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17.05.2012

11:36 Uhr

Contra

Finger weg von der Facebook-Aktie!

VonDirk Elsner

Mehr als das 25fache sei Facebook nicht Wert, schreibt Wirtschaftsblogger Dirk Elsner. Anleger sollten die Titel daher tunlichst meiden. Das Geschäftsmodell sei unklar und weitere Risiken drohen.

Facebook-Aktien kaufen oder nicht? Blogger Dirk Elsner erklärt, warum er vom Kauf abrät. AFP

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Am kommenden Freitag soll es soweit sein: Die Aktien von Facebook werden an der NASDAQ zum Handel eingeführt. Vorher gibt das Unternehmen neue Aktien aus und die bisherigen Eigentümer trennen sich von einem Teil ihrer Anteile. Die spannende Frage ist nun, wie wird Facebook nach dem Börsengang vom Markt bewertet. Wie hoch ist der Preis einer Aktie und damit auch der Wert des sozialen Netzwerks und soll man den Titel kaufen? Die im Prospekt angegebene Preisspanne für den Erstverkaufspreis liegt zwischen 28 und 35 Dollar (nach neuen Berichten wird die Spanne auf 34 bis 38 Dollar angehoben werden). Der Preis am Ende des ersten Börsentags kann natürlich auch außerhalb dieser Spanne liegen.

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Beim „Crowdguessing“ von Handelsblatt Online und zwei Wirtschaftsblogs sollen Twitter- und Facebook-Nutzer den Preis der Facebook-Aktie am Ende des ersten Börsentages schätzen. Die Gewinner werden belohnt.

Aus der Preisspanne im Prospekt errechnen sich Unternehmenswerte für die 2,74 Milliaraden Aktien zwischen 76,7 Mrd. und 95,9 Milliarden Dollar (beziehungsweise 93,16 und 104,1 Milliarden Dollar). Wenn ich Facebook bewerten würde, käme ich auf einen Wert deutlich unter 50 Mrd. US-Dollar. Ich würde nicht mehr als das 25-fache des 2012er Gewinn bezahlen für die Aktien. Mir ist das Geschäftsmodell nicht klar genug für eine höhere Bewertung. Viele Argumente, die für eine höhere Bewertung vorgebracht werden, klingen willkürlich und rein hypothetisch. So ist derzeit völlig offen, ob und wie Facebook im mobilen Netz Geld verdienen wird. Daneben hat das angeblich nur auf Wachstum getrimmte Unternehmen im ersten Quartal 2012 erst einmal den Rückwärtsgang eingelegt.

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Das Unternehmen wird Marktführer bleiben und kräftig wachsen, schreibt Wirtschaftsblogger Ulrich Voß in seinem Gastbeitrag. Neue Geschäftsfelder locken - mit einem Handy könnte Facebook sogar Apple übertrumpfen.

Es ist unwahrscheinlich, dass Anleger bei der Zeichnung noch Aktien erhalten. Einige stellen sich daher die Frage, ob sie am ersten Börsentag zugreifen sollten. Ich würde in jedem Fall die Finger von dem Titel lassen. Facebook ist ein Muppet-Köder, schrieb Henry Blodget letzte Woche auf Business Insider, und er hat Recht damit. Man muss also nicht einmal Warren Buffett in den Zeugenstand rufen. Er warnt bekanntlich ebenfalls vor dem Kauf der Aktien.

Medien und Analysten bemühen in diesen Tagen außerdem diverse Vergleiche zu anderen Börsengängen wie LinkedIn, Google oder andere Unternehmen. Solche Vergleiche dienen aber eher der Unterhaltung und können bestenfalls als psychologische Entscheidungsrationalisierung dienen. Ökonomisch sind solche Analogien irrelevant.

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Der mit Spannung erwartete Börsengang steht kurz bevor. Die Erwartungen sind groß. Doch viele deutsche Anleger schauen enttäuscht zu. Die Chance, als Privatanleger an Aktien heranzukommen, ist äußerst gering.

Gelingt es Facebook und den Investmentbanken tatsächlich so viele Interessenten von der Aktie zu überzeugen, so dass alle wild drauf los kaufen, nur weil sie selbst auf Facebook aktiv sind und das soziale Netzwerk mögen? Man kann es nicht ausschließen. Seit der Telekom Emission wurde ich nicht mehr so häufig gefragt, ob ich diese Aktien kaufen würde. Der Taxifahrer-Indikator deutet auf ein viel zu hohes Interesse privater Anleger hin. Selbst Radiosender, die sonst nur über die Börse nach einem Aktiencrash berichten, fragen sich, ob die Facebook-Aktie ein Kauf sein könnte. Allein dies sollte Warnung genug sein.

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Kommentare (7)

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Account gelöscht!

17.05.2012, 12:01 Uhr

Prognose: Tubulenz in den ersten Tagen (mit Gewinnaufschlägen) Langristig (5 Jahressicht) 9$

Account gelöscht!

17.05.2012, 13:23 Uhr

Facebook wird es ähnlich gehen wie Compuserv, AOL und all den anderen geschlossenen Netzen. Erst wird Facebook Teil einer offenen Infrastruktur und dann in der Bedeutungslosigkeit verschwinden ...

Das Problem von Facebook ist nicht das fehlende Geschäftsmodell, es ist das Fehlen eines echten Produkts. Facebook ist ein Teil der zukünftigen Internetinfrastruktur und als solches als geschlossenes System nicht tragbar. Daher werden sich auch bald die Benutzer anderen Alternativen zuwenden ...

Hamstedt

17.05.2012, 15:28 Uhr

SO wie es im Moment aussieht, wird Facebook die Internetblase 2.0, was aber nicht bedeutet, dass sich mit der Aktie kein Gewinn machen ließe! Am Besten wäre so früh wie möglich einsteigen und wenn die Blase platzt alles raushauen.

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