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24.02.2004

07:00 Uhr

Die Norddeutsche Affinerie kämpft mit schwierigen Marktverhältnissen

Der Dividendenkönig zahlt nicht mehr

VonPatrick Mönnighoff

Lange Zeit galt die Norddeutsche Affinerie (NA) als Dividendenkönig im MDax, der seine Aktionäre mit Renditen von teilweise mehr als 6 % verwöhnte. Doch seit geraumer Zeit laufen die Geschäfte des Kupfererzeugers schwach.

DÜSSELDORF. Nachdem mageren Ergebnis für das Geschäftsjahr 2002/03 (30.9.) fiel zum ersten Mal seit dem Börsengang die Dividende aus. Und auch die Zahlen für die ersten vier Monate der laufenden Periode mit einem Verlust von fünf Mill. Euro sehen mehr als dürftig aus.

Für die Aktionäre ist das auf den ersten Blick kaum nachvollziehbar. Denn der Preis für das Buntmetall zieht seit Monaten deutlich an. Und damit – so die einfache Rechnung – sollten auch die Umsätze und schließlich auch der Aktienkurs der „Affi“ steigen. Doch bislang bleibt die erhoffte Rally aus.

Gründe dafür sind durchaus vorhanden. Zum einen ist die Affinerie als Kupfererzeuger tätig, wobei zur Herstellung neben Erzkonzentraten aus Mienen auch Altkupfer aus Schrott, oder Schlacken verwendet wird. Zum anderen ist der Konzern einer der größten Kupferverarbeiter Europas.

„Für beide Bereiche waren die Marktbedingungen in den letzten Monaten extrem schwierig“, sagt Karin Meibeyer von der NordLB. So ist auf der einen Seite die Nachfrage nach Kupfer-Produkten der NA eingebrochen. Auf der anderen Seite ist zwar der Kupferpreis gestiegen – aber nur auf Dollarbasis. Wegen der anhaltenden Schwäche des Greenbacks stagniert er in Euro gerechnet auf niedrigem Niveau. Zudem haben die Minen in Zeiten fallender Preise ihre Ausstoßmenge verringert. Was der Markt noch hergab, wurde oftmals von den asiatischen Konzernen, die vor allem dank billigerer Energie- und Produktionskosten, höhere Preise zahlen konnten, aufgekauft. Genügend Rohmaterial zu bekommen, wurde damit für die Affinerie zu einem Problem.

Doch nun glauben viele Analysten, dass der Konzern in diesem Jahr den Turnaround schaffen wird. Entscheidend dafür sei, dass der Kupferpreis nunmehr stark genug gestiegen ist, dass das Angebot von Rohmaterial wieder ausreichend sei, sagt Thorsten Zimmermann von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Außerdem habe das Management im vergangenen Jahr die Schwachstellen des Konzerns ausgebessert. Er empfiehlt daher die Aktie zum Kauf, nachdem das Papier von ihm zuvor mit „reduzieren“ eingestuft wurde.

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