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01.03.2013

15:10 Uhr

Dax, MDax, TecDax

Die besten Dividenden-Aktien

VonJörg Hackhausen

Die Dax-Konzerne schütten bald Milliarden aus. Während viele die Dividende erhöhen, werden andere ihre Anleger enttäuschen. Welche Aktien sich am meisten lohnen – und warum hohe Dividenden allein nicht glücklich machen.

Die Zahl der Reichen steigt - und ihr Vermögen auch. Getty Images

Die Zahl der Reichen steigt - und ihr Vermögen auch.

Volkswagen, Bayer, BASF – sie alle tun es. Diese Unternehmen zahlen ihren Aktionären eine höhere Dividende als im Vorjahr. Das macht ihre Aktien umso attraktiver für Anleger, die eine Alternative zu niedrig verzinsten Anleihen suchen. Gerade in einer Zeit, in der die Aussichten auf Kursgewinne ungewiss und die Zinsen niedrig sind, ist eine ansehnliche Dividende wertvoller denn je.

In der Finanzkrise mussten viele Unternehmen die Dividenden kürzen. Im Jahr 2008 schütteten die Dax-Konzerne rund 40 Prozent weniger aus als im Jahr davor. Inzwischen ist dieser Einbruch wieder vollständig aufgeholt. Die Unternehmen aus Dax, MDax und TecDax werden nach Schätzungen der DZ Bank in diesem Jahr 34,4 Milliarden Euro ausschütten. Das wäre ein neuer Rekord.

„Es gibt eine Vielzahl von Unternehmen, die attraktive und nachhaltige Gewinne erwirtschaften, gute Ertragsaussichten haben und diese in Form von Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten“, erklärt Christian Kahler von der DZ Bank. Die Experten der DZ Bank gehen davon aus, dass die Dividenden – trotz der Rezession in Europa – in den kommenden zwei Jahren weiter steigen, im Schnitt um rund vier Prozent, ähnlich wie die Unternehmensgewinne.

Rekordausschüttungen: Dax-Konzerne im Dividendenrausch

Rekordausschüttungen

Dax-Konzerne im Dividendenrausch

Die meisten deutschen Anleger dürfen sich freuen. Unter den Dax-Werten gibt es Dividendenkönige, aber auch Enttäuschungen. Insbesondere Adidas, Merck und Continental übertreffen die Erwartungen deutlich. Eine Übersicht.

Die Dividendenrendite vieler Unternehmen liegt höher, als das, was sich mit festverzinslichen Papieren erzielen lässt – eine seltene Konstellation. „Die aktuellen Dividendenrenditen sind im Vergleich zum Zinsniveau historisch hoch, zudem impliziert das geringe Verschuldungsniveau der Unternehmen auch weiterhin gute Dividendenperspektiven“, betont Berndt Maisch, Fondsmanager des LBBW Dividenden Strategie Euroland. Mehr als die Hälfte der europäischen Unternehmen habe eine Dividendenrendite, die über der Rendite der jeweiligen Unternehmensanleihe liegt. Die Dividendenrendite für Dax-Aktien liegt aktuell bei 3,2 Prozent. Zum Vergleich: Für zehnjährige Bundesanleihen gibt es gerade einmal 1,4 Prozent.

Die Dividenden-Aristokraten in Deutschland

Fuchs Petrolub

Branche: Chemie
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 22,6 Prozent
Dividendenrendite 2013: 2,4 Prozent

Fresenius SE

Branche: Gesundheit
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 11 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1 Prozent

Fresenius Medical

Branche: Gesundheit
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 9,3 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,3 Prozent

Fielmann

Branche: Einzelhandel
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 16,7 Prozent
Dividendenrendite 2013: 3,5 Prozent

Baywa

Branche: Agrar
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 10,6 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,6 Prozent

SAP

Branche: IT
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 22,5 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,6 Prozent

Münchener Rück

Branche: Versicherung
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 18,1 Prozent
Dividendenrendite 2013: 6,5 Prozent

Linde

Branche: Chemie
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 8,8 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,8 Prozent

Henkel

Branche: Basiskonsum
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 8,2 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,2 Prozent

Gerry Weber

Branche: Mode
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 7
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 15,6 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,9 Prozent

BASF

Branche: Chemie
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 7
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 14,4 Prozent
Dividendenrendite 2013: 3,5 Prozent

Quelle: DZ Bank

Aber: Die Unterschiede zwischen den Guten und den Schlechten werden größer. Nur wer erfolgreich gearbeitet hat, kann es sich leisten, einen Teil des Gewinns unter den Aktionären zu verteilen. Umgekehrt müssen die die angeschlagenen Firmen notgedrungen knausern. Thyssen-Krupp und Lufthansa schütten diesmal gar nichts aus, die Commerzbank sowieso nicht. „Die Unternehmen sind vorsichtig geworden”, sagt Fondsmanager Nils Ernst von DWS Investments. „Wer seine Dividende anheben will, muss sich sicher sein, sie in den nächsten fünf bis zehn Jahren nicht wieder senken zu müssen“, sagt er.

Auf die Höhe der Dividende oder der Dividendenrendite allein sollten sich Anleger nicht verlassen. Gemessen an der absoluten Höhe der Ausschüttungen sind die Topzahler im Dax die Deutsche Telekom, Siemens, BASF, Daimler, Eon und Allianz. Diese Unternehmen schütten zusammen rund 14,7 Milliarden Euro aus, also rund 42 Prozent aller Dividenden in Dax, TecDax und MDax.

Kommentare (9)

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WILHER

01.03.2013, 15:16 Uhr


Bei der Dividendenausschüttung verdient einzig der Staat (Abgeltungssteuer), obwohl der gar kein Aktionär ist und kein Risiko trägt.
Ich bin deshalb kein Freund von Dividenden.

Account gelöscht!

01.03.2013, 15:38 Uhr

Richtig, zumal diese besagte Institution die Freibeträge seit langem von ehemals 3000 € pro Nase auf 801 € abgesenkt hat. Ein klarer Beweis, daß es den Regierungs-Verantwortlichen ausschließlich um das Melken der Masse des Mittelstands geht.

Account gelöscht!

01.03.2013, 18:47 Uhr

Falsch. Die Abgeltungssteuer wird auf die Steuerschuld angerechnet. Liegt der Steuersatz unter dem der Abgeltungssteuer kommt es zu einer Erstattung. Liegt der persönliche Steuer über 25% werden die nicht in das zu versteuernde Einkommen einbezogen. Für den Aktionär kein schlechtes Geschäft.

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