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08.07.2011

10:12 Uhr

Drohende Kapitalerhöhung

Neuer Tiefschlag für RWE-Aktionäre

Nach einer kurzen Atempause fällt die RWE-Aktie zurück ins Jammertal. Einem Zeitungsbericht zufolge erwägt der Stromkonzern eine Kapitalerhöhung, um sein Rating zu sichern. Die Anleger wenden sich ab.

RWE-Chef Großmann muss die Finanzkraft des Unternehmens stärken. Quelle: dapd

RWE-Chef Großmann muss die Finanzkraft des Unternehmens stärken.

Die RWE-Aktie kommt nicht zur Ruhe. Die kurze Erholung, die die Aktie Ende Juni auf mehr als 39 Euro getrieben hatte, ist gestoppt. Heute verliert das Papier des zweitgrößten deutschen Stromversorgers erneut vier Prozent auf 37 Euro und ist damit mit Abstand größter Verlierer im Dax. Im Sog geben auch Eon-Aktien gut ein Prozent auf 19,55 Euro nach.

Auslöser für den abermaligen Kursrutsch sind Spekulationen, RWE erwäge eine Kapitalerhöhung. Die "Financial Times Deutschland" (FTD) schreibt, der Konzern suche nach Möglichkeiten, seine Bilanz zu verbessern. Die bisherigen Konsolidierungspläne reichten vermutlich nicht aus, um die Ratingagenturen von der finanziellen Stärke des Versorgers zu überzeugen, habe Vorstandschef Jürgen Großmann auf einer Sitzung des
Konzernbeirats gesagt. Anfang August solle sich der Aufsichtsrat mit einer Kapitalerhöhung beschäftigen. Ziel sei es, das Kreditrating zu sichern.

Die Ratingagentur Standard & Poor's bewertet den Versorger aktuell mit der Bonitätsnote "A", hat den Ratingausblick allerdings vor einiger Zeit auf "negativ" gesenkt. Das heißt, dass RWE ebenso wie dem Konkurrenten Eon eine Herabstufung droht. Sollte es hierzu kommen, müsste RWE für neue Kredite und Anleihen künftig höhere Zinsen zahlen. Laut "FTD" würde dies zu Mehrbelastungen von mehreren hundert Millionen Euro führen.

RWE lehnte einen Kommentar zu den Spekulationen ab. In Finanzkreisen gilt eine Kapitalerhöhung allerdings als sehr wahrscheinlich. Die Analsten von HSBC schrieben bereits am Mittwoch in einer Studie, dass RWE neben einer Portfoliobereinigung eine Kapitalerhöhung von rund drei Milliarden Euro benötige, um "mittelfristig auf finanziell soliden Füßen zu stehen". Ihr Kursziel für die Aktie senkten sie zunächst auf 37 Euro. Sollte es zu einer Kapitalerhöhung im erwarteten Umfang kommen, sinke dieses weiter auf 35 Euro. Die Anlageempfehlung lautet entsprechend "underweight".

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