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24.01.2012

11:04 Uhr

Dax-Schlusslicht

Schwache Zahlen setzen Siemens-Aktie unter Druck

Siemens ist mit einem Gewinneinbruch ins neue Geschäftsjahr gestartet und hat die Jahresprognose unter Vorbehalt gestellt. Anleger hörten das nicht gerne und straften die Aktie ab. Analysten sind weniger pessimistisch.

DAX-Kurve in Frankfurt am Main: Siemens legt schwache Zahlen vor. dpa

DAX-Kurve in Frankfurt am Main: Siemens legt schwache Zahlen vor.

DüsseldorfDie Warnung, dass die Jahresziele offenbar schwerer zu erreichen sein werden als zuvor erwartet, gefällt den Siemens-Anleger gar nicht. Die Aktie ist mit einem Minus von knapp vier Prozent am Morgen schwächster Dax-Wert und notiert bei 75,37 Euro.

Auch die vorgelegten Quartalszahlen, die leicht unter der Markterwartung lagen, drücken auf die Stimmung. Zwischen Oktober und Dezember sank das Konzernergebnis um knapp 300 Millionen Euro oder 17 Prozent auf 1,457 Milliarden Euro, wie Siemens vor der Hauptversammlung in München mitteilte. Grund hierfür waren laut Siemens Verzögerungen bei der Anbindung von Windparks an das Stromnetz sowie bei der Auslieferung von ICx-Schnellzügen an die Deutsche Bahn. Diese hätten Abschreibungen in Höhe von 272 Millionen Euro verursacht. „Die Zahlen für das erste Quartal lagen unter unseren Erwartungen“, bewerteten die Analysten der WGZ Bank das Ergebnis. „Insbesondere fielen die Zahlen ergebnisseitig deutlich schwächer als von uns erwartet aus.“

Zudem bekommt Siemens die Euro-Schuldenkrise zu spüren. Der Umsatz legte dank eines dicken Auftragspolsters von 102 Milliarden Euro zwar noch einmal um zwei Prozent zu. Der Auftragseingang im ersten Quartal lag jedoch um fünf Prozent unter dem Vorjahr. Abzüglich der sogenannten nicht fortgeführten Aktivitäten wie die für einen späteren Börsengang vorbereitete Lichttochter Osram sank der Gewinn sogar um 27 Prozent auf 1,356 Milliarden Euro.

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Das Auftragsbuch und die Kasse des Konzerns sind prall gefüllt. Dennoch geraten die Wachstumsziele von Vorstandschef Peter Löscher in Gefahr.

„Wir halten ganz klar an unseren Zielen fest“, sagte Siemens-Chef Peter Löscher am Morgen in einem Interview mit Bloomberg-TV. Allerdings wird er die Aktionäre im Laufe des Tages bei der Hauptversammlung auf ein schwieriges Jahr einstellen: „Auch wenn in der zweiten Jahreshälfte eine Erholung erwartet wird, müssen wir hart arbeiten, um unsere Ziele zu erreichen“, erklärte er laut Pressemitteilung. Der Elektrokonzern will den Jahresumsatz um drei bis fünf Prozent steigern und den Gewinn auf Vorjahresniveau bei rund sechs Milliarden Euro halten.

Analysten ließen sich von den Zahlen nicht abschrecken: Eine Kaufempfehlung gab es am Morgen von Sanford C. Bernstein, die die Aktie mit „Outperform“ und einem Kursziel von 87 Euro bewerteten. Auch die DZ Bank rät zum Kauf, setzte das Kursziel mit 85 Euro aber etwas niedriger an.

Die WGZ Bank hat die Siemens-Aktie von „Verkaufen“ auf „Halten“ heraufgestuft – mit einem Kursziel von 79 Euro. „Eine Erholung sollte in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres eintreten", schrieben die WGZ-Analysten. „Die Unternehmensprognosen halten wir nach wie vor für realistisch.“

WestLB und JP Morgan urteilten am morgen „neutral“. Das Kursziel von JP Morgan für die Siemens-Aktie liegt allerdings bei 90 Euro und damit höher als bei Sanford C. Bernstein und DZ Bank.

In den vergangenen vier Wochen haben nach Informationen des Branchendienstes Bloomberg 13 Analysten die Aktie zum Kauf empfohlen, zehn rieten, die Papiere zu halten. Nur drei Analysten senkten den Daumen und urteilten „Verkaufen“.

 

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