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12.10.2012

10:19 Uhr

Daimler

Investor springt ab, die Aktie steigt

Der Staatsfonds aus Abu Dhabi verkauft die Daimler-Aktien. Das Unternehmen verliert damit seinen größten Aktionär, die Stimmrechte müssen neu geregelt werden. Die Börse reagiert gelassen.

Bild aus besseren tagen: Dieter Zetsche, Vorstandsvchef von Daimler mit Khadem Al Qubaisi (r), Vorstand von Aabar Investments Abu Dhabi. dpa

Bild aus besseren tagen: Dieter Zetsche, Vorstandsvchef von Daimler mit Khadem Al Qubaisi (r), Vorstand von Aabar Investments Abu Dhabi.

Wenn Großinvestoren ihre Aktien auf den Markt werfen, beflügelt das in der Regel nicht die Aktien des Unternehmens. Anders die Aktie von Daimler. Nach der Meldung, dass Daimlers bedeutendster Großaktionär, das Scheichtum Abu Dhabi sich von seiner direkten Beteiligung zurückzieht, steigen die Aktienkurse des Autobauers.

Aktuell liegt die Aktie bei 38,55 Euro knapp ein Prozent im Plus. Auf Wochensicht notiert das Papier gut ein Prozent im Minus, auf Monatssicht beträgt das Minus gut drei Prozent, seit Jahresbeginn legte die Aktie 7,8 Prozent zu. Was ist also von der heutigen Kursrally zu halten?

Nach Börsenschluss verkündete das Unternehmen, dass der Aabar Investments seine Aktie verkauft. Bisher lag die direkte Beteiligung bei 3,07 Prozent. Aabar hat jedoch über komplexe Derivate weiter Zugriff auf 12,75 Prozent der Daimler-Papiere. Allerdings: Aabar hat nun keine Stimmrechte mehr. Nach den Änderungen ist Kuwait Daimlers größter Ankerinvestor - mit 7,6 Prozent direktem Anteilsbesitz.

Aktien für Langfrist-Anleger

AmBev

Guter Schutz gegen die Euro-Krise bietet die Brauerei aus Brasilien. Sie wächst vor allem in den Schwellenländern, ist aber weltweit präsent und nahezu schuldenfrei.
Börsenwert in Millionen Euro: 81674
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,7
Dividendenrendite: 0,9 Prozent.

Apple

Trotz der imposanten Rally ist die Aktie nicht teuer. Gewinn und Umsatz wachsen gar schneller als der Börsenwert.
Börsenwert in Millionen Euro: 428190
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,5

Dividendenrendite: 1,6 Prozent.

Baidu

Der Konzern verliert zwar Marktanteile, wächst aber insgesamt nach wie vor rasant im chinesischen Internet-Markt. Die Aktien sind günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 29197
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 16,8
Dividendenrendite: keine

British American Tobacco

Der Tabakkonzern aus Großbritannien kann trotz der immer strenger werdenden Gesetze jedes Jahr Umsatz, Gewinn und Dividende steigern. Besonders stark ist das Unternehmen in den asiatischen Schwellenländern.
Börsenwert in Millionen Euro: 75886
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 13,8
Dividendenrendite: 4,6 Prozent

CF Industries

Der hochprofitable und dividendenstarke US-Düngemittelkonzern profitiert vom steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln weltweit.
Börsenwert in Millionen Euro: 11021
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,8
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Deckers Outdoor

Ein Ende der jahrelangen Wachstumsstory ist noch immer nicht absehbar. Die Aktie ist günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 1300
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,5
Dividendenrendite: keine

Elekta

Der Medizintechniker ist besonders stark in der Krebs-Medizin, einem wachsenden Zweig.
Börsenwert in Millionen Euro: 3671
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 18,4

Dividendenrendite: 1,5 Prozent

Kia Motors

Die neuen Modelle des schnell wachsenden Automobilherstellers gewinnen derzeit alle Qualitätstests.
Börsenwert in Millionen Euro: 202557
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 5,9
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Novo Nordisk

Der dänische Pharma-Konzern ist bei Diabetes-Medikamenten mit einem Anteil von über 51 Prozent weltweit Marktführer.
Börsenwert in Millionen Euro: 67311
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,4
Dividendenrendite: 1,6 Prozent

Millicom Cellular

Das Mobilfunkunternehmen aus Luxemburg hat ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt, indem es preisgünstige Handy-Einsteiger-Tarife in Schwellenländern verkauft.
Börsenwert in Millionen Euro: 7195
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,6

Dividendenrendite: 2,9 Prozent

Salesforce.com

Das Software-Unternehmen profitiert mit seiner Miet-Software vom weltweiten Trend zum Cloud Computing. Das Geschäft gilt als krisensicher.
Börsenwert in Millionen Euro: 16508
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 76,4
Dividendenrendite: keine

Shire

Der britische Pharma-Konzern hat zahlreiche neue Medikamente auf den Markt gebracht. Seine Aktien sind nicht hoch bewertet.
Börsenwert in Millionen Euro: 13305
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 14
Dividendenrendite: 0,5 Prozent

Vodafone

Das Unternehmen ist besonders stark in Afrika. Sein Umsatz nimmt leicht zu.
Börsenwert in Millionen Euro: 106910
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 10,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Williams Partners LP

Der Öl-Konzern profitiert von der Steuergesetzgebung in den USA und kann ein sehr hohes Umsatzwachstum vorweisen.
Börsenwert in Millionen Euro: 14171
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 19,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Die Transaktion kann die Marktteilnehmer nicht wirklich überraschen. Bereits im Anfang 2012 erschienenen Daimler-Geschäftsbericht ist von einer „Reihe von Finanzierungstransaktionen“ die Rede, mit dem Aabar die Struktur seines Anteilsbesitzes verändert hatte.

Schon seit Monaten gibt es Gerüchte, der Großaktionär wolle sein junges Engagement bei Daimler bald beenden. Angeblich verlor der Staatsfonds zunehmend die Lust an seinem Einsatz, weil das Investment - Daimlers gestiegenem Aktienkurs zum Trotz - bilanziell auch negativ zu Buche schlug. So weist Aabar in Berichten an die Finanzwelt auf langfristige Absicherungsgeschäfte für den Daimler-Kurs hin. In die Zukunft gerichtete Optionen dieser Art können Bilanzen auch belasten.

Die Araber haben ein gutes Geschäft gemacht. Für seinen Anteil hatte das Emirat Abu Dhabi 2009 je Aktie 20,27 Euro bezahlt, insgesamt flossen 1,95 Milliarden Euro. Derzeit sind die Papiere in etwa doppelt so viel wert. Die Araber hatten sich den Einstieg bei Daimler mitten in der Autokrise günstig gesichert und den Stuttgartern damit eine willkommene Finanzspritze gewährt. Damals hieß es, die neue Partnerschaft solle auf Jahrzehnte angelegt sein.

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