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14.01.2005

10:41 Uhr

Details zum Börsengang sollen am Montag verkündet werden – Aktie könnte zwischen zwölf und 14 Euro kosten

Paion genießt guten Ruf bei Analysten

Der Börsengang (IPO) des Aachener Biotech-Unternehmens Paion nimmt immer mehr Konturen an. Gestern sickerte in Frankfurter Finanzkreisen durch, dass die Zahl der ausgegebenen Aktien für das erste IPO des Jahres in Deutschland wohl bei rund fünf Mill. Stück liegen wird. Bei einem geschätzten Emissionsvolumen von 60 bis 70 Mill. Euro könnte die Preisspanne für die Aktie dann zwischen zwölf und 14 Euro liegen.

scc/shf FRANKFURT/M. Bei Paion selbst wollte man sich auch gestern noch nicht zum Thema Börsengang äußern und sprach lediglich von einer „möglichen Option in den nächsten Wochen“. Nach Informationen des Handelsblatts sollen am Montag auf einer Pressekonferenz Details zum Börsengang verkündet werden.

Bei Analysten genießt das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen, das derzeit rund 50 Mitarbeiter beschäftigt, einen guten Ruf. Die Experten von Dresdner Kleinwort Wasserstein – die Bank ist im Emissionskonsortium vertreten – loben in einer Studie zum Börsengang die im Vergleich zur teils hochriskanten Branche „starke Bilanz“ und den „durchaus überschaubaren Mittelverbrauch“. Pro Jahr werden bei Paion derzeit rund zehn bis 15 Mill. Euro „verbrannt“, was im Vergleich zu jungen Unternehmen der Branche relativ wenig ist.

Paion befindet sich auch insofern in einer vergleichsweise komfortablen Position, als man die Entwicklungskosten für das Hauptprodukt „Desmoteplase“ praktisch komplett über eine Partnerschaft mit dem US-Konzern Forest abgesichert hat. Forest, eines der erfolgreichsten Pharmaunternehmen der vergangenen Jahre, hatte im Juni die US-Vertriebsrechte für Desmoteplase erworben und dafür 22 Mill. Dollar direkt an Paion gezahlt, sowie weitere erfolgsabhängige Zahlungen von 47,5 Mill. Dollar und zweistellige Lizenzgebühren zugesagt.

Desmoteplase, ein Mittel zur Auflösung von Blutgerinseln, zeigte in einer so genannten Phase-II-Studie relativ gute Ergebnisse und bietet daher Aussichten, die Therapie von Schlaganfällen zu verbessern. Der Hauptvorteil des gentechnisch hergestellten Wirkstoffs besteht darin, dass er in einem vergleichsweise langen Zeitraum von bis zu neun Stunden nach einem Schlaganfall noch wirkungsvoll eingesetzt werden kann. Die US-Zulassungsbehörde FDA hat daher bereits ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für das Präparat zugesagt.

Verlaufen die weiteren Studien positiv, könnte nach Einschätzung von Dresdner Kleinwort Wasserstein unter Umständen bereits 2007 ein Zulassungsantrag für Desmoteplase gestellt werden. Das Umsatzpotenzial des Medikaments schätzen die Analysten auf 310 Mill. Euro im Jahr 2012.

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