Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.03.2016

15:30 Uhr

Deutsche Bank

Deutsche-Bank-Aktie erneut Dax-Schlusslicht

Bei Deutschlands größtem Geldhaus läuft ein großes Stellenabbauprogramm. Doch zumindest in einer Sparte will die Deutsche Bank hundert neue Jobs geschaffen werden. Doch auch das hilft der Aktie nicht.

Die Aktie ist diese Woche auf Talfahrt. Reuters

Lichtkunst an Deutsche-Bank-Gebäude in Frankfurt

Die Aktie ist diese Woche auf Talfahrt.

FrankfurtDie Aktie der Deutschen Bank gehört den dritten Tag in Folge zu den Verliererwerten im Deutschen Aktienindex (Dax). Am Nachmittag notiert das Papier 3,6 Prozent im Minus bei 15,64 Euro und ist damit Schlusslicht im wichtigsten deutschen Index – wie bereits am Dienstag. Seit Wochenbeginn hat die Aktie schon acht Prozent nachgegeben.

Am Donnerstag berichtete die Nachrichtenagentur Reuters zwar mit Berufung auf Finanzkreise, dass die Bank ihren Handel mit Aktien unter anderem durch 100 Neueinstellungen ankurbeln möchte. Doch das schien Anleger nicht davon abzulenken, dass die Bank nach eigenen Angaben vor einem äußerst schwachen ersten Quartal steht. Die Flaute an den Kapitalmärkten vor allem im Januar und Februar haben der Deutschen Bank zu Jahresbeginn massiv zugesetzt. „Dies waren im Bankensektor die beiden schlechtesten Anfangsmonate eines Jahres, die ich persönlich erlebt habe“, hatte Finanzvorstand Marcus Schenck der „Börsen-Zeitung“ gesagt. „Das hat natürlich auch bei uns seine Spuren hinterlassen.“ Alle eng am Kapitalmarkt hängenden Geschäfte seien betroffen, wie das Handelsgeschäft und die Vermögensverwaltung.

Dividendenvorschau 2016: Diese Ausschüttungen dürfen Dax-Aktionäre erwarten

Dividendenvorschau 2016

Diese Ausschüttungen dürfen Dax-Aktionäre erwarten

Die Dividendensaison 2015 bescherte Dax-Aktionären die rekordhohe Ausschüttungen. 2016 könnte noch eine Schippe draufgelegt werden. Welche Dividenden die Analysten der Commerzbank für 2016 erwarten.

Die neuen Leute im Aktienhandel sollen möglichst schon im zweiten Quartal angeheuert werden und in den USA, in Asien und Europa eingesetzt werden, sagte ein Insider. Nachholbedarf sehe die Deutsche Bank in der Technologie und im elektronischen Handel. Der Schritt ist Teil der neuen Strategie, mit der die Bank sich im Investmentbanking auf Bereiche verlegen will, die mit weniger Kapital unterlegt werden müssen. Deshalb solle auch das Geschäft gestärkt werden, in dem die Bank die Aktiengeschäfte von Hedgefonds finanziert (Prime Brokerage).

Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich zu den Plänen am Donnerstag nicht äußern. Vorstandschef John Cryan hatte bereits im Januar angekündigt, in den Aktienhandel und -vertrieb zu investieren. Die Bank hatte sich in den vergangenen Jahren stark auf den Anleihehandel konzentriert, wo sie zuletzt weltweit die Nummer drei war. Das Geschäft bringt, gemessen am Kapitaleinsatz, zu wenig Rendite.

„Wir sehen weiterhin Kapital aus dem Handel abfließen. Aber das ist im Einklang mit unserer Strategie“, hatte Cryan in der vergangenen Woche gesagt. Im Aktienhandel waren die Erträge der Deutschen Bank im vierten Quartal um 28 Prozent eingebrochen. Vor allem bei Aktienderivaten verlor sie stark an Boden.

Anderswo baut die Deutsche Bank derweil massiv Stellen ab. Im Deutschland-Geschäft verhandelt der Vorstand derzeit mit den Arbeitnehmervertretern über die Streichung von einigen tausend Arbeitsplätzen. Andere Großbanken streichen angesichts der Flaute an den Märkten auch das Investmentbanking zusammen. Credit Suisse hatte am Mittwoch Einsparungen von 800 Millionen Euro beschlossen, denen 2000 Arbeitsplätze vor allem in London und New York zum Opfer fallen sollen.

Die Aktie der Deutschen Bank war im Februar dramatisch auf etwa 13 Euro eingebrochen und damit unter den tiefsten, während der Finanzkrise 2009 erreichten Wert. In den vergangenen Wochen hatte sich die Aktie zwischenzeitlich bis auf 18,83 Euro berappelt, doch seit Mitte März ging es wieder deutlich abwärts.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×