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24.07.2017

20:41 Uhr

Deutsche Bank und Commerzbank

Analysten sehen Ende der Bankaktien-Rally

Die Aktienkurse von Deutscher Bank und Commerzbank haben sich in den vergangenen Monaten verdoppelt – doch nun droht ein Ende dieser Rally. Deutschlands größte Bank dämpft die Erwartungen an die Quartalszahlen.

Das Logo der Deutschen Bank in der Frankfurter Zentrale: Der Kurs der Aktie ist zuletzt deutlich gestiegen. Doch nun sollte vorläufig das Ende der Fahnenstange erreicht sein. AFP; Files; Francois Guillot

Deutsche-Bank-Hauptquartier

Das Logo der Deutschen Bank in der Frankfurter Zentrale: Der Kurs der Aktie ist zuletzt deutlich gestiegen. Doch nun sollte vorläufig das Ende der Fahnenstange erreicht sein.

DüsseldorfBankaktionäre haben in den vergangenen zehn Jahren besonders starke Nerven bewahren müssen. In der Finanzkrise rauschten die Titel von Geldhäusern weltweit in den Keller. Während vor allem die US-Banken die Wende an der Börse geschafft haben, dümpeln die Kurse der beiden großen deutschen Geldhäuser Deutsche Bank und Commerzbank noch immer auf dem Niveau herum, auf das sie in den Krisenjahren 2007 bis 2009 abgerutscht sind.

Dabei haben die deutschen Banktitel in den vergangenen zwölf Monaten eine respektable Rally hinter sich und ihre Kurse in diesem Zeitraum inzwischen verdoppelt. Offenbar haben Spekulationen auf ein baldiges Ende der ultralockeren Geldpolitik die Aktien der Banken in den vergangenen Monaten wieder nach oben getrieben.

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Das Papier der Deutschen Bank rutschte im Oktober des vergangenen Jahres auf ein historisches Allzeittief von unter zehn Euro, kämpfte sich zwischenzeitlich wieder auf 17,83 nach oben. Derzeit notiert der Titel bei 15,70 Euro. Ebenso die Commerzbank, deren Kurs von 5,15 Euro (August 2016) sich auf 11,32 Euro mehr als verdoppelt hatte. Aktuell wird der Finanzwert bei 10,31 Euro gehandelt.

Trotz der Zuwächse raten Händler und Analysten weiter davon ab, sich mit Aktien der hiesigen Institute einzudecken. „Man kann inzwischen wieder guten Gewissens in fast allen Ländern in Bankaktien investieren, außer in Deutschland“, sagt Aktienhändler Stefan de Schutter vom Brokerhaus Alpha Trading. „Langfristige Investments in Deutsche Bank und Commerzbank sollten gut überlegt werden, denn die Probleme der Banken sind einfach zu groß.“

Auch der Handelsblatt-Analystencheck ist skeptisch, was die weitere Kursentwicklung der beiden deutschen Bankaktien angeht. Den sechs Kauf- stehen zehn Verkaufempfehlungen bei Deutschlands größtem Geldhaus gegenüber. 20 Experten bewerten diese Aktie mit neutral. Und das Kurspotenzial ist sehr bescheiden: Das gewichtete Kursziel, bei dem jüngere Analysen gegenüber älteren stärker berücksichtigt werden, liegt bei 16,53 Euro und damit nur knapp einen Euro über dem aktuellen Kurs.

Am Donnerstag steht eine Weichenstellung für die weitere Kursentwicklung bevor. Deutschlands größtes Geldhaus legt am Donnerstag neue Quartalszahlen vor. Die Erwartungen sind nicht sehr hoch. Der stellvertretende Chef Marcus Schenck dämpfte die Erwartungen an das Abschneiden im Frühjahr bereits.

Noch deutlicher wird das Risiko von Kursverlusten bei der Commerzbank: Das gewichtete Kursziel im Handelsblatt-Analystencheck liegt mit 8,89 Euro deutlich unter der aktuellen Notierung vom Freitag bei 10,30 Euro. Dabei hatte die Aktie der „gelben Bank“ bereits am Freitag mehr als zwei Prozent verloren. Ein Blick auf alle Studien der vergangenen Monate zeigt: Die Zahl der Verkaufsempfehlungen ist mit 12 doppelt so hoch wie die der „Buy“-Beurteilungen. 33 Analysten bleiben neutral.

Kommentare (1)

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Herr Lothar Bitschnau

25.07.2017, 08:28 Uhr

Das Eigenkapital von Commerzbank und Deutscher Bank beträgt momentan etwas mehr als das Doppelte des Börsenwertes. Wenn diese Institute es schaffen, hinkünftig weitere Verluste zu vermeiden, sehe ich nach unten kein besonderes Risiko mehr.
Nach jahrelanger medialer "Verfolgung" stehen die Banken nicht mehr im Focus.
Jetzt sind unnützerweise die Autowerte dran.
Ausserdem: Eine überstandene Krise ist der Boden für zukünftigen Erfolg.

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