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22.01.2013

14:30 Uhr

Dividenden

Aktionäre müssen sich mit weniger begnügen

Aktionäre müssen mit Dividendenkürzungen bei den Unternehmen im Euro-Raum rechnen. Vor allem Telekommunikationsanbieter und Versorger geizen. Anstatt auszuschütten, horten Vorstände in der Krise lieber Barmittel.

Europas Telekommunikationsunternehmen haben die Dividenden bereits merklich gesenkt. dpa

Europas Telekommunikationsunternehmen haben die Dividenden bereits merklich gesenkt.

FrankfurtIn diesem Jahr werden die Ausschüttungen der Unternehmen im Euro Stoxx 50 Index um 3,3 Prozent auf durchschnittlich 115,48 Euro je Aktie fallen. Das zeigt eine Bloomberg-Auswertung der Schätzungen von mehr als 500 Analysten. Damit geht die Dividendenrendite auf 4,3 Prozent zurück – während die liquiden Mittel auf den höchsten Stand seit 2008 geklettert sind.

Europäische Telekommunikationsanbieter werden 2013 laut Bloomberg-Schätzungen nur noch 6,6 Prozent ihres Aktienkurses an die Aktionäre zurückgeben, nach 8,5 Prozent 2011. Die niederländische KPN verzeichnete ihren stärksten Kursverlust seit elf Jahren, nachdem sie meldete, 2012 keine Schlussdividende zu zahlen und die Ausschüttung für dieses Jahr auf drei Euro-Cent je Aktie zu senken.

Auch Versorger wie die italienische Enel senken ihre Dividenden. Die Firmen im Stoxx Europe 600 Utilities Index werden laut Prognosen 2013 eine durchschnittliche Rendite von 6,3 Prozent bieten, nach 6,7 Prozent im letzten Jahr und 7,8 Prozent 2011.

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Bereits jetzt seien Telekommunikationsunternehmen und Versorger, die sonst nachhaltige Dividendenrenditen geboten hätten, an der Börse massiv zurückgeblieben, sagt Robert Quinn von Standard & Poor's Capital IQ in London.

“Auch Dividenden von Banken, eine sprudelnde Quelle vor der Finanzkrise, sind fast völlig verschwunden”, so der Aktienstratege. Die Telekommunikationsunternehmen verzeichneten 2012 unter den 19 Branchen im Stoxx Europe 600 Index die schlechteste Entwicklung mit einem Minus von elf Prozent, zeigen Daten von Bloomberg.

Dax-Prognose: Wo steht der Leitindex Ende 2013?

Umfrage

Knapp 30 Prozent hat der Dax 2012 zugelegt. Weil Deutschlands Topkonzerne bestens aufgestellt sind, hält der Aufwärtstrend in diesem Jahr an, sagen Experten.

Quelle: Handelsblatt, Stand: 30.12.2012

Der Träumer

Nomura: 8.890 Punkte

Die Super-Optimisten

8500 Punkte erwarten Baader Bank, Commerzbank, Haspa und LBBW

Die Optimisten

Bank of America Merrill Lynch und Warburg: 8400 Punkte
BHF-Bank und Hauck & Aufhäuser: 8300 Punkte

Die Zuversichtlichen

Santander Bank: 8250 Punkte
Helaba, HSBC Trinkaus, Landesbank Berlin, Natixis, WGZ-Bank: 8200 Punkte

Die Durchschnittlichen

VP Bank: 8100 Punkte
BNP Paribas: 8084 Punkte

Der Durchschnitt

Der Schnitt aller befragten Experten liegt bei 8029 Punkten

Die 8.000er

8000 Punkte erwarten bis Ende 2013 Bankhaus Lampe, Bayerische Landesbank, Dekabank, Deutsche Bank und Unicredit

Die Vorsichtigen

7800 Punkte sehen Bank Julius Bär, Berenberg Bank, DZ Bank, NordLB und UBS
JP Morgan: 7785 Punkte
Postbank: 7750 Punkte

Die Negativen

Fürst Fugger Privatbank: 7600 Punkte
Bank Sarasin: 7500 Punkte

Die Pessimisten

National Bank: 7300 Punkte
Sociètè Gènèrale: 7250 Punkte

Der Super-Pessimist

Bankhaus Ellwanger & Geiger: 6900 Punkte

Bisher sei es in Europa die überschüssige Liquidität gewesen, die Investoren anlockte, sagt John Bilton, Investmentstratege für Europa bei Merrill Lynch in London. Die Bestände an liquiden Mitteln bei den Unternehmen im Euro Stoxx 50 sind 2012 laut Bloomberg-Daten um 9,3 Prozent auf durchschnittlich 1834,44 Euro je Aktie angestiegen. Doch können es sich Unternehmen vielleicht schon bald nicht mehr leisten, viel davon auszuschütten.

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