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25.01.2005

07:00 Uhr

Das Rating für Aktien ist permanent im Wandel

Analysten sprechen verschiedene Sprachen

VonChristian Schnell

Kaufen, outperform, overweight – all diese Schlagworte haben für Investoren im Allgemeinen den Charakter einer Aktienempfehlung. Was letztlich hinter diesen unterschiedlichen Begriffen steckt, wissen viele Anleger indes nicht. Die „Sprache der Analysten“ zeigt, dass Analysten verschiedener in Deutschland tätiger Häuser völlig unterschiedliche Aussagen treffen, wenn sie zum Kauf einer Aktie raten.

FRANKFURT/M. Tatsache ist: Für Investoren wird es 2005 immer schwieriger, sich im Dickicht der Analystenmeinungen zurecht zu finden. Ein Kurspotenzial von fünf Prozent reicht beispielsweise schon bei der DZ Bank, um eine Kaufempfehlung auszustellen. Bei Dresdner Kleinwort Wasserstein sind hierfür zehn Prozent nötig und beim Brokerhaus Equinet müssen es 15 Prozent sein.

Riesige Unterschiede gibt es auch beim Zeithorizont, auf den sich die Bewertung bezieht. Sind es bei Helaba Trust und der BW Bank lediglich drei bis sechs Monate, so wächst der Zeitraum bei der Bayerischen Landesbank bis auf satte zwei Jahre an. Immerhin lässt sich zumindest ein Trend erkennen. Die meisten Banken bewegen sich bei ihren Prognosen in einem Zeithorizont von sechs bis zwölf Monaten.

Hinzu kommt beinahe schon die Glaubensfrage: Soll die Bewertung absolut oder relativ sein? Bei einer absoluten Betrachtung basiert die Betrachtung auf einer Prognose über das absolute Kurspotenzial einer Aktie, unabhängig von einen Vergleichsindex oder der Entwicklung einer Branche. Umgekehrt ist es bei der relativen Bewertung. Hier beruht die Prognosen darauf, wie sich eine Aktie in Relation beispielsweise zu einem Index entwickelt. Das hat im Extremfall zur Folge, dass eine Aktie selbst bei Kursverlusten ein positives Analystenurteil erhält, wenn gleichzeitig zu erwarten ist, dass der vergleichbare Index noch stärker als ihr Kurs fällt.

Die Befürworter der absoluten und der relativen Betrachtung halten sich die Waage. Einige Institute treiben auch Wechselgedanken um. Die Bayerische Landesbank stellt beispielsweise gerade die relative Betrachtung mit den Anlageurteilen „übergewichten – neutral – untergewichten“ sukzessive auf eine absolute Betrachtung mit den Ratings „kaufen – halten – verkaufen“ um. Umgekehrt ist die BHF-Bank von der absoluten zur relativen Sichtweise übergegangen.

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