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25.01.2015

15:17 Uhr

Erfolgreiches Börsendebüt

Box-Aktie schießt in die Höhe

Happy End für den Online-Speicherdienst Box: Der Börsengang ist geglückt, der Kurs deutlich nach oben geschossen. Doch das Start-up muss immer noch beweisen, dass sein Geschäft nachhaltig ist.

Jubelstimmung bei Box: Dem Online-Speicherdienst ist ein erfolgreiches Börsendebüt gelungen. dpa

Jubelstimmung bei Box: Dem Online-Speicherdienst ist ein erfolgreiches Börsendebüt gelungen.

New YorkBeim ersten größeren Internet-Börsengang in diesem Jahr ist die Aktie des Online-Speicherdienstes Box durch die Decke gegangen. Das Papier stieg beim Debüt am Freitag in New York um fast 66 Prozent auf 23,23 Dollar. Box erreichte damit einen Unternehmenswert von knapp 2,8 Milliarden Dollar.

Das bedeutet ein Happy End für den Börsengang, der monatelang auf der Kippe zu stehen schien. Box hatte die Börsenpläne bereits im März vergangenen Jahres angestoßen, dann jedoch unter Hinweis auf ein schlechtes Börsenklima auf Eis gelegt. Beim Ausgabepreis zeigte sich Box auch jetzt eher vorsichtig und unterschritt deutlich die Bewertung von 2,4 Milliarden Dollar, zu der zuletzt Investoren im Sommer eingestiegen waren. Die Anleger machten das mit dem Ansturm auf die Aktie mehr als wett. Der Börsengang spülte Box zunächst 175 Millionen Dollar in die Kassen.

Dropbox, Box und die Konkurrenz

Gegen den Speicherfrust

Die Idee für Dropbox kam Gründer Drew Houston, als er Probleme hatte, seine Daten auf mehreren Computern zu synchronisieren. 2007 gründete er das Start-up. Auf die Idee kamen indes auch andere – es gibt zahlreiche Anbieter, darunter auch Box.com.

Zugriffe von allen Geräten

Speicher-Dienste wie Dropbox und Box wollen es den Nutzern ermöglichen, von möglichst allen Geräten auf die Daten zuzugreifen. Daher gibt es Programme für den PCs und Apps für Smartphones. Über Schnittstellen können zudem die Entwickler von Online-Diensten den Speicherplatz nutzen.

Üppige Finanzierung

Dropbox hat seit der Gründung 2007 bereits 1,1 Milliarden Dollar Risikokapital erhalten, zu den Geldgebern zählen renommierte Investoren wie Sequoia Capital und Accel Partners. Medienberichten zufolge taxierten sie den Wert des Start-ups auf bis zu zehn Milliarden Dollar. Box ist mit rund 560 Millionen Dollar Risikokapital ebenfalls üppig ausgestattet – unter anderem gab Adreessen Horowitz dem Team um Gründer Aaron Levie Geld.

Unterschiedliche Schwerpunkte

Droxpbox und Box haben unterschiedliche Schwerpunkte: Dropbox ist vor allem bei Verbrauchern beliebt, auch wenn das Unternehmen sich seit einiger Zeit verstärkt um lukrative Geschäftskunden bemüht. Box ist von vornherein mehr auf Firmen ausgerichtet gewesen.

Konkurrenz von den Großen

Die beiden Start-ups geraten allerdings immer mehr unter Druck, weil IT-Konzerne wie Google, Microsoft und Amazon ebenfalls Speicherdienste anbieten, teils zu Kampfpreisen. Die Unternehmen haben daher ihre Preise massiv senken müssen.

Schwieriges Geschäft

Wie schwierig das Geschäft ist, zeigen die Bilanzen von Box, die das Start-up im Zuge des verschobenen Börsengangs veröffentlicht hat. Im Geschäftsjahr 2013 betrug der Verlust 169 Millionen Dollar, bei 124 Millionen Dollar Umsatz. Dropbox veröffentlicht keine Zahlen, nach Informationen des „Wall Street Journal“ lag der Umsatz im vergangenen Jahr bei rund 200 Millionen Dollar.

Box, gegründet 2005, gehört zu den Pionieren unter den Online-Speicherdiensten, muss sich jedoch einem breit angelegten Vormarsch der Internet-Riesen in das Geschäft stellen. Für diese Rivalen wie Microsoft oder Google sind Speicherdienste nur ein Element der Produktpalette und werden von ihnen deshalb sehr günstig bis kostenlos angeboten. Für Box oder den Konkurrenten Dropbox ist es hingegen das Kerngeschäft. Der 30-jährige Box-Chef Aaron Levie, der die Firma im Studentenwohnheim gründete, hofft dennoch, sich mit zusätzlichen Angeboten gegen die mächtigen Rivalen zu behaupten.

Die organisierenden Banken hätten Box Zurückhaltung beim Ausgabepreis der Aktie empfohlen – sowie einen Börsengang in einer ruhigen Zeit ohne größere Konkurrenz, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf informierte Personen.

Noch steckt Box tief in den roten Zahlen. In den Ende Oktober abgeschlossenen ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres gab es einen Verlust von gut 129 Millionen Dollar bei 153,8 Millionen Dollar Umsatz. Die Firma hatte sich insgesamt mehr als eine halbe Milliarde Dollar bei Investoren besorgt.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr ARNO WAHL

26.01.2015, 10:55 Uhr

wir brauchen in EUROPA keine greisen Politiker oder "schwarze Null Kapazitaeten, warten wir ab was sich in Griechenland tut !

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