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18.01.2005

07:00 Uhr

Die beiden Hersteller halten ihre Preise trotz des schwierigen Umfelds auf dem Automarkt stabil

Analysten setzen auf BMW und Porsche

VonJosef Hofmann (Handelsblatt)

Auf der Detroit Motor Show, die noch bis zum Sonntag Autofans in die amerikanische Autometropole lockt, findet jeder etwas nach seinem Geschmack: Vom sprintstarken Supersportler bei Chrysler über sparsame Hybrid- und Dieselmotoren bis zum Alltagsauto wie einem VW Jetta. So weit gespreizt wie das Angebot ist auch die Meinung der Analysten zu Autoaktien.

HB FRANKFURT. Nur bei zwei Herstellern gibt es einen eindeutig positiven Trend: BMW und Porsche. Für beide Werte überwiegen die positiven Meinungen. Fast zwei Drittel der Experten bewerteten die Papiere von BMW in den vergangenen Monaten als „Kauf“, bei Porsche sind es immerhin noch die Hälfte. Gleichwohl waren auch bei den beiden Favoriten im Sektor zuletzt kritische Stimmen zu hören: Bei BMW dämpft das Dollarrisiko etwas die Euphorie und Porsche könnte von der allgemeinen Nachfrageflaute getroffen werden, befürchten Analysten.

Dass die meisten Autoaktien trotz der Kurskorrekturen in den vergangenen zwölf Monaten vorsichtig eingestuft werden, liegt vor allem an der unsicheren Entwicklung des Gesamtmarktes. So erwartet Maria Bissinger, Autoexpertin der Rating-Agentur Standard & Poor’s, für Europa „nur eine schwache Erholung“. Der Druck auf die europäischen Hersteller werde durch „die anhaltende Stärke des Euros, die hohen Rohstoffpreise und die industrieweiten Überkapazitäten“ zusätzlich erhöht. Auch auf dem weltgrößten Automobilmarkt USA wird die Kurve der neu zugelassenen Autos in diesem Jahr flach verlaufen, glaubt ihr Kollege Scott Sprinzen. Zusätzlich hat sich das Wachstum im bisherigen Boommarkt China zuletzt deutlich verlangsamt.

Die Nachfrageschwäche auf den wichtigsten Märkten wird das Problem der Überkapazitäten und des daraus resultierenden margenschädigenden Preiskampfes weiter verschärfen, erwarten viele Beobachter. BMW und Porsche punkten bei den Analysten neben der attraktiven Modellpalette auch deswegen besonders häufig, weil sie sich mit ihren Premiumprodukten dem Preiskampf noch am besten entziehen können. Zwar können die Rivalen im Premiumsegment, Mercedes und Audi, ihre Preise im Vergleich zu den Massenherstellern ebenfalls relativ stabil halten, doch der steigende Gewinn von Audi wird im Ergebnis des Volkswagen-Konzerns von der Schwäche der Kernmarke VW und durch die Verluste im Nutzfahrzeuggeschäft aufgesogen. Bei der Mercedes Car Group leiden die operativen Ergebnisse 2005 unter hohen Kosten für Modellwechsel und die Optimierung der Qualität sowie unter den anhaltenden Verlusten bei Smart. Die Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs befürchten, dass der Gewinn der Mercedes-Gruppe um 30 Prozent einbrechen könnte.

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