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12.02.2016

15:31 Uhr

Deutsche Bank

John Cryan kauft Anleihen zurück

Die Deutsche Bank will Anleihen im Wert von fast fünf Milliarden Euro zurückkaufen. Ein entsprechendes Rückkaufangebot hat der Konzern jetzt unterbreitet. Die Aktie schießt nach oben.

Der Co-Chef der Deutschen Bank bemüht sich darum, das Vertrauen der Aktionäre und Anleiheeigner zu gewinnen. dpa

John Cryan

Der Co-Chef der Deutschen Bank bemüht sich darum, das Vertrauen der Aktionäre und Anleiheeigner zu gewinnen.

Die Deutsche Bank unterbreitet Anlegern ein Rückkaufangebot für bestimmte Anleihen. Damit will die Bank ihre Kapitalkraft unter Beweis stellen und Misstrauen unter Investoren bekämpfen. Mit einem Rückkauf der Schuldscheine könnte der Dax-Konzern einen Kapitalgewinn einstreichen und sich künftige Zinszahlungen sparen.

Zurückkaufen will Co-Chef John Cryan fünf Euro-Anleihen mit einem angestrebten Volumen von drei Milliarden Euro und acht US-Dollar-Anleihen mit einem Volumen von zwei Milliarden Dollar (1,78 Milliarden Euro).

„Die starke Liquiditätsposition der Bank erlaubt es ihr, diese Wertpapiere zurückzukaufen, ohne dass dies Auswirkungen auf den Emissionsplan für das Jahr 2016 hat“, teilte das Institut mit. Es handelt sich bei den Papieren um bestimmte unbesicherte Anleihen.

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Für fast fünf Milliarden Euro will die Deutsche Bank Schuldpapiere zurückkaufen. Der Clou: Da die Anteile zumeist bei weniger als 100 Prozent notieren, kann das Institut so Gewinn einstreichen. Die Papiere im Überblick.

Die Deutsche Bank kann sich den angekündigten milliardenschweren Anleihe-Rückkauf nach eigener Einschätzung locker leisten. Per Ende 2015 hätten die Liquiditätsreserven bei rund 215 Milliarden Euro gelegen, teilte Finanzchef Marcus Schenck am Freitag in einer Botschaft an die Mitarbeiter mit, die auf der Internetseite der Bank veröffentlicht wurde. Auch der Refinanzierungsplan für das laufende Jahr müsse nicht angepasst werden. Durch den Rückkauf der Bonds unter deren Ausgabepreis kann die Deutsche Bank einen kleinen Gewinn einstreichen.

„Die Bank nutzt die Marktbedingungen, um diese Anleihen zu attraktiven Preisen zurückzukaufen und so ihre Verschuldung zu verringern“, erklärte Finanzvorstand Marcus Schenck den Schritt in einer Mitteilung. „Indem diese Anleihen unter ihrem Ausgabepreis zurückgekauft werden, realisiert die Bank einen Gewinn.“ Zudem spare sich die Bank so künftige Zinszahlungen für diese Papiere.

Der Analyst Roger Francis von Mizuho International hält dies für einen strategischen Schachzug. „Mit diesem Mittel kann die Deutsche Bank Panik reduzieren“, sagt Francis der Nachrichtenagentur Bloomberg. Dennoch würden damit nicht die grundsätzlichen Sorgen über die Bank beschwichtigt. „Dafür benötigen die Anleger Erlöse der Bank, damit sie Dividenden und Anleihen-Kupons bezahlen kann“, erklärt Francis. Doch genau an diesem Punkt stünden noch immer Fragezeichen.

Die Aktie der Deutschen Bank reagierte positiv auf die Offerte, über die bereits Anfang der Woche spekuliert worden war. Die Deutsche-Bank-Aktie baute ihre bereits deutlichen Kursgewinne aus und notierte um 14.30 Uhr zehn Prozent im Plus bei 15 Euro.

Kommentare (12)

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Herr Marc Otto

12.02.2016, 14:59 Uhr

Hmm, die Höhenflüge waren wohl zu hoch.
Rückkehr zu Erde und angefangen bei (fast) Null.
Offensichtlich muss ein erfolgreicher Neuanfang wohl so aussehen.

Ich glaube Ikarus kennt das alles.

Herr x y

12.02.2016, 15:05 Uhr

Das ist das implizite Eingeständnis, daß das Dach noch mehr Löcher hat, in die es hineinregnet.

Account gelöscht!

12.02.2016, 15:14 Uhr

Egal was die Herrschaften machen, mit nur 4% Eigenkapital können die Leute die Bank zusperren, der Rest sind die üblichen Nebelkerzen.

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