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07.01.2008

07:26 Uhr

Erfolgreiche Insider

Top-Manager machen es den Anlegern vor

VonChristian Schnell

ExklusivDie Top-Manager der großen Konzerne hatten beim Handel mit Aktien der eigenen Firma ein besseres Händchen als die übrigen Marktteilnehmer. Wer sich im vergangenen Jahr an ihren Aktionen orientiert hat, der konnte deutlich höhere Gewinne erzielen als die Vergleichsindizes.

Wer sich an den Deals der Manager orientierte, erzielte deutlich mehr Rendite

Wer sich an den Deals der Manager orientierte, erzielte deutlich mehr Rendite

FRANKFURT. Eine Untersuchung des Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen belegt es schwarz auf weiß: Die Top-Manager der großen Konzerne hatten beim Handel mit Aktien der eigenen Firma ein besseres Händchen als die übrigen Marktteilnehmer. Wer sich im vergangenen Jahr an ihren Aktionen orientiert hat, der konnte deutlich höhere Gewinne erzielen als die Vergleichsindizes. Die Untersuchung wurde in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking erstellt.

Wer es den Spitzenleuten sofort nach Erscheinen der Top-Käufe, die alle zwei Wochen montags im Handelsblatt veröffentlicht werden, nachmachte, die Titel orderte und drei Wochen später wieder verkaufte, konnte sich am Jahresende im Schnitt über eine Rendite freuen, die 20 Prozent über den jeweiligen Vergleichsindizes lag. Transaktionskosten natürlich nicht eingerechnet.

„Die Insider waren auch 2007 wieder äußerst erfolgreiche Investoren“, sagt Manuel Schüssler von der Fifam. Das gelte speziell für die Vorstände, Aufsichtsräte und deren Angehörige aus den Dax-Unternehmen. Sie schafften mit ihren Käufen gar eine Überrendite von 32 Prozent. Die Wissenschaftler der Fifam folgen einer Erkenntnis, die auf Forschungen aus den 60er Jahren in den USA zurückgeht. Danach lässt es sich empirisch nachweisen, dass Privatanleger mit dem Imitieren von Kauforders der Top-Manager in den drei Wochen nach Bekanntgabe weitaus mehr als üblicherweise möglich verdienen können. Das galt im vergangenen Jahr zwar nicht in jedem Fall, dennoch zeigt sich beispielsweise bei den 24 Dax-Unternehmen, die Insider-Käufe meldeten, dass sich bei 15 der Kurs im Anschluss besser entwickelte.

Aber auch, wer diese Aktien nicht wieder verkauft hat und sie bis heute hält, kann sich über üppige Zuwächse freuen. Als beim Versorger Eon beispielsweise kurz vor Ostern der gesamte sechsköpfige Vorstand Aktien orderte, war das für viele Analysten ein eindeutiges Signal, dass es mit deren bis dahin schon ordentlich gestiegenen Kurs weiter nach oben geht. Über 40 Prozent hat die Aktie seither zugelegt und damit rund doppelt soviel wie der Dax. Für Analysten ist dies dennoch kein Grund, allmählich Gewinne mit zu nehmen.

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