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27.01.2005

11:20 Uhr

dpa-afx FRANKFURT. Nach den weiteren Bemühungen um eine freundliche Übernahme der London Stock Exchange (LSE) sind die Aktien der Deutsche Börse am Donnerstag an die Spitze der Dax-Liste gestiegen. Der Aktienkurs stieg um 1,96 Prozent auf 47,90 Euro. Zugleich legte der Dax bis 10.45 Uhr um 0,09 Prozent auf 4 217,79 Punkte zu. Die Börse hatte ein Angebot von 530 Pence je LSE-Aktie abgegeben, dass unter dem Vorbehalt der Zustimmung des LSE-Vorstands steht.

"Zum einen sind die Anleger vielleicht froh, das es nicht zu einem feindlichen Übernahmeangebot kommt" sagte ein Frankfurter Analyst, der namentlich nicht genannt werden wollte. Er vermute aber zugleich, dass einige kurzfristig orientierte Anleger bislang offene Positionen deckten, die sie in der Hoffnung auf einen Übernahmekampf eingegangen waren. "Sie erwarten jetzt wohl eher, dass der Übernahmepreis nicht deutlich über 530 Pence liegen wird."

Er sehe zudem die Zuversicht der Investoren steigen, dass ein Zusammenschluss "nachhaltige" Verbesserungen des Mittelflusses bringe, sagte der Analyst. Obwohl die Deutsche Börse am Morgen das Sparpotential mit 100 Mill. Euro beziffert habe und damit über den beim ersten Übernahmeversuch 2000 genannten 75 Mill. Euro lag, sei die Zahl wenig überraschend. Zu dem damaligen Wert würden 25 Mill. Euro Umsatzsynergien hinzu gerechnet, mit denen die Analysten einiger Banken bereits gerechnet hatten, fügte der Experte hinzu.

Aktienhändler Fidel Helmer von Hauck & Aufhäuser sagte, ein Bietergefecht mit der Euronext würde immer zu Lasten der Deutschen Börse gehen. Niemandem wäre gedient, wenn es zu einer feindlichen Übernahme käme: "Das wäre ein schlechter Einstand".

Die Deutsche Börse hatte am Morgen konkrete Übernahmepläne für die Londoner Börse vorgelegt. So soll das Barangebot nicht weniger als 530 Pence je Aktie betragen. Ein förmliches Angebot werde abgegeben, sobald der Vorstand der LSE den Aktionären eine "uneingeschränkte und unbedingte Empfehlung" zur Annahme des Angebots gebe. Die Kombination mit dem britischen Finanzplatzbetreiber soll nach drei Jahren zu einer Gewinnerhöhung von mindestens 100 Mill. Euro jährlich führen.

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