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18.01.2013

07:59 Uhr

Dreamliner-Panne

Boeing-Aktie fängt sich wieder

Der Dreamliner droht für Boeing zum Desaster zu werden. Wegen gravierender Probleme mit der Elektrik darf der Flieger nicht mehr starten. An der Börse geriet der US-Konzern zeitweise unter Druck. Mancher nutzte das als Chance.

Dreamliner der Fluggesellschaft All Nippon Airways nach einer Notlandung am Flughafen Takamatsu in Japan. Reuters

Dreamliner der Fluggesellschaft All Nippon Airways nach einer Notlandung am Flughafen Takamatsu in Japan.

Boeing hat ein Problem. Nicht nur der Dreamliner bleibt am Boden, auch für die Aktie ging es zunächst nach unten. Der Kurs des Flugzeugbauers fiel gestern um mehr als drei Prozent, am Donnerstag ging es nach Börsenstart in New York erneut um mehr als ein Prozent abwärts. Im späten Handel erholte sich jedoch die Aktie jedoch und schloss 1,2 Prozent im Plus bei 75,26 Dollar.
Am Mittwoch hatte die US-Luftfahrtbehörde FAA angeordnet, die Dreamliner von Boeing in den USA vorübergehend aus dem Verkehr zu ziehen. Am Donnerstag schlossen sich Europa, Indien und Japan dieser Anweisung an. Damit sind fast alle der bislang 50 ausgelieferten Dreamliner stillgelegt.

Pannenserie des Boeing Dreamliner

Produktionsprobleme

Vor allem die anspruchsvolle Konstruktion der 787, die aus vielen Karbonteilen besteht, hatte zu langen Verzögerungen bis zur ersten Auslieferung geführt. Ein Jungfernflug war ursprünglich für August 2007 vorgesehen, er fand schließlich am 15. Dezember 2009 statt.

Ermahnungen wegen Triebwerken

Im September 2012 hatte die amerikanische Transportsicherheitsbehörde vor Problemen mit bestimmten Dreamliner-Triebwerken des Lieferanten General Electric (GE) gewarnt. Die Flugaufsichtsbehörde wurde zu Kontrollen ermahnt. Der Konzern änderte die Beschichtung von Triebwerkteilen, um dem Problem Herr zu werden.

Explosion eines Triebwerks

Noch vor der Inbetriebnahme einer neuen Boeing 787 hatte im Juli 2012 ein Triebwerk einer für Air India vorgesehenen Maschine bei einem Rolltest in den USA Probleme bereitet. Ein Bauteil brach und führte zu einer Explosion des Antriebsaggregats.

Bauchschmerzen bei Air India

In den ersten Monaten nach der Inbetriebnahme von drei Dreamlinern für Air India im Jahr 2012 gab es immer wieder Probleme – etwa mit dem Kühlungssystem der Maschinen. Indische Medien berichteten, dass eigentlich immer ein Flugzeug aus dem Trio wegen Problemen am Boden bleiben musste.

Probleme mit der Elektronik

Im Dezember 2012 war eine 787 von United Airlines zu einer Notlandung gezwungen, nachdem einer von sechs Stromgeneratoren an Bord den Dienst versagte, eine zweite Maschine hatte ähnliche Probleme.

Explodierte Batterie

Anfang Januar 2013 löste eine Explosion an Bord eines Boeing Dreamliner einen Brand an Bord einer Japan-Airlines-Maschine am Flughafen von Boston aus. Die Probleme erweisen sich als folgenschwer: Mehrere Wochen werden sämtliche 787 weltweit von den Aufsichtsbehörden am Boden gehalten.

Treibstoffleck

Ebenfalls ein Japan-Airlines-Jet war im Januar 2013 von einem Treibstoffverlust betroffen, der zu einem Abbruch eines Starts – ebenfalls in Boston – führte. Bereits im Dezember hatten alle Boeing-Flugzeuge des Typs 787 am Boden bleiben müssen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte eine Überprüfung der Maschinen angeordnet, nachdem bei zwei der Flugzeuge Treibstoff ausgelaufen war.

Bremsprobleme

Wegen Problemen mit den Bremsen einer Maschine strich die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) einen Inlandsflug nach Tokio. Als Grund nannte eine ANA-Sprecherin eine Störung des Computers, der das Bremssystem steuert. Der Computer sollte ausgetauscht werden.

Notlandung

Nach einem im Cockpit angezeigten Batteriedefekt und einem ungewöhnlichen Geruch an Bord, macht ein ANA-Dreamliner in Japan Mitte Januar 2013 einen Notlandung. Zunächst wird die gesamte Flotte von 17 Maschinen des Typs außer Dienst genommen – der Konkurrent Japan Airlines folgt dem Beispiel.

Peilsender fängt Feuer

Im Juli 2013 fängt ein Notfall-Peilsender einer abgestellten Boeing 787 auf einem Londoner Flughafen Feuer – auch hier soll ein Akku Grund für den Brand gewesen sein.

Toilette defekt

Wegen einer Störung in der Toilettenanlage ist ein Boeing 787 Dreamliner der Japan Airlines (JAL) umgekehrt, nachdem er bereits fünf Stunden auf dem Weg von Moskau nach Tokio unterwegs war. An Bord seien 141 Passagiere gewesen, sagte ein JAL-Sprecher. Als Ursache werde ein technischer Defekt vermutet.

Seit Tagen sorgt eine Pannenserie für Diskussionen darüber, wie es um die Sicherheit von Boeings neuem Flieger bestellt ist. Am Mittwoch musste eine Maschine wegen Rauchentwicklung in der Kabine in Takamatsu notlanden. Das Transportministerium beschrieb den jüngsten Vorfall als „höchst ernsthaft“. Damit bezeichnen Sicherheitsbehörden eine Situation, die zu einem Unfall hätte führen können. Zuvor war es bereits zu einer Reihe von Zwischenfällen gekommen. In den vergangenen Tagen war der Airbus-Rivale mit zwei Treibstofflecks, einem Batteriefeuer, einem Kabelproblem, einer Bremsstörung sowie einem zersprungenen Cockpit-Fenster in den Schlagzeilen geraten.

Der Grund sind Probleme mit der Elektrik an Bord. Boeing verwendet Lithium-Ionen-Batterien, die so noch nie in einem Flugzeug verbaut worden sind. Diese Batterien, die im Kleinen auch in Smartphones und vielen anderen elektronischen Geräten zum Einsatz kommen, haben den Nachteil, dass sie extrem heiß werden können. So heiß, dass Feuergefahr besteht. Genau das scheint das Problem zu sein.
Damit droht der Dreamliner, der eigentlich Hoffnungsträger für Boeing sein sollte, zum Desaster für das Unternehmen zu werden. Die Ratingagentur Moody‘s teilte bereits mit, die Vorfälle seien negativ für die Kreditwürdigkeit, würden aber noch keine Herabstufung auslösen.

Die Analysten von Goldman Sachs warfen die Aktie von ihrer „Conviction Buy List“ und senkten da Kursziel von 98 Dollar auf 90 Dollar.

Kommentare (4)

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lippy

17.01.2013, 16:23 Uhr

Hach, die Maschinen könnte man doch schön in BER parken ;o)

Sozusagen als Mahnmal!

dig@central.banktunnel.eu

17.01.2013, 20:13 Uhr

MIT WINDOWS WÄR DAS NICHT PASSIERT.

Das graviuerende Problem in der Elektrik ist ein orgend so ein opensource gefrickel wie ein FreeBSE oder Linux (deutlich zu erkennen im nachrichtenvideo wenn auf den Displays in den Rückenlehnen der Sitze eine Sys-5-Init gebootet wird).

trollfeed@baehring.at

17.01.2013, 20:18 Uhr

Die Nachricht hinter der Nachricht ...

"Trying to break the new Boeing 787 Dreamliner in-flight entertainment system"

http://www.youtube.com/watch?v=BO57mnBgEkc

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