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31.08.2015

20:23 Uhr

Deutsche Annington, Lanxess, RWE

Stühlerücken in Dax und Euro Stoxx 50

VonJessica Schwarzer

Die Auf- und Absteiger in Dax stehen fest. Wenig überraschend steigt die Deutsche Annington in die erste Börsenliga auf, Lanxess muss weichen. Stühlerücken mit deutscher Beteiligung gibt es auch im Euro Stoxx 50.

Welches Unternehmen bekommt einen Platz im Dax, wer muss seinen im Euro Stoxx 50 räumen?

Bunte Stühle

Welches Unternehmen bekommt einen Platz im Dax, wer muss seinen im Euro Stoxx 50 räumen?

Erstmals seit drei Jahren gibt es eine Veränderung im Dax. „Die Deutsche Annington steigt in die erste Börsenliga auf“, sagt Daniel Kukalj von der Oddo Seydler Bank. „Lanxess muss den Index verlassen.“ Erstmals ist damit ein Immobilienkonzern im Dax vertreten. Offiziell fällt die Entscheidung zwar erst am Donnerstag, wenn sich der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse trifft. Doch seit Montagabend steht im Grunde fest, wer auf- und wer absteigt.
Denn der 31. August ist der Stichtag für die Dax-Zusammensetzung und Indexspezialisten können die Entscheidung der Börse vorempfinden. Denn die Mitgliedschaft im Dax, in dem die 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands gelistet sind, hängt von der Marktkapitalisierung des Streubesitzes und dem Aktienumsatz ab.

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Die Deutsche Annington ist zum größten Vermieter in der Republik aufgestiegen – und gilt als Kandidat für den Dax. Ihr Schmuddel-Image will sie ablegen, vom Saulus zum Paulus werden. Aber ist das mehr als Fassade?

Doch nicht nur über die deutschen Indizes wird in dieser Woche entschieden sondern auch über den Euro Stoxx 50. Hier fliegt mit RWE ein deutsches Unternehmen aus dem Auswahlindex, ein deutscher Medizinkonzern wird wohl nachrücken. „Fresenius dürfte es schaffen“, sagt LBBW-Analyst Uwe Streich. „Der Abstieg des Energiekonzerns aus dem Euro Stoxx 50 ist sicher.“

Dividenden - Fragen und Antworten

Was ist eine Dividende?

Die Dividende ist der Anteil am Gewinn einer Aktiengesellschaft, den ein Konzern direkt an die Anleger ausschüttet. Einen Anspruch auf Dividende haben Aktionäre nicht. Unternehmen können das Geld auch nutzen, um Schulden zurückzuzahlen, Investitionen zu tätigen oder Übernahmen zu finanzieren. Manche Unternehmen wie die Deutsche Telekom zahlen Aktionären auch eine Mindest-Dividende.

Was ist die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite gibt den prozentualen Anteil der Dividende am Aktienkurs an.

Wer bekommt eine Dividende und wann?

Dividendenberechtigt ist jeder, der am Tag der Hauptversammlung mindestens eine Aktie des Unternehmens im Depot hat – egal, ob er sie bereits vor Jahren oder erst am Tag zuvor gekauft hat. Der vom Management vorgeschlagene Bonus wird mit den Stimmen der Aktionäre bei der Hauptversammlung beschlossen. Schon direkt am Folgetag oder kurz darauf landet die Dividende auf dem Konto des Anlegers. In Deutschland ist eine jährliche Dividendenzahlung üblich.

Lohnt es sich, eine Aktie nur zur Ausschüttung zu kaufen?

Von der verlockenden Strategie, kurz vor dem Stichtag zu kaufen, um einen Tag danach wieder zu verkaufen, raten Experten Normalanlegern ab. Denn schon vorher ist üblicherweise die vom Unternehmen angekündigte Dividende im Aktienwert „eingepreist“. Das heißt, der Kurs ist in den Wochen vor der Hauptversammlung um diesen Betrag gestiegen – und fällt danach meist wieder.

Was bekommt das Finanzamt?

Seit 2009 gilt die Abgeltungsteuer für Kapitaleinkünfte, die eine pauschale Besteuerung von 25 Prozent vorsieht. Für Aktionäre bedeutet dies, dass ein Viertel ihrer Dividenden an den Fiskus wandert. Die Banken, bei denen Aktionäre ihre Depots verwalten, führen die Steuer automatisch ab. Bei Wertpapierbeständen im Ausland müssen Anleger selbst aktiv werden und die Dividenden in der Steuererklärung angeben.

Der Wechsel im Dax wird am 21. September wirksam. Für Lanxess ist das Ausscheiden bitter, schließlich gehört der Chemiekonzern erst seit Ende 2012 zum Spitzensegment der Deutschen Börse. Noch einen weiteren Verlierer im Aufstiegs- und Abstiegskampf gibt es: Pro Sieben Sat.1. Der Medienkonzern guckt nach Einschätzung von LBBW-Analyst Uwe Streich erneut in die Röhre: Die Deutsche Annington sei durch die Kapitalerhöhungen im Zuge der Übernahmen von Gagfah und Süddeutsche Wohnen an Pro Sieben Sat.1 vorbeigezogen. „Bis dahin war das Medienunternehmen unangefochtener Dax-Favorit“, so Streich.

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