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12.01.2007

17:33 Uhr

Das Jahr des Schweins soll in der zweiten Hälfte ein Bärenjahr werden

Experten: Japans Aktien steigen wieder

VonFinn Mayer-Kuckuk

Japans Analysten erwarten für Herbst und Winter 2007 steigende Aktienkurse. Eine neue Runde guter Unternehmenszahlen, dazu Lohnsteigerungen sowie ein Welle von Fusionen könnten den Wert des Leitindex Nikkei 225 über 19 000 Punkte heben.

TOKIO. Der Nikkei steht zurzeit bei knapp 17 750 Punkten. Die Experten erwarten den Aufschwung jedoch definitiv in der zweiten Jahreshälfte. Für die kommenden Monate rechnen sie mehrheitlich einer Seitwärts- oder Abwärtsbewegung.

Die Anleger wollen erst einmal Beweise für eine fundamental gute Wirtschaftsentwicklung sehen, bevor sie einsteigen, sagt Kathy Matsui, Chef-Japanstrategin von Goldman Sachs in Tokio. Spätestens mit der Bilanzsaison im Mai werde sich jedoch das Bewusstsein durchsetzen, dass der Aufschwung auch nach sechs Jahren Wachstum nicht vorbei sei. Anhand der bisher veröffentlichten Unternehmenszahlen zeichne sich ab, dass die Firmen ihre Gewinne einmal mehr steigern konnten. Gerade weil die Zahlen 2006 trotz einer fundamental guten Entwicklung eher schwach ausgefallen seien, rechnet Matsui mit einem durchschnittlichen Anstieg der Nettogewinne von 13 Prozent. „Die Unternehmen arbeiteten zurzeit hart daran, effizienter zu werden“, sagt Matsui. Nach Ansicht der Ökonomen von Goldman Sachs werden auch die Investitionen anziehen und den Aufschwung zusätzlich stützen.

Weiteren Auftrieb erhalten die Unternehmen Matsui zufolge vom privaten Verbrauch. Da die Anzahl der Jobs stabil wachse, sinke die Arbeitslosenrate aller Voraussicht nach demnächst unter 3,5 Prozent. Diese Marke sei in der Vergangenheit der Auslöser für sichtbare Lohnsteigerungen gewesen. In den vergangenen drei Jahren hatten die Arbeitnehmer in Japan kaum Anteil am Aufschwung: Bis 2005 sanken die Einkommen sogar leicht, seitdem ging es nur in Trippelschritten aufwärts.

Die solide fundamentale Entwicklung könne sich gut auf die Aktienkurse übertragen, da sich seit April 2006 im Schnitt an den Bewertungen nicht viel getan habe. Der Markt müsse die Anpassung an die Lage nachholen, so Matsui. Ebenfalls günstig: 2006 sind viele Papiere neu auf den Markt gekommen und haben um die Gunst der Anleger konkurriert, 2007 werden es deutlich weniger sein. Zugleich decken sich Fonds, Banken und ausländische Investoren in den weiterlaufenden Aufschwung hinein mit japanischen Papieren ein, sagt Matsui. Japan erwartet für die kommenden drei Jahre eine Schwemme von Pensionierungen, wenn die Baby-Boomer der 40er-Jahre in Rente gehen. Japans Senioren haben großenteils ihr Leben lang gut verdient und besitzen um 150 Billionen Yen (950 Mrd. Euro) an investierbarem Kapital – das bisher kaum in Aktien angelegt ist.

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