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25.10.2012

16:47 Uhr

Daimler schreckt Börsianer

„Schockierend, eine große Enttäuschung”

Daimler sorgt für Entsetzen an der Börse. Nicht nur, dass der Konzern seine Zahlen aus Versehen zu früh veröffentlichte, diese fielen auch noch ziemlich schwach aus. Analysten sind schockiert.

Daimler: Börsianer sind von der Schwäche schockiert. dapd

Daimler: Börsianer sind von der Schwäche schockiert.

StuttgartDaimler ist am Donnerstag die schwächste Aktie im Dax. Um bis zu vier Prozent sackte der Kurs ab, zuletzt notierte die Aktie 2,5 Prozent im Minus bei 36,86 Euro. Das hat handfeste Gründe.

Die Stuttgarter haben ihre Prognose für den operativen Gewinn im laufenden Jahr reduziert, außerdem Gewinnziele für 2013 zurückgenommen. Die schwächere Nachfrage aus Europa und die härtere Konkurrenz in China belasteten das Ergebnis für das dritte Quartal. Bei Mercedes wurde das Ziel für die Betriebsmarge gestrichen und in der LKW-Sparte das Ziel für die Umsatzrendite.

Dax-Aktien im Check A-D

Adidas

Mit Abstand europäischer Marktführer, seitdem Konkurrent Puma ins Straucheln gekommen ist. Stabile Geschäftsentwicklung, weiteres Wachstum in Sicht. Analytisch nicht billig, aber stabile Halteposition.

Quelle: Wiwo.de, Anton Riedl, 12.10.2012

Allianz

Operative Fortschritte im klassischen Versicherungsgeschäft, allerdings bleibende Unsicherheiten durch aktuelle Schuldenkrise. Kurstechnisch zuletzt vielversprechende Entwicklung – große Aufwärtswende bis nächstes Jahr möglich.

BASF

Durch breites Produktspektrum immer weniger anfällig vom reinen Chemiezyklus; strategisch vielversprechender Ausbau der Agrarchemie. Bewertung akzeptabel, Dividende gut, bei Schwäche kaufen.

Bayer

Starke Kursentwicklung trotz gemischter Nachrichtenlage. Gleicht Schwäche im Pharma-Kerngeschäft zunehmend besser aus; strategischer Ausbau in Richtung Pflanzenschutz aussichtsreich. Kurzfristig Rücksetzer möglich, dann interessant als Basisinvestment.

Beiersdorf

Sehr trendstarke Aktie, oft gegenläufige Entwicklung zum Dax, analytisch nicht billig, aber durch neues Management und Strategie wieder interessant, Dauerinvestment.

BMW

Zuletzt wieder merklich stabilisiert, auch durch gute Absatzzahlen. Bewertung günstig, Dividende gut, Kaufsignal bei Kursanstieg über 63 Euro.

Commerzbank

Nach heftigem Absturz hohes, aber sehr spekulatives Erholungspotenzial. Analytische Zahlen je Aktie durch Rettungsaktionen verwässert, deshalb fundamental keineswegs billig. Kurstechnisch riskant, aber Wende nach oben durchaus möglich; heißeste Aktie im Dax.

Continental

Nach jüngstem Kursanstieg erst Beruhigung abwarten. Aktie keineswegs günstig, starke Konkurrenz durch neue Offensive von Bridgestone. Wenig Dividende, kein Kauf.

Daimler

Derzeit schwächster Autowert, kurstechnisch angeschlagen. Modellpolitik schwierig, wird immer stärker von Konkurrenten bedrängt. Hat mit zyklischem Lastwagengeschäft dazu eine offene Flanke. Kein Kauf.

Deutsche Bank

Chance auf Turn-around besteht, doch große Unsicherheit durch die Umwälzungen der Branche. Bewertung nicht überzogen, substanziell und operativ deutlich stärker als Commerzbank.

Für 2012 rechnet der Mutterkonzern von Mercedes-Benz mit einem elf Prozent niedrigeren Gewinn vor Steuern und Zinsen von etwa acht Milliarden Euro. Daimler hatte es sich zuvor zum Ziel gesetzt, die 9 Milliarden Euro des Vorjahres in diesem Jahr wieder zu erreichen.
„Vor dem Hintergrund der relativen Stärke von VW und BMW bin ich von der Schwäche von Daimler einfach schockiert”, sagte Analyst Arndt Ellinghorst von Credit Suisse Group in einer Reaktion auf die Zahlen. „Sie nehmen alle Ziele für das nächste Jahr zurück. Das ist eine große Enttäuschung.”

Dax-Aktien im Check D-I

Deutsche Börse

Nach Fehlschlag der Fusion mit Nyse Euronext Wachstum aus eigener Kraft. Langfristig stabiles Geschäftsmodell mit nachhaltigen Gewinnen; kurzfristige Entwicklung eher unsicher. Indifferentes Kursbild.

Quelle: Wiwo.de, Anton Riedl, 12.10.2012

Deutsche Lufthansa

Anfällig für Schwankungen der Treibstoffpreise und konjunkturbedingter  Auslastungen. Kurstechnisch in der Bodenbildung, fundamental noch keine Zeichen einer Erholung erkennbar.

Deutsche Post

Geschäftliche Entwicklung zuletzt erstaunlich stabil, gute Dividende, Bewertung nicht überzogen. Daueranlage mit eher begrenzten Kurschancen.

Deutsche Telekom

Zuletzt sogar auf dem schwierigen US-Geschäft Fortschritte, in Deutschland läuft die Offensive gegen Dauerrivalen Vodafone. Kurstechnisch in großer Bodenbildung, Dividende sollte auch nach Auslaufen der bisherigen Garantie überdurchschnittlich hoch bleiben. Für langfristige Anleger.

Eon

Gewinner der abermaligen Energiewende. Umstrukturierung durch neues Management kommt voran, Schuldenabbau muss noch weiter gehen. Bleibt großer Spieler auf dem Energiemarkt, operative Erfolge sollten weiterhin ansprechende Dividende ermöglichen. Kurstechnisch vielversprechende Aufwärtswende.

Fresenius SE

Tritt schrittweise aus dem Schatten der dominierenden Tochter FMC. Durch breiteres Geschäft weniger risikoanfällig, dennoch Profiteur des weltweiten Wachstumsmarkts Gesundheit. Bewertung noch angemessen, Daueranlage.

Fresenius Medical Care

Weltweiter Marktführer bei Dialyse, stabile Wachstumsraten. Expansion in Asien sollte weiteres Potenzial erschließen. Als Daueranlage eignet sich mittlerweile die Muttergesellschaft eher.

HeidelbergCement

Aktie und Unternehmen mit hoher Volatilität – also hohem Risiko. Analytisch keineswegs billig, geringe Dividende.

Henkel

Konnte sich in den vergangenen Jahren durch strategische Weiterentwicklung schrittweise von der Anfälligkeit eines zyklischen Chemiekonzerns lösen. Gutes, margenstarkes Produktportfolio. Aktie technisch und fundamental in fortgeschrittener Entwicklung, bei Schwäche aber weiterhin interessant.

Infineon

Schwierige, hochzyklische Branche, deren Aussichten derzeit eher verhalten sind. Kurstechnisch schwer angeschlagen, meiden.

Die Commerzbank urteilte etwas wohlwollender. Eine Senkung der Jahresziele sei weitgehend erwartet worden, schrieb Analyst Daniel Schwarz in einer Studie. Die Kappung sei zwar etwas kräftiger als von ihm geschätzt ausgefallen und stärke nicht gerade das Vertrauen in das Management, doch scheine die Stimmung für die Auto-Aktie auf einem Tiefpunkt zu sein. Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht neuer Modelle im Jahr 2013 sowie einer starken Bilanz sieht er die aktuellen Kurse als Kaufgelegenheit an. Der Analyst beließ das Kursziel für die Aktie bei 56 Euro.

Kommentare (1)

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Adolf

26.10.2012, 18:24 Uhr

Daimler wollte mal FIAT kaufen, FIAT hätte gerne eine Fusion gehabt, aber die Gier war zu stark daher wurde nichts aus dem Deal.
Ob jetzt FIAT Daimler kauft?
Chrisler (hat früher auch zu Daimler gehört) hat FIAT schon übernommen.

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