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07.07.2015

20:23 Uhr

Deutsche Bank

Postbank-Aktionäre werden unter Börsenkurs abgefunden

Für 245 Millionen Euro nimmt die Deutsche Bank die Postbank von der Börse – um sie Ende 2016 dort wieder zu verkaufen. Die Zwangsabfindung liegt für Aktionäre unter dem Aktienkurs. Der gilt jedoch ohnehin als zu hoch.

Seit 2010 ist die Postbank mehrheitlich im Besitz der Deutschen Bank. Weil sich die Erwartungen jedoch nicht erfüllt hätten, will Deutsche-Bank-Chef John Cryan das Institut verkaufen. Reuters

Postbank-Kauf

Seit 2010 ist die Postbank mehrheitlich im Besitz der Deutschen Bank. Weil sich die Erwartungen jedoch nicht erfüllt hätten, will Deutsche-Bank-Chef John Cryan das Institut verkaufen.

FrankfurtDie Deutsche Bank lässt sich die Abfindung der übrigen Aktionäre der Postbank 245 Millionen Euro kosten. Die Deutsche Postbank teilte am Dienstag mit, ihr Mehrheitsaktionär habe die Zwangsabfindung auf 35,05 Euro je Aktie festgesetzt. Das ist weniger als die 36,40 Euro, für die das Postbank-Papier am Dienstag an der Börse gehandelt wurde. Die Deutsche Bank hatte im April angekündigt, die Tochter Postbank von der Börse zu nehmen, ehe sie spätestens Ende 2016 über einen Börsengang verkauft werden soll. Der neue Vorstandschef John Cryan hatte angekündigt, den Schritt möglichst schnell umsetzen zu wollen.

Noch sind sieben Millionen Postbank-Aktien im Streubesitz. Zahlreiche Investoren spekulieren seit Jahren auf eine höhere Abfindung, notfalls über ein Spruchstellenverfahren. Das hatte den Kurs in die Höhe getrieben, so dass die Postbank rechnerisch an der Börse fast acht Milliarden Euro wert ist. Experten gehen davon aus, dass sie bei der Rückkehr an die Börse realistisch etwa mit der Hälfte bewertet würde.

Verschuldungsquote (Leverage Ratio) ausgewählter Banken

UBS

5,6 Prozent

(nach Schweizer Vorgaben, inkl. Puffer-Kapital)

Lloyds Banking

4,9 Prozent

HSBC

4,8 Prozent

Crédit Agricole

4,2 Prozent

Royal Bank of Scotland

4,2 Prozent

ING

4,1 Prozent

Commerzbank

3,7 Prozent

Deutsche Bank

3,4 Prozent

Quelle

Quelle: Unternehmen

Stand: 31.12.2014

(außer Deutsche Bank und UBS, Stand: 31.3.2015)

Die mit der Übernahme der 14 Millionen Kunden starken Bank verbundenen Hoffnungen hatten sich nicht erfüllt. Für die Refinanzierung der Deutschen Bank spielten die Spareinlagen der Postbank kaum eine Rolle. An die Postbank-Kunden ließen sich weniger Deutsche-Bank-Produkte verkaufen als gedacht. Überdies blähten die Hypotheken- und Wohnungskredite der Postbank und ihrer Bausparkasse BHW die Bilanz der Deutschen Bank auf.

Von

rtr

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