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19.10.2012

10:08 Uhr

Dividenden-Aristokraten

Die Könige unter den Aktien

VonJörg Hackhausen

Mit Aktien Geld verdienen? Nichts leichter als das. Wer auf die richtigen Kandidaten setzt, dem kann fast egal sein, was an der Börse los ist. Die Könige unter den Aktien - und was sie gerade jetzt so attraktiv macht.

Dividenden-Aristokraten sind Unternehmen, die die Dividende Jahr für Jahr erhöhen. Reuters

Dividenden-Aristokraten sind Unternehmen, die die Dividende Jahr für Jahr erhöhen.

DüsseldorfAdel verpflichtet. Auch an der Börse. Nur dass man hier nicht durch Geburt zum Edelmann wird, sondern indem man sich als spendabel gegenüber den Anlegern erweist. Die Rede ist von den sogenannten „Dividendenaristokraten“. So bezeichnen Börsianer Unternehmen, die über Jahre hinweg verlässlich ihre Dividenden zahlen oder sogar stetig erhöhen.

Diese Dividendenaristokraten sind für Anleger wertvoller denn je. Je unsicherer die wirtschaftliche Lage – und damit die Aussicht auf Kursgewinne – desto wichtiger werden stabile Erträge. Die Ausschüttungsquoten vieler Unternehmen liegen aktuell höher, als das, was sich mit festverzinslichen Papieren erzielen lässt – eine historisch sehr seltene Konstellation.

Die Dividenden-Aristokraten in Deutschland

Fuchs Petrolub

Branche: Chemie
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 22,6 Prozent
Dividendenrendite 2013: 2,4 Prozent

Fresenius SE

Branche: Gesundheit
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 11 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1 Prozent

Fresenius Medical

Branche: Gesundheit
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 9,3 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,3 Prozent

Fielmann

Branche: Einzelhandel
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 16,7 Prozent
Dividendenrendite 2013: 3,5 Prozent

Baywa

Branche: Agrar
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 10,6 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,6 Prozent

SAP

Branche: IT
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 22,5 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,6 Prozent

Münchener Rück

Branche: Versicherung
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 18,1 Prozent
Dividendenrendite 2013: 6,5 Prozent

Linde

Branche: Chemie
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 8,8 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,8 Prozent

Henkel

Branche: Basiskonsum
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 8,2 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,2 Prozent

Gerry Weber

Branche: Mode
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 7
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 15,6 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,9 Prozent

BASF

Branche: Chemie
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 7
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 14,4 Prozent
Dividendenrendite 2013: 3,5 Prozent

Quelle: DZ Bank

„Die Dividendenrenditen sind zum ersten Mal seit Generationen höher als die Renditen von Staatsanleihen. Das ist ziemlich aufregend”, schreibt Richard Turnill, der Global Equity Fonds von Blackrock verwaltet, in einer Analyse.

Die Notenbanken haben die Zinsen auf ein so niedriges Niveau gedrückt, dass sich mit Zinspapieren kaum noch etwas verdienen lässt. Die Unternehmen fahren hingegen weiterhin Gewinne ein und schütten davon einen guten Teil aus. Zum Vergleich: Die erwartete Dividendenrendite für Dax-Aktien liegt bei 3,7 Prozent. Für zehnjährige deutsche Bundesanleihen gibt es nur 1,5 Prozent - das gleicht nicht mal die Inflation aus.

Findige Investoren haben darauf reagiert. Manche, die vorher etwa auf Anleihen gesetzt haben, investieren nun in Dividendentitel. Auf die Höhe der Dividende kommt es dabei nicht allein an, so viel steht fest. Ein Unternehmen muss beweisen, dass es über lange Zeit verlässlich zahlt, statt einmal mit einer hohen Dividende aufzufallen – nur dann darf es sich zu den Dividendenaristokraten zählen.

„Wir sind nicht fokussiert auf die höchsten Dividenden. Wir schauen nach Qualitätsunternehmen, die bewiesen haben, dass sie ihre Dividenden beibehalten oder steigern können“, erklärt Turnill von Blackrock. Für den Fondsmanager spielen die Dividendenaristokraten in einer ganz anderen Liga als „normale“ Aktien. Sie lieferten nicht nur langfristig verlässliche Erträge, sondern seien weniger anfällig für Schwankungen. „Aus diesem Grund sind wir davon überzeugt, dass sie als eigene Anlageklasse behandelt werden sollten. Im Idealfall sollten globale Dividendenaktien ein Kernbestandteil eines jeden Portfolios sein.“

Kommentare (13)

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PPP

19.10.2012, 11:07 Uhr

Warum sind denn bei den europäischen Werten die Aktien der Munich Re und der Allianz nicht aufgeführt? Dividendenrendite in den vergangenen Jahren >5%!!!

goeasyway

19.10.2012, 11:17 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

chessler

19.10.2012, 11:28 Uhr

Wenn die Medien bereits über Aktienkauf sprechen, dann kann der einfacher Anleger davon Ausgehen dass er schon 6 Monate zu spät ist. Wenn demnächst noch Welt und Bild von Aktien sprechen, dann ist der Markt heiß gelaufen und ein Einstieg lohnt sich erst recht nicht mehr.

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