Autozulieferer Continental hat auch die letzten Aktien aus der Kapitalerhöhung an den Mann gebracht. 40 Euro zahlten die Investoren pro Aktie. Altaktionäre schauen in die Röhre: Der Conti-Kurs bricht ein.

Duldsame Aktionäre gesucht und gefunden: Continental. dpa

Duldsame Aktionäre gesucht und gefunden: Continental.

HB HANNOVER. Conti macht wieder von sich reden: Der Autozulieferer hat auch die letzten Aktien aus seiner Kapitalerhöhung an den Mann gebracht. Die Konsortialbanken platzierten die zweite Tranche zum Preis zu 40 Euro je Aktie, wie das Hannoveraner Unternehmen am Dienstag mitteilte. Damit dürfte die Kapitalerhöhung dem MDax-Konzern mit 1,1 Mrd. Euro noch etwas mehr Geld in die Kasse spülen als zunächst erwartet. Streubesitz-Aktionäre können ihre Bezugsrechte noch bis zum 25. Januar ausüben.

Die Conti-Aktie wurde am Dienstag ex Bezugsrecht gehandelt und rutschte am Vormittag um 7,33 Prozent auf 41,28 Euro ab. Die Bezugsrechte standen in Berlin gleichzeitig bei 1,15 Euro. Aktionäre können für elf Bezugsrechte zwei neue Aktien zu je 35 Euro erwerben.

Die zusätzlichen Verluste gegenüber dem rechnerischen Abschlag begründete ein Börsianer mit der Befürchtung vor möglichem Abgabedruck aus der Platzierung vom Vortag.

Conti hatte die Kapitalerhöhung in der vergangenen Woche bekanntgegeben. 24,55 Mio. Aktien hatte das Bankenkonsortium zunächst zum Preis von 35 Euro je Stück platziert. Bei der zweiten Tranche gingen 6,45 Mio. Aktien zu je 40 Euro über den Tisch.

Die Banken hatten die Übernahme der Aktien zuvor zugesagt. Mit dem eingenommenen Geld will Conti Schulden aus dem Kauf der früheren Siemens -Tochter Siemens VDO abbauen. Als nächstes will der Konzern das Laufzeitenprofil seiner Darlehen verbessern.

An der Kapitalerhöhung beteiligen sich die bisherigen Großaktionäre nicht. Der fränkische Wälzlager-Hersteller Schaeffler, der derzeit noch knapp die Hälfte der Conti-Aktien hält, hat Aktienpakete von jeweils 19,5 Prozent bei den beiden Privatbanken M.M. Warburg und Metzler geparkt. Das fränkische Familienunternehmen selbst ist wegen der Übernahme des weit größeren Hannoveraner Autozulieferers mit mehr als zehn Mrd. Euro verschuldet. Eine im Sommer mit den Kreditbanken erzielte Vereinbarung hatte dem Unternehmen allerdings Luft verschafft.

Continental ist wegen der kreditfinanzierten Übernahme der früheren Siemens-Sparte VDO mit rund 9,5 Mrd. Euro verschuldet und muss im August 2010 eine Kredit-Tranche über 3,5 Mrd. Euro zurückzahlen. Bereits im Dezember hatten die kreditgebenden Banken dem Unternehmen eine sogenannte Forward Start Facility (FSF) über 2,5 Mrd. Euro zugesagt. Zusammen mit der Kapitalerhöhung sei nun die Rückzahlung der im August fälligen Tranche gesichert, hieß es vergangene Woche. 2012 wird aber eine weitere Kredit-Tranche über fünf Mrd. Euro fällig.

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