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30.12.2015

09:23 Uhr

Die Aktien des Jahres 2015

530 Prozent Plus – oder 58 Prozent Minus

VonJessica Schwarzer

Das Börsenjahr ist gleich zu Ende. Höchste Zeit also, Bilanz zu ziehen. Mancher Gewinner des Jahres überraschte, einige Verlierer weniger. Besonders Aktionäre einer Branche schauten in die Röhre – mal wieder.

Welche Aktien Börsianern Glück brachten und welche weniger. dpa

Jahresabschluss an der Frankfurter Börse

Welche Aktien Börsianern Glück brachten und welche weniger.

Dass die Aktien von Konzernen, denen mehr oder weniger das Geschäftsmodell wegbricht, nicht besonders gut laufen, ist wenig überraschend. Dass Anleger bei einem bekannten Markenkonzern, der einige Probleme hat, auf die Wende setzen, schon eher. So geschehen im Fall von Adidas.

Der Sportartikelhersteller ist der große Dax-Gewinner 2015. Auf ein Plus von fast 58 Prozent brachte es die Aktie und verweist damit Fresenius und Infineon klar auf die Plätze. Für die Aktionäre des Gesundheitskonzerns und des Technologieunternehmens lief es allerdings in den vergangenen zwölf Monaten ebenfalls blendend. Diese Aktien legten jeweils etwa 53 Prozent zu.

Beim Sportartikelhersteller setzen Anleger 2015 auf die Wende. Der Konzern war auch wegen hausgemachter Probleme im Rennen mit dem größeren Rivalen Nike zurückgefallen. Der Angriff im Heimatmarkt des US-Konkurrenten scheiterte, zugleich wurde Adidas von Wirtschaftskrise und Rubelverfall in seinem drittwichtigsten Markt Russland überrascht. Anleger griffen trotzdem zu und Analysten beurteilen die Adidas-Aktie überwiegend positiv: Immerhin 16 mal wurde die Aktie laut Bloomberg in den vergangenen drei Monaten zum Kauf empfohlen. 20 mal rieten Experten, das Papier zu halten, sechs mal zu verkaufen.

Die besten und schlechtesten deutschen Aktien 2015

Die Sieger im Dax

Der Sportartikelhersteller Adidas ist der große Dax-Gewinner 2015. Auf ein Plus von fast 58 Prozent brachte es die Aktie. Für die Aktionäre des Gesundheitskonzerns Fresenius und des Technologieunternehmens Infineon lief es in den vergangenen zwölf Monaten ebenfalls blendend. Diese Aktien legten jeweils etwa 53 Prozent zu.

Quelle: Bloomberg (Stand: 29. Dezember 2015)

Die Sieger im MDax

Der Spezialist für Außenwerbung Ströer starte dieses Jahr durch. Der MDax-Aufsteiger Ströer legte stolze 130 Prozent. Auf Platz Nummer zwei im Index für mittelgroße Werte schaffte es Rheinmetall mit einem Plus von fast 70 Prozent, gefolgt von Gerresheimer mit 63 Prozent.

Quelle: Bloomberg (Stand: 29. Dezember 2015)

Die Sieger im SDax

Im SDax setzte sich Hypoport mit einem sagenhaften Plus von mehr als 530 Prozent an die Spitze. Platz zwei belegte mit einer Performance von fast 220 Prozent König & Bauer. Die drittplatzierte Patrizia Holding fuhr ein Plus von fast 150 Prozent ein.

Quelle: Bloomberg (Stand: 29. Dezember 2015)

Die Verlierer im Dax

Die Versorgen halten einmal mehr die rote Laterne im Dax. Mehr als 54 Prozent seines Börsenwertes büßte RWE ein, gut 37 Prozent waren es bei Eon. Die Volkswagen-Aktie gab um 27 Prozent nach.

Quelle: Bloomberg (Stand: 29. Dezember 2015)

Die Verlierer im MDax

Leoni enttäuschten mit einem Minus von gut 25 Prozent, dicht gefolgt von Hugo Boss. Elringer-Klinger büßten gut 18 Prozent ein.

Quelle: Bloomberg (Stand: 29. Dezember 2015)

Die Verlierer im SDax

Im SDax kamen Gerry Weber und Biotest unter die Räder. Der Modekonzern verlor mehr als 62 Prozent, der Arzneimittelhersteller halbierte seinen Börsenwert. Hamburger Hafen und Logistik verbuchte ein Minus von etwa 17 Prozent.

Quelle: Bloomberg (Stand: 29. Dezember 2015)

Besonders optimistisch waren zuletzt Markus Riesselmann von Independent Research mit einem Kursziel von 110 Euro und Jörg Philipp Frey von MM Warburg mit einem Kursziel von 103 Euro. Aktuell notiert die Adidas-Aktie bei gut 90 Euro. Gründe für den Optimismus gibt es mehrere. Die starken Nike-Kennziffern signalisierten ein anhaltend starkes Wachstum der Sportartikelindustrie, so Frey. Neben der erwartet guten Geschäftsdynamik könnte Adidas zudem von Preiserhöhungen profitieren und damit den Druck auf die Bruttomarge - resultierend aus den jüngsten Währungsentwicklungen - mindern.

Auch die Deutsche Bank empfiehlt das Papier mit einem Kursziel von 105 Euro. Analyst Adrian Rott gefällt „die Mischung aus kurzfristigem Optimismus und mittelfristigem Realismus bei dem Sportartikelhersteller“. Die Herzogenauracher seien für 2016 gut aufgestellt.

Kommentare (3)

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Herr Theo Heuss

30.12.2015, 11:45 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

30.12.2015, 12:31 Uhr

Mal gewinnt man, mal verlieren die Anderen!

Santé – Champagner für alle!

Lothar dM

30.12.2015, 12:38 Uhr

Deutsche Konzerne verlieren weiter an Boden, genau so wie Konzerne aus anderen EUR-Ländern. Die USA-ansässigen Konzerne haben eine globale Dominanz wie nie zuvor erreicht, allen voran Google, Apple, Amazon etc.

In Europa können vor allem noch Konzerne aus Ländern mithalten, die NICHT Teil des EUR-Raumes sind also insb. Schweiz und UK.

Was sagt uns das? Auf lange Sicht sind schlechte Strukturen und marktfeindliche Politik spürbar.

Das Personal der EU, der EUR-Gremien und auch der jeweiligen Mitglieder ist offensichtlich ihren Aufgaben nicht gewachsen. Ein Herr Schulz z.B. beschwert sich über die katastrophale Performance der EU, ist aber selbst ein wesentlicher Protagonist dieser Szene.

Wenn es nicht so traurig wäre, mit an zu sehen, wie unfähige Politbonzen ohne Ahnung diesen Kontinent immer weiter nach unten ziehen, man müsste sich den ganzen Tag kaputtlachen.

Der jungen Generation kann man nur raten, dort hin zu gehen, wo sie ein besseres Leben mit höherem Wohlstand führen kann. Da kommt Europa aber nur noch punktuell vor, zB Schweiz, Skandinavien oder UK. Ein guter Indikator ist die NICHT-EUR-Mitgliedschaft.

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