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22.05.2012

22:07 Uhr

Enttäuschung

Sündenbock für das Facebook-Desaster gesucht

Facebook und die Nasdaq haben vorgemacht, wie ein Börsengang nicht laufen sollte. Nun werden Schuldige gesucht: vom Facebook-Chef über die Banker, bis hin zu Investoren, denen die Euphorie das Hirn vernebelt hat.

Facebook-Aktien auf Talfahrt

Video: Facebook-Aktien auf Talfahrt

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New YorkManche haben es natürlich schon vorher gewusst: Der Facebook-Börsengang musste einfach in die Binsen gehen. So wie der US-Komiker Andy Borowitz, der in seinem Blog am Tag vor dem historischen Ereignis einen imaginären „Brief von Mark Zuckerberg“ abdruckte: „Lieber potenzieller Investor! Seit Jahren hast Du Deine Zeit auf Facebook verschwendet. Jetzt kommt Deine Chance, auch noch Dein Geld darauf zu verschwenden.“

Borowitz' Scherze blieben manchem Investor im Halse stecken. Minus 11 Prozent war die Bilanz der Aktie nach gerade mal zwei Handelstagen. Und am Dienstag sackte das Papier bis zum Handelsschluss um über acht Prozent auf 31,12 Dollar ab. Die anfängliche Euphorie über die Möglichkeit, in das weltgrößte Online-Netzwerk zu investieren, ist bei etlichen Anlegern in Panik umgeschlagen: Nur schnell raus aus Facebook, bevor das Papier noch weiter fällt. Beim gegenwärtigen Kurs, so denken sich einige, ist noch viel Luft nach unten, aber kaum nach oben.

Doch wer trägt die Schuld an dem Desaster? Vor allem die Investmentbank Morgan Stanley bekommt es knüppeldick ab. Sie hat als sogenannter „Lead Underwriter“ die Gruppe der Finanzfirmen angeführt, die über Monate den Börsengang vorbereiteten und die Aktien an die Anleger verkauften. „Morgan Stanley hat zu viele Aktien ausgegeben, und die Preisfindung war unter aller Sau“, twitterte Jack Welch, der legendäre Ex-Chef des US-Konglomerats General Electric. „Sie tragen die Schuld am Facebook-Debakel.“

In der Tat wurde der Börsengang gleich mehrfach ausgeweitet: Ursprünglich sollten die Aktienverkäufe 5 Milliarden Dollar einbringen, daraus wurden 12 Milliarden Dollar und am Ende sogar 16 Milliarden Dollar. Für die Schar der Banker war die Verdreifachung des Volumens verlockend: Sie kassierten nach Informationen von US-Medien für ihre Arbeit einen Anteil von rund 1,1 Prozent der Einnahmen - bei der gigantischen Summe immerhin 176 Millionen Dollar.

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Allerdings konnten die Banker den Börsengang nur deshalb so aufblähen, weil die Alteigentümer von Facebook zugestimmt haben. Vor allem Fonds und Finanzinvestoren, mit deren Geld das soziale Netzwerk in den vergangenen Jahren sein rasantes Wachstum finanziert hatte, verkauften am Ende viel mehr Aktien als ursprünglich geplant. Fast schien es, als ob die Devise lautete: Nur schnell raus, bevor der Hype abflaut.

Kommentare (12)

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donolli

22.05.2012, 17:15 Uhr

Wer auf seiner Visitenkarte stehen hat "ich bin der Boss Du Ar....h". Seine Mitgründer rausdrückt. Für seine Freundin jetzt Frau, gemäß Zeitplan pro Woch nur bestimmte Minuten Zeit hat. Patente am laufenden Meter klaut und und...
Seine "Vision" ist nichts anderes als die Umsetzung des Klassikers von George Orwell. "brave new world"
Virtuell kann man nicht essen und trinken, schafft einem kein Dach überm Kopf und wärmt uns nicht. Auf der Bedürfnispyramide ganz oben das letzte was die Menschheit braucht! Sozialer Autismus der einem die Illusion gibt mit vielen Menschen verbunden zu sein. Kernproblem, es fehlt die familiäre Nestwärme und facebook ist ein billiges Surrogat!

Erstdenkendannkaufen

22.05.2012, 17:41 Uhr

Ich denke, ,das man die Schuld nicht bei facebook suchen darf!

Ich hatte das Glück gehabt Ende der 90er Jahre in einem Internet-Startup-Unternehmen zu arbeiten. Während dieser Zeit gab es viele Finanzinvestoren, die dieses Unternehmen mit einem Mitbewerber zu einem neuen Unternehmen zusammenbringen wollte. Dies wurde dann auch erfolgreich durchgeführt. Die Finanzinvestoren wollten dann ihre Kapitalanlage gewinnbringend an die Börse bringen. Dies wurde dann auch realisiert und die Finanzinvestoren hatten ihr Geld wieder mehrfach herausbekommen, da es genügend andere gab, die die Aktien kauften. So wurde das Risiko an die neuen Aktienbesitzer übertragen.

Nichts anderes ist es mit facebook!
Finanzinvestoren haben das Unternehmen erfolgreich an die Börse gebracht und jeder Aktienkäufer hat im Vorfeld seine Entscheidung getroffen: Aktie kaufen oder nicht kaufen.

Jetzt bitte nicht Jammern! Es war für die Aktienanleger eine 50/50 Chance! Außerdem sollte man sofort nach Kauf einer Aktie einen Stop-Loss setzen, um das Verlustrisiko einzugrenzen.

Nun die Gier frißt bei manchen das Gehirn!

FrankFracht

22.05.2012, 18:04 Uhr

..das geht ein bisschen zu weit..das Leute hier ihre keinbürgerlichen Obsessionen austoben...So viel man weiss, sind die Manger grosser deutscher Banken rein arisch und haben Milliarden in den Sand gesetzt..ohne für ihre Herkunft oder Religion angegriffen worden zu sein..FF

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