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02.01.2004

13:24 Uhr

Der Autovermieter setzt auf die Discount-Tochter – Hoffen auf das Leasing-Geschäft

Analysten sehen bei Sixt kurzfristig Gewinnchancen

VonPatrick Mönnighoff (Handelsblatt)

Billig ist besser: Nicht nur bei Fluglinien haben Discount-Töchter derzeit Hochkonjunktur. Auch immer mehr Autovermieter bieten Teile ihrer Flotten zu Tiefstpreisen an.

DÜSSELDORF. So wie die Pullacher Sixt AG, die mit ihrer Billigtochter „Sixti“ auf Kundenfang geht – und dies anscheinend mit Erfolg: Seit dem Start von „Sixti“ Ende Mai legte die Aktie des Mutterkonzerns um über 50 % zu. Die Analysten sind dennoch vorsichtig geworden. Denn langfristig nimmt der Preisdruck auch in der klassischen Autovermietung zu.

Doch bei Sixt will man von solchen Bedenken nichts wissen: „Wir sind mehr als zufrieden“, sagte Lars-Eric Peters, Chef der Discount-Tochter, bei der Vorlage der Neunmonatszahlen. Schon im ersten Jahr soll die Low-Cost-Marke einen Umsatz von rund 3,5 Mill. Euro erwirtschaften und damit ein Jahr früher als geplant unter dem Strich eine schwarze Null vorweisen. Die Analysten hatte diese Nachricht überrascht. „Damit hatte wohl kaum einer gerechnet“, sagt Christoph Gmeinwieser von der Bayerischen Landesbank.

Für das kommende Jahr hat der Konzern angekündigt, die Discount- Flotte von 500 auf mindestens 1500 Autos aufzustocken. „Dies ist eigentlich positiv zu werten“, sagt Gmeinwieser. Abzuwarten sei aber, ob die Tochter damit neben den anderen Anbietern nicht auch Sixt selbst Konkurrenz macht. Bisher ist dies dem Unternehmen nach nicht der Fall. Beide Sparten seien klar voneinander abgegrenzt: Sixti für Privatkunden, Sixt für Geschäftsleute.

Etwas skeptischer ist BayernLB- Analyst Gmeinwieser. Seiner Meinung nach könnte sich wie bei den Fluglinien der Preiskampf der Billig-Marken auch auf das margenstarke Geschäft mit den Firmenkunden durchschlagen. „Langfristig könnten sich die Anbieter mit ihren Discount-Töchtern selbst schaden, falls es zu einem nachhaltigen Absenken des gesamten Preisniveaus im Markt kommt“, befürchtet er.

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