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Dax, MDax und TecDax

Die Tops und Flops im November

Im November trennte sich die Spreu vom Weizen: Während große Konzerne wie ProSiebenSat1 deutlich einbrachen, legten kleinere Spezialwerte stark zu. Den größten Gewinn erzielten Aktionäre mit einer Laser-Zukunftstechnik.

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RIB Software

Nach einer monatelangen Kursrallye ist RIB Software aus Stuttgart im November deutlich nachgegeben. Die Papiere des Anbieters von Programmen für die Enterprise-Ressourcenplanung und das Bauwesen mussten einen Kursverlust von 9,1 Prozent hinnehmen. Schuld waren Analysten zufolge unter anderem Gewinnmitnahmen früh eingestiegener Investoren.

Hugo Boss

Nach schwierigen Zeiten meldet sich der Mode-Konzern zurück. Das Geschäft wächst wieder, sowohl in den Boutiquen als auch im Online-Handel. Schlüsselmärkte wie Großbritannien, China und nach zwei Jahren auch wieder die USA entwickeln eine positive Dynamik. Auf Jahressicht verteuerten sich die Scheine des vor allem als Herrenausstatter bekannten Unternehmens aus der schwäbischen Alb um ein Fünftel. Einige Analysten gaben nach der Bilanzvorlage zum Monatsanfang Kaufempfehlungen, andere wiederum senkten den Daumen. Im schwierigen November überwog der Verkaufsdruck, Hugo-Boss-Aktien verloren 10,1 Prozent.

Dürr

Die Dürr AG mit Sitz in Stuttgart ist ein börsennotierter Maschinen- und Anlagenbauer. Der November brockte der südwestdeutschen Vorzeigefirma ein dickes Minus ein, 10,6 Prozent ging es abwärts.

Pro Sieben Sat 1

Auf die Liste der schlechtesten November-Werte aus Dax, MDax und HDax schafft es auch der schlechteste Dax-Titel des Jahres. Im März 2016 in die oberste Deutsche Börsenliga aufgestiegen, bleibt das Parkett für den Medienkonzern rutschig. 2017 sackte der Kurs um mehr als ein Viertel ab. Zur Monatsmitte machten die Münchener mit der Demission ihres Vorstandsvorsitzenden von sich reden. Thomas Ebeling musste seinen Hut nehmen, nachdem er intern schwierige Aussagen über die eigenen Zuschauer machte. Anleger griffen nach der Meldung zu, im Anschluss half auch noch eine Heraufstufung durch einen JPMorgan-Analysten. Mit 10,7 Prozent im November blieb das Minus aber deutlich.

Medigene

Abwärts ging es auch für das Biotechnologie-Unternehmen Medigene. Im November stand hier ein Minus von 11,5 Prozent.

Fresenius

Der schlechteste Dax-Wert des Monats könnte vom Profil her auch in den TecDax passen, zumindest von der Branche her. Freilich ist er dafür aber viel zu groß: Fresenius. Die Jahresperformance ist knapp negativ, trotz Gewinnsprung und Erreichen der Jahresziele. Den Aktionären stößt die letzte Herabstufung des Krankenhausbetreibers und Medizintechnikers auf. Da konnte auch das öffentliche Nachdenken über eine solide Dividendenerhöhung die Anleger nicht milde stimmen. Die Papiere verloren im November unterm Strich 15,5 Prozent

SMA Solar

Für den Solaranlagenbauer ging es in einem schwierigen Marktumfeld im November ebenfalls weiter abwärts. Vor allem die Konkurrenz durch billige Sonnenpanele aus China vermiest das Geschäft. Ganze 15,8 Prozent ging es abwärts.

Draegerwerk

Auf das unrühmliche Podest für die Flops des Monats „schaffte“ es Drägerwerk. Es ist nicht zu viel verraten, dass der schwierige November vor allem die 2017 verwöhnten TecDax-Titel durchschüttelte, reagieren diese doch heftiger als der Gesamtmarkt, sowohl bei Ausschlägen nach oben als auch nach unten. Und Tech-Aktie ist nicht gleich Tech-Aktie. Trotz zwischenzeitlichen Runs in der goldenen September-Oktober-Rally notieren die Papiere wieder unter Vorjahresniveau. Für die Papiere der Medizintechniker ging es im November 28,6 Prozent runter. Dass Dräger viel investiert um zu wachsen, drückt die Marge, und das scheint nicht den Anlegern nicht zu passen.

Dialog Semiconductor

Beim Verkauf des Iphone X rechnet Tech-Gigant Apple mit einem Rekordgeschäft. Die unglaubliche Nachfrage für das Premium-Smartphone soll ihnen Recht geben. Das müsste doch eigentlich auch Dialog Semiconductor freuen? Sind die doch ein wichtiger Chip-Zulieferer für den Apfel-Konzern aus Cupertino. Die Deutsch-Briten präsentierten im November auch gute Zahlen, doch Anleger zürnte, dass Auslieferungsengpässe beim Iphone dazu führten, dass das Ganze erst in den Büchern für 2018 Niederschlag findet. Am Donnerstag dann die Schockmeldung. Die japanische Börsenzeitung Nikkei berichtet, dass Apple einen eigenen Chip für das Energiemanagement plane. Natürlich ist nichts bestätigt. Die Papiere aber rauschten binnen Minuten um mehr als 20 Prozent ab. Am Ende des Monats bleibt ein Minus von 28,6 Prozent. Zukunft ungewiss.

Evotec

Der Biotechnik-Experte Evotec ist einer der Top-Werte 2017 in Frankfurt. Mit einem zwischenzeitlichen Rekordhoch von mehr als 22 Euro im Oktober hatte sich der Kurs seit Jahresanfang verdreifacht. Die Rally wurde den Anlegern zu heiß. Als der Dax Anfang November gerade sein Allzeithoch markierte, präsentierte Evotec starke Quartalszahlen, das Auftragsgeschäft in der Biotech-Branche brummt. Doch es half alles nichts. Die Aktionäre stiegen aus dem TecDax-Papier. Im November ging es für Evotec 31,5 Prozent runter. Bleiben 65 Prozent Jahres-Performance als Trost.

Pfeiffer Vacuum

Dass Konzerne des TecDax in diesem schwierigen November nicht nur auf der Verliererseite standen, beweist Pfeiffer Vacuum. Der Pumpenspezialist steht 2017 weit oben auf den Kaufblöcken der Händler, denn die vollen Auftragsbücher sorgen für Rekordergebnisse bei Pfeiffer. Auf Jahressicht haben sich die Papiere fast verdoppelt, allein im November ging es 10,7 Prozent rauf.

Freenet

Gleich davor schafft es ein weiterer Tech-Titel, sich in den Top Ten des Monats zu platzieren: Freenet. DerTelco-Konzern eröffnet den Reigen der Top-November-Werte mit einem Plus von 11,0 Prozent in den vergangen 30 Tagen. Freenet ist der größte Mobilfunkbetreiber Deutschland ohne eigenes Netz. Das Unternehmen kauft den Netzbetreibern Zeit- und Daten-Pakete ab und vermarktet diese unter eigenem Namen wie etwa Mobilcom-Debitel. Das Mittelgewicht unter den TecDax-Konzernen denkt laut über Zukäufe nach und profitiert aktuell vor allem vom TV-Geschäft, angepeilt sind eine Millionen Fernsehkunden.

Deutsche Bank

Die größte Bank der Bundesrepublik kam von allen 30 Dax-Titeln am besten durch den November. In Fokus der Aufmerksamkeit stand die Bank zuletzt indirekt: Der im Mai zum größten Aktionär aufgestiegene Mischkonzern aus China muss sich zunehmend Fragen nach seiner finanziellen Stabilität gefallen lassen. Bei den Frankfurtern indes nimm der für 2018 anvisierte Börsengang der Vermögensverwaltungssparte Form an, am 5. Dezember will die Bank näheres verraten. Die Branche befindet sich im leichten Aufwind. Und die Deutsche, wie das Institut in den Handelshallen der Welt gerufen wird, stach heraus. Dank Kaufempfehlungen durch Analysten legten die Papiere im November 13,7 Prozent zu.

Volkswagen

Der Dax-Konzern Volkswagen hat sich im November erstaunlich stark entwickelt. Gute Verkaufszahlen machten die schwelende Krise rund um fehlerhafte Abgaswerte und die Manipulation der Motorensoftware vergessen. Die Papiere legten um ganze 14,2 Prozent zu.

Axel Springer

Nach oben ging es auch für den Dax- und Medienkonzern Axel Springer. Die Papiere der „Bild“-, „Welt“- und „N24“-Mutter mit Hauptsitz in Berlin legten im November um 14,5 Prozent zu.

Adva Optical Networking

Die Adva Optical Networking SE mit Produktionsstandort in der thüringischen Residenzstadt Meiningen und einem Verwaltungssitz im bayerischen Martinsried ist ein Anbieter von Telekommunikationsausrüstung, darunter Glasfasertechnik. Adva hatte zuletzt Federn gelassen, nun verdichten sich aber nach Auffassung von Analysten die Anzeichen dafür, dass es wieder aufwärts gehen könnte. Im November legten die TecDax-Papiere um 14,5 Prozent zu.

CTS Eventim

Deutlich zulegen konnten im November auch die Papiere von CTS Eventim. Das börsennotierte Unternehmen mit Sitz in München und Hauptverwaltung in Bremen ist vor allem im Ticketvertrieb tätig. Mit November beginnt die dunkle Jahreszeit, was wieder mehr Menschen in Kinos, Theater und Kleinkunstbühnen locken dürfte. Prompt ging er Aktienkurs um satte 15,0 Prozent nach oben.

Compugroup

Die CompuGroup Medical SE ist ein Softwareunternehmen aus Koblenz. Der Spezialist für Anwendungssoftware für Arztpraxen und Krankenhäuser kann auf einen erfolgreichen November zurückblicken. Die im TecDax notierten Aktien legten um ganze 15,1 Prozent zu, was für einen Platz auf dem Treppchen ausreichend ist.

Ströer

Der Werbeflächenvermarkter Ströer mit Hauptsitz in Köln ist einer der größten Spezialisten für Außen- und Online-Werbung. Darüber hinaus betreibt Ströer zahlreiche Internet-Portale, unter anderem die Seiten t-online.de und giga.de. Das Geschäft läuft gut, was sich im November auch beim Aktienkurs bemerkbar machte. Die Papiere stiegen um 15,9 Prozent.

SLM Solutions

Die SLM Solutions Group AG mit Sitz in Lübeck ist ein Hersteller von 3D-Metalldruckern und Spezialist für das Produktionsverfahren „Selektives Laserschmelzen“. SLM ist der weltweit drittgrößte Hersteller von entsprechenden Anlagen. Die Aktien sind seit Mai 2014 im Frankfurter Prime Standard notiert. Zuletzt hatte die Deutsche Bank das Kursziel der SLM-Solutions-Aktie um 15 Euro von 40 Euro auf 55 Euro angehoben, die Kaufempfehlung bleibt bestehen. Die Analysten sehen gute Chancen der Lübecker auf dem globalen Markt für industrielle 3D-Drucker, insbesondere vor dem Hintergrund der schnellen Entwicklung des 3D-Drucks und seiner künftigen Einsatzmöglichkeiten. Die Zukunftsorientierung von SLM zahlt sich auch bei Aktienkurs aus: Im November ging es um satte 35,9 Prozent nach oben. Besser war kein anderer HDax-Wert an den deutschen Börsen.

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