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13.06.2013

14:41 Uhr

Dublin schlägt fast alles

Das geheimnisvolle irische Börsenwunder

Der irische Aktienmarkt lässt die Börsen in Italien, Griechenland oder Italien weit hinter sich. Einige Titel aus dem ehemaligen Krisenland legten seit der Krise um fast 900 Prozent zu. Was hinter der Megahausse steckt.

Irische Ein-Euro-Münze: Wer zum Tiefpunkt einstieg, machte mit irischen Aktien einen guten Schnitt. dpa

Irische Ein-Euro-Münze: Wer zum Tiefpunkt einstieg, machte mit irischen Aktien einen guten Schnitt.

Aus Sicht der Anleger zeichnet sich bei den europäischen Schuldenstaaten ein Sieger ab. Irlands Aktienmarkt klettert dreimal schneller als die Börsenkurse in Spanien, Italien, Griechenland und Portugal. Darin spiegelt sich die Erwartung wider, dass die Irland als erstes der genannten Länder das Kapitel Rettungspaket von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds hinter sich lassen wird.

Der irische ISEQ-Index hat sich seit einem 13-Jahre-Tief im März 2009 mehr als verdoppelt. Die Gewinnchancen waren Märchenhaft, die größten Kursgewinne schaffte etwa Smurfit Kappa mit einem Plus von 889 Prozent. Für die Unternehmen im Benchmark-Index werden die höchsten Gewinne seit 2008 prognostiziert.

Weltbörsen 2013: Die Gewinner und Verlierer

Nikkei

+ 27,8 Prozent seit Jahresanfang

Quelle: Reuters, Stand: 13.06.2103

Dow Jones

+ 14,5 Prozent

S&P 500

+ 13,0 Prozent

MSCI World

+ 9,8 Prozent

SMI (Schweiz)

+ 9,1 Prozent

Dax

+ 7 Prozent

FTSE 100

+ 6,8 Prozent

Euro Stoxx 50

+1,1 Prozent

MIB (Italien)

- 1,5 Prozent

BSE Sensex (Indien)

- 2,0 Prozent

SSE (China)

- 2,6 Prozent

Hang Seng (Hongkong)

- 5,8 Prozent

RTS (Russland)

-16,9 Prozent

Bovespa (Brasilien)

- 19,5 Prozent

Zum Vergleich: der italienische FTSE MIB Index legte in dem Zeitraum 29 Prozent zu, der spanische IBEX 35 stieg um 19 Prozent und für Portugals PSI 20 ging es 2,1 Prozent nach oben. Die griechischen Aktien verloren 39 Prozent.

Andy Lynch von Schroder in Dublin geht davon aus, dass sich die Entwicklung der irischen Aktien noch weiter von den Börsen in den schwächsten Volkswirtschaften in der Euro-Peripherie absetzen wird, da Irland Schritte unternehme, um sein Haushaltsdefizit zu verringern.

Der ISEQ hat erst ein Viertel der Verluste von 80 Prozent, die im Februar 2007 begannen, wettgemacht. Damals stand ein Zusammenbruch des irischen Bankensystems kurz bevor. In diesem Jahr ist der ISEQ um 15 Prozent gestiegen auf 3907 Zähler.

“Wir müssen Irland zugutehalten, dass sich die Regierung tatsächlich an das Reformprogramm gehalten hat und ein Ausmaß an schmerzhaften sozialen Anpassungen vorgenommen hat, dem nur wenige Länder in Europa nahe gekommen sind”, sagte Portfoliomanager Lynch. “Es gibt einen großen Stimmungsumschwung. 2012 war wahrscheinlich das Jahr, in dem Irland die Kehrtwende geschafft hat.”

Kommentare (9)

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Briefkasten-Oekonomie

14.06.2013, 23:30 Uhr

Bisher 85 Mrd. "Eurorettung" für die Briefkastenökonomie von US-Steuernomaden

70% der Direktinvestitionen in Irland stammen von US-Unternehmen wie Pfizer, Microsoft oder Apple.
Irlands Geschäft besteht darin, durch Lizenzakrobatik+Scheinaktivitäten Gewinne von realen Konzern- und Leistungsorten wegzuverlagern:
Hin zu Steueroasen wie den Caymans (Facebook) oder den Bermudas (Google).
Irland dient dabei als "Zwischenlager" solcher Gewinne, da eine Verlagerung auf direktem Weg regulatorisch unterbunden ist.
Die Konstruktion ist als "Double Irish" bekannt. Fährt das Geld einen weiteren Umweg über die Niederlande, spricht man von einem "Dutch Sandwich".
Der jährl.Schaden für den US-Fiskus übersteigt 60 Mrd USD. Google dagegen erfreut sich an Steuerquoten um 2,4%. Das Modell ist so legal, wie es eine gekaufte Gesetzgebung nur sein kann.
Irlands Steuerschieber lösten einen Ansiedlungsboom mit Immobienblase aus. Diese detonierte in den Bilanzen der "hilfreichen" Banken dort.
In Irland wird nun mit 85 Mrd. EU-Gemeinschaftsgeldern ein parasitärer Steuerschieberbahnhof gerettet.

Alle-Zahlungsziele-verfehlt

14.06.2013, 23:44 Uhr

Irland verfehlt die Mindestzahlungsziele:
Zur "Belohnung" erpresst "Musterschüler" Irland volle 25 Jahre Zahlungsaufschub bei der EZB

Die Europäische Zentralbank duldet eine Streckung der Rückzahlung auf 4 Jahrzehnte. Die erste Rate (!) ist erst 2038 (!) fällig.
Anderthalb Jahre hat Irland mit der EZB und den Regierungen der anderen Eurostaaten um eine Einigung gefeilscht.
Am Ende bekam die Pleiterepublik Entlastung von ihren Bankenaltlasten...
Irland erhält nun nach Angaben der Regierung in Dublin bis zum Jahr 2053 Zeit, um Verbindlichkeiten aus einem EZB-Bankenrettungspaket von rund 30 Mrd. Euro zurückzuzahlen - fast viermal solange wie bisher vorgesehen.
Die ersten Tilgungszahlungen werden erst 2038 fällig. Bisher sollte die nächste Rate von 3,1 Mrd.d. Euro schon Ende März überwiesen werden." (FAZ 07.02.2013)

Irlands Staatsschulden ver4fachten sich, als die Regierung Bilanzprobleme der Banken auf die Bevölkerung abwälzte. "Eurorettung" nennt man das nachfolgende Auffüllen der geplünderten Staatskasse mit EU-Geldern.
Der "Musterschülerstatus" ist eine Fiktion, um entmündigte EU-Zahler bei Laune zu halten.

Potemkinsche-Doerfer

14.06.2013, 23:49 Uhr

Der "Erholungsmythos Irland" diente einzig dazu, entmündigte EU-Zahler bei Laune zu halten

Zur Erinnerung:
Irlands Staatsverschuldung beruht nicht auf sozialstaatlichen Wohltaten. Die Staatsverschuldung dort vervierfachte (!) sich, als die Regierung dort dem eigenen Volk Spielschulden des Finanzsektors aufzwang.

Der Raubzug wurde als "Verstaatlichung" verbrämt + sprengte die Staatskasse. In einem 2ten Schritt wurden die irisch-nationalisierten Spielschulden "europäisiert".

Unter dem Vorwand einer "Eurorettung" wurden die Schieflagen des Bankensektors so auf die Bürger Europas abgewälzt.
85 Mrd.Eurorettung wanderten daraufhin nach Irland. In ein Land, dessen Bevölkerung zahlenmäßig gerade einmal einem Viertel (!) des dt.Bundeslandes NRW entspricht.

Um die Bürger der Zahlstaaten bei Laune zu halten, wird eine irische Erholungs-Fata-Morgana beschworen.
Bestenfalls ist dies die Fortführung des parasitären Steuerverschiebebahnhofs dort ( s.Double Irish ) - eine Briefkastenökonomie. Steuergeld rettet Steuergaukler

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