Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.10.2015

19:19 Uhr

Dieselgate

Warum die VW-Aktien verrückt spielen

VonRobert Landgraf, Jens Hagen

Dieselgate kostet den VW-Konzern so richtig viel Geld. Jetzt werden Zulieferer zur Kasse gebeten – doch nicht nur die. Die Angst vor einer Kapitalerhöhung macht auch Aktionäre nervös. Wie sich das auswirkt.

Der Wert der Marke Deutschland leidet.

VW Abgasskandal

Der Wert der Marke Deutschland leidet.

FrankfurtDieselgate zwingt den Volkswagen-Konzern zu harten Sparmaßnahmen. Die Milliardenkosten für den Abgasskandal um rund elf Millionen Dieselfahrzeuge, in die eine Software zur Manipulation von Abgasmessungen eingebaut wurde, will der Autohersteller unter anderem durch Einschnitte bei Zulieferern und Mitarbeitern wieder hereinholen. Doch glaubt man am Markt kursierenden Gerüchten, werden womöglich auch die Anleger stärker bluten müssen - nicht nur über Dividendenkürzungen, sondern auch durch eine Kapitalerhöhung.

Zwar hat Volkswagen bereits 6,5 Milliarden zurückgestellt, um die Kosten des Skandals abzudecken. Doch Finanzexperten gehen davon aus, dass das Geld bei weitem nicht reicht. „Die Wahrscheinlichkeit einer Kapitalerhöhung liegt bei über 50 Prozent“, sagte Autoanalyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Steuervorteile nichtig

Kfz-Steuer: Muss VW Millionen ans Finanzamt zahlen?

Steuervorteile nichtig: Kfz-Steuer: Muss VW Millionen ans Finanzamt zahlen?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die Folgen dieser Spekulationen sind bereits am Aktienmarkt sichtbar: Die für eine Kapitalerhöhung geeigneteren Vorzugsaktien werden derzeit mit einem großen Abschlag zu den weniger liquiden Stammaktien gehandelt. Mit anderen Worten: Die Anleger befürchten, durch eine Erhöhung des Kapitals der Vorzugsaktien verwässert zu werden.

Die Sorge scheint groß: Am Montagnachmittag wurden die Stammaktien mit einem Aufschlag von immerhin gut 27 Euro gegenüber der stimmrechtslosen Variante gehandelt. Das hat es seit dem Jahr 2009 nicht mehr gegeben, dass die Vorzüge, deren Bewertung auch in den Deutschen Aktienindex (Dax) einfließt, den Stimmrechtstiteln so weit hinterherlaufen. Vor der Affäre war es genau umgekehrt.

Volkswagen und Dieselgate: Der Coup, der VW Milliarden bringt

Volkswagen und Dieselgate

Der Coup, der VW Milliarden bringt

Endlich mal wieder eine gute Nachricht für VW: In einem Monat winken dem Konzern stolze 3,7 Milliarden Euro. Nicht in Cash, aber immerhin an Eigenkapital. Welcher Trick dahintersteckt.

Anders als die Stämme, die sich zu fast 90 Prozent in festen Händen der Porsche-Piëch-Familie, beim Land Niedersachsen und beim Staatsfonds von Katar befinden, bieten die Vorzüge kein Stimmrecht. Sie sind in der Regel aber mit einer höheren Dividende ausgestattet. Sie bieten sich im Fall einer Kapitalerhöhung vor allem deshalb an, weil sie eine größeren Liquidität aufweisen, sprich mehr gehandelt werden.

Kommentare (12)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

13.10.2015, 09:34 Uhr

Guten Morgen alle zusammen,

Warum ist eigentlich die Kommentarfunktion bei dem Artikel über die PEGIDA Kundgebung nicht freigeschaltet????
Echt witzig ist schon, dass darüber berichtet wurde, dass ein Journalist gestoßen worden sei???? WIE BITTE??
Was passiert denn sonst auf den Kudngebungen am 1. Mai.....?? Dort wird nicht gestoßen, dort fliegen Steine???

Es ist doch wirklich lächerlich, wie wir hier von den Medien auf den Arm genommen werden und von den Politikern ganz zu schweigen....

Ein bekanntes Zitat "Deutschland schafft sich ab!!"
Danke.

Herr stefan kinlel

13.10.2015, 09:34 Uhr

Die große Frage ist, ob nun alles heraus ist oder unter der Decke noch weitere Themen schlummern, vielleicht sogar brisantere.
Da VW alles andere als progressiv mit Dieselgate umging, ist letzteres alles andere als auszuschliessen. Außerdem sollen ja nur ein paar wenige MA die Alleinschuld tragen, wers glaubt.....
Ihr schöner VW als Zockerwert, wer hätte das gedacht, Hr. Piech.

Herr Herbert Maier

13.10.2015, 09:50 Uhr

Was VW hier tut, ist sehr gefährlich: Das Kostendrücken bei Zulieferern und Personal bedeutet zwangsläufig Qualitätsverlust. Die Autos werden aber nicht billiger, sondern VW will die Gewinnspanne erhöhen und will damit den Schaden für das eigene Fehlverhalten von den Kunden bezahlen lassen. Unter den Bedingungen werden viele potentiele VW Kunden abspringen (ich auch). Das wird eine Todesspirale. Viel gescheiter wäre es, die Qualität beizubehalten, und die Eigentümer = Aktionäre durch Kapitalerhöhung für die Managemementfehler aufkommen zu lassen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×