Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.07.2015

11:53 Uhr

Deutsche Pfandbriefbank

Börsengang geschafft

VonKerstin Leitel

Auf dem Kurszettel deutscher Anleger ist heute ein neuer Name aufgetaucht: PBB. Die Deutsche Pfandbriefbank ist Nachfolgerin der Skandalbank HRE. Mit einem deutlichen Plus startet die Aktie in den Handel.

Die Deutsche Pfandbriefbank schafft den Sprung an die Börse. dpa

Börsengang

Die Deutsche Pfandbriefbank schafft den Sprung an die Börse.

FrankfurtDie Deutsche Pfandbriefbank (PBB) hat den Sprung an die Börse geschafft. Mit einem Kurs von 11,45 Euro wurde am Donnerstagmorgen der Handel mit der Aktie aufgenommen. Im Vergleich zum Ausgabekurs entspricht das einem satten Plus von 6,5 Prozent. Die PBB ist damit der bislang größte Börsenneuzugang in Deutschland in diesem Jahr. Im Laufe des Tages schmolz das Plus allerdings etwas dahin: Zwischenzeitlich notierte die Aktie bei 11,22 Euro.

Für den Verkauf der Aktien bekommt der Bund rund 1,16 Milliarden Euro, Geld, das in den staatlichen Bankenrettungsfonds fließt. Denn die PBB gehört zum Konzern Hypo Real Estate (HRE), der Skandalbank, die im Zuge der Lehman-Pleite ins Schleudern kam und die einst sogar in der „Börsen-Bundesliga“ Dax notiert war.

Mit weit über 100 Milliarden Euro an Garantien und Geldspritzen musste Berlin in der Finanzkrise das Institut retten und verstaatlichte die HRE. Danach wurde die Bank aufgespalten, in die „Bad Bank" FMS Wertmanagement und den Immobilienfinanzierer PBB. Als Gegenleistung für die Genehmigung der staatlichen Hilfen hatte die EU verlangt, dass die PBB bis Ende des Jahres privatisiert wird, über einen Verkauf oder den nun vollzogenen Börsengang.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Dieser war gar nicht einfach – schließlich sorgt die Griechenland-Krise seit Wochen für Nervosität und heftige Schwankungen am Aktienmarkt. Andere Unternehmen hatten deswegen ihre Börsenpläne kurzfristig auf Eis gelegt. Auch die PBB hatte Abstriche machen müssen: mit dem Ausgabekurs von 10,75 Euro pro Aktie wurde das Papier nicht zum Höchstpreis verkauft. Angeboten wurden die Aktien in einer Preisspanne von 10,75 bis 12,75 Euro. Doch die Investoren – ausschließlich Profi-Investoren, Privatanleger waren nicht an der Transaktion beteiligt – drückten den Preis.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×