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14.04.2014

15:40 Uhr

Duft- und Aromenhersteller

Milliardenschwere Übernahme stößt Symrise-Anlegern auf

Der Duft- und Aromenhersteller Symrise hat den französischen Rivalen Diana übernommen, womit er auf große Skepsis an der Börse stößt. Doch trotz des sehr teuren Kaufs können Experten der Summe Positives abgewinnen.

Die Symrise AG im Werk in Holzminden. Das Unternehmen ist ein weltweiter Anbieter von Duft- und Geschmacksstoffen. dpa

Die Symrise AG im Werk in Holzminden. Das Unternehmen ist ein weltweiter Anbieter von Duft- und Geschmacksstoffen.

DüsseldorfDer Duft- und Aromenhersteller Symrise ist mit seiner geplanten milliardenschweren Übernahme des französischen Rivalen Diana bei Börsianern auf Skepsis gestoßen. Die Papiere zählten am Montag mit einem Abschlag von rund drei Prozent zu den schwächsten Werten im MDax. Das Angebot sei absehbar gewesen und der Preis recht hoch, sagte ein Händler. Doch Experten können dem Zukauf trotz der Kaufsumme Positives abgewinnen. Obwohl sie „nicht gerade billig“ sei, mache die Akquisition „strategisch Sinn“, erklärte Berenberg-Analystin Evgenia Molotova. Ähnlich sieht das DZ-Bank-Analyst Thomas Maul. Diana habe eine starke Markstellung, wachse überdurchschnittlich und verspreche gute Margen. Deshalb sei die im Vergleich zur Konkurrenz etwas höhere Bewertung gerechtfertigt.

Symrise hatte das Vorhaben am Wochenende angekündigt. Für die Niedersachsen wäre es die bisher größte Übernahme. Rund 1,3 Milliarden Euro soll sie kosten und die Marktstellung erheblich ausweiten. Bis 2020 erwartet Symrise mit dem Zukauf ein Umsatzplus von jährlich fünf bis sieben Prozent, wie aus einer am Montag veröffentlichten Präsentation hervorgeht. Mit einer operativen Marge von rund 21 Prozent unterstütze Diana zudem das angepeilte Renditeziel von 19 bis 22 Prozent.

Symrise - die Nummer Vier unter den Duft- und Geschmackstoff-Herstellern nach dem Schweizer Branchenprimus Givaudan sowie den Konzernen Firmenich und International Flavors & Fragrances - kommt aktuell auf einen Marktanteil von elf Prozent. Zusammen mit Diana, das 2013 mit etwa 2000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 425 Millionen Euro erzielte, würde sich der Erlös der Niedersachsen Pro-forma auf 2,3 Milliarden Euro erhöhen. Mit Heimtiernahrung käme zudem ein neues Geschäftfeld hinzu. Einen positiven Effekt auf den Gewinn je Aktie erhofft sich Symrise ab 2015. Die Integrationskosten schätzt das Unternehmen auf 15 bis 20 Millionen Euro. Mit dem Abschluss der Transaktion werde im dritten Quartal gerechnet.

Geldanlage: So sparen die Deutschen

Platz 10

Festverzinsliche Wertpapiere: 8 Prozent
Bei den Geldanlagen der Deutschen gibt 2014 laut einer TNS-Umfrage deutliche Unterschiede zum Vorjahr. Mehr als 2000 Bürger über 14 Jahren nahmen an der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts zum Sparverhalten der Deutschen teil.
Quelle: Verband der privaten Bausparkassen

Platz 9

Aktien: 14 Prozent

Patz 8

Investmentfonds: 20 Prozent

Platz 7

Riester-Rente: 22 Prozent

Platz 6

Immobilien: 25 Prozent

Platz 5

Kurzfristige Geldanlagen: 32 Prozent

Platz 4

Renten- und Kapital-LV: 35 Prozent

Platz 3

Sparen auf Girokonto: 37 Prozent

Platz 2

Bausparvertrag: 37 Prozent

Platz 1

Sparbuch und Spareinlagen: 51 Prozent

Die beliebteste Geldanlage ist mit 51 Prozent zwar immer noch das Sparbuch. Es verzeichnete im Vergleich zu 2013 jedoch einen Rückgang um vier Prozentpunkte.

Diana ist in 23 Ländern in Europa, Nord- und Lateinamerika sowie Asien vertreten, und erzielt mehr als die Hälfte der Erlöse außerhalb Europas. Verkäufer ist die Investmentgesellschaft Ardian.

Symrise-Chef Heinz-Jürgen Bertram hatte den Markt bereits vor einigen Wochen auf mögliche Zukäufe vorbereitet. In mit der Situation vertrauten Kreisen war Diana damals bereits als ein mögliches Übernahmeziel genannt worden. Symrise habe die nötige Finanzkraft für Zukäufe, hatte Finanzchef Bernd Hirsch versucht, Bedenken auszuräumen.

Symrise sicherte sich nach eigenen Angaben eine Brückenfinanzierung. Vorübergehend werde die Verschuldung mit dem Kauf auf etwa das Dreifache ansteigen, aber in den nächsten zwei Jahren deutlich sinken, erläuterte Symrise in der Präsentation. Im vergangenen Jahr stieg der operative Gewinn (Ebitda) um zehn Prozent auf 373 Millionen Euro, die Nettoverschuldung lag Ende 2013 bei 744,8 Millionen Euro.

Von

rtr

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