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21.02.2012

14:06 Uhr

Die 500-Dollar-Aktie

Einer gegen Apple

VonAnnika Williamson

Alle Analysten raten zum Kauf der Apple-Aktie. Nur einer nicht. Edward Zabitsky meint, das kalifornische Unternehmen habe die beste Zeit hinter sich. Ist er ein Querulant oder hat er vielleicht stichhaltige Argumente?

Steigt oder fällt die Apple-Aktie in diesem Jahr? dpa

Steigt oder fällt die Apple-Aktie in diesem Jahr?

Apple ist das teuerste Unternehmen der USA, der Aktienkurs hat sich in drei Jahren versechsfacht und ein Knick in der Kurve ist noch nicht zu sehen. Das Urteil des Börsenanalysten Edward Zabitsky: Sofort verkaufen. Mit dieser Einschätzung steht er weit und breit alleine da. Ist er nur ein Querulant, oder bewahrt hier jemand im allgemeinen Apple-Fieber einen klaren Kopf?

Vergangene Woche stieg die Aktie zum ersten Mal über 500 Dollar. Wer Anfang 2009 beim Preis von 78 Dollar eingestiegen ist, könnte inzwischen ein gutes Stück reicher geworden sein – und das zu Zeiten von Immobilien- und Schuldenkrisen, Börsen-Crashs und Bankenbeben.

Der skeptische Analyst Zabitsky glaubt, dass die fette Zeit bald ein Ende hat: In zwölf Monaten sieht er das Papier bei nur noch 270 Dollar. Die restlichen bei Bloomberg gelisteten Analysten erwarten im Durchschnitt einen Kurs von 575 Dollar – ein gewaltiger Unterschied.

Apple an der Börse

Kursrally

Apple hat allein in den vergangenen drei Monaten 55 Prozent zugelegt und erstmals die Marke von 600 Dollar durchbrochen.

Marktkapitalisierung

Der Wert aller Apple-Anteile liegt nach dieser Kursrally bei 550 Milliarden Dollar, mehr als eine halbe Billion. Damit ist der Tech-Gigant größer als die Rivalen Microsoft und Google zusammengenommen, die jeweils rund 260 Milliarden und 200 Milliarden Dollar wert sind.

Langfristige Entwicklung

Seit 2007 hat sich der Kurs der Apple-Aktie mehr als verfünffacht. Der S&P-500-Index, in dem auch Apple gelistet ist, hat im selben Zeitraum leicht verloren.

Unschlagbare Gewinne

Die 500 Unternehmen im S&P-Index haben auf Jahressicht ihre Gewinne um 6,6 Prozent gesteigert. Rechnet man Apple heraus, schaffen die restlichen 499 Unternehmen nur noch ein durchschnittliches Gewinnwachstum von 2,8 Prozent.

Solide Margen

Genauso sticht der Anstieg der Gewinnmargen heraus. Mit Apple konnten sich die S&P-500-Unternehmen im Durchschnitt um 0,05 Prozentpunkte steigern, ohne Apple fielen sie mehr als 0,2 Prozentpunkte zurück.

Generell ist Zabitsky eher ein Pessimist. Von den 15 Unternehmen, die er beobachtet, bewertet er zwölf mit „Verkaufen“. Doch dem Börsen-Star Apple dieses Urteil anzuhängen, ist unerhört. Auch seine Analysten-Kollegen können das Urteil nicht nachvollziehen: „Der Hype um Apple bringt der Aktie zwar einen gewissen Aufpreis“, sagt Markus Friebel, Analyst bei Independent Research. „Doch Tatsache ist auch, dass Apple die Erwartungen der Analysten in fast jedem Quartal übertroffen hat.“ Und damit meint er die Apple-Optimisten unter den Analysten.

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Apple bewegt sich jenseits aller anderen börsengehandelten Unternehmen. Jonathan Golub, US-Aktienstratege bei der UBS, analysierte die Unternehmen des amerikanischen Index S&P 500 jüngst „ex-Apple“, da nur so die Entwicklung der anderen 499 realistisch dargestellt sei. Es ist erstaunlich, wenn ein einziges Unternehmen deutlich den Durchschnitt 500 amerikanischer Konzerne bei Gewinnwachstum, Margen und Aktienkurs verzerrt. Zum Beispiel haben die S&P-500-Unternehmen auf Jahressicht ihre Gewinne insgesamt um 6,6 Prozent gesteigert. Rechnet man Apple heraus, schaffen die restlichen 499 Unternehmen nur noch ein durchschnittliches Gewinnwachstum von 2,8 Prozent.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

21.02.2012, 14:19 Uhr

Apple ist für uns das gleiche, wie für die Gold-Jünger das gelbe Metall. Nur mit einer deutlich besseren Performance !

Niemals verkaufen, sondern buy-and-hold mit 20 % TSL laufen lassen !

audit

21.02.2012, 14:27 Uhr

--@ FlashGordon

wenn er Recht hat,
hat er Recht.

Das ist voll die typische Kostelany Aktie. Jeder der ein AAPL selbst nutzt, wird weiß, dass APPL nicht zu toppen ist.

Christian

21.02.2012, 14:53 Uhr

Herr Zabitsky wird seine Prognose solange wiederholen
bis er irgendwann einmal Recht behält. So einfach ist
das, dann wird er der "immer schon Wissende" sein :-)
Das Prinzip verfolgen Weltuntergangspropheten schon lange.

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