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20.04.2013

15:29 Uhr

Erhöhung der Ausschüttung

EADS will Anleger mit höherer Dividende locken

Der Luftfahrtkonzern EADS will seine Dividende erhöhen. Für das Geschäftsjahr 2012 soll die Ausschüttung um ein Drittel auf 60 Cent pro Aktie steigen. Weitere Sonderausschüttungen sind nicht vorgesehen.

Logo des Flugzeug- und Rüstungsbauers EADS: Zukäufe sind nicht geplant. dpa

Logo des Flugzeug- und Rüstungsbauers EADS: Zukäufe sind nicht geplant.

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS will Anleger auch in den kommenden Jahren mit einer höheren Dividende locken. "Das Risikoprofil des Konzerns hat sich mittlerweile gebessert. Daher können wir uns mehr in Richtung einer investorfreundlichen Dividendenpolitik bewegen", sagte Finanzchef Harald Wilhelm der "Börsen-Zeitung" (Samstag-Ausgabe). Früher sei EADS bei der Ausschüttungspolitik vorsichtiger gewesen. "Zu der Zeit war das auch angebracht aufgrund der Unsicherheiten, beispielsweise beim A380-Proramm."

Die auf 40 Prozent von 35 Prozent im Jahr 2011 angehobene Ausschüttungsquote vom Gewinn stelle aber noch keine Dividendenpolitik dar. "Ich könnte mir vorstellen, dass wir dieses Jahr zusammen mit dem Verwaltungsrat an diesem Thema arbeiten", sagte Wilhelm. Nach dem Ausstieg von Daimler und Lagardere sowie dem zurückgedrängten Staatseinfluss wirbt EADS verstärkt um globale Investoren - vor allem in Asien und Nahost.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2012 soll die Ausschüttung um ein Drittel auf 0,60 Euro je Aktie steigen, was einer Quote von 40 Prozent entspricht. "Das positioniert uns sehr gut in der Industrie, und ich habe derzeit keine Ambitionen, diese Quote zu erhöhen", sagte der Finanzchef. Nach dem Aktienrückkaufprogramm - EADS will eigene Aktien im Volumen von bis zu 3,75 Milliarden Euro erwerben - erhöhe sich durch die Verknappung die Dividende pro Titel deutlich, machte Wilhelm klar.

Einer Sonderausschüttung in Form einer einmaligen Dividende angesichts eines Bargeldberges von zuletzt mehr als zwölf Milliarden Euro erteilte Wilhelm eine Absage. "Das steht nicht auf unserer Agenda." Der Fokus liege auf dem Aktienrückkaufprogramm. Erst vor wenigen Tagen hatte EADS im Zusammenhang mit dem Ausstieg der Großaktionäre Daimler und Lagardere eigene Aktien für 1,1 Milliarden Euro gekauft.

Die EADS-Zahlen im Überblick

Der Konzern

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS hat 2012 deutlich mehr Geld verdient. Der Erfolg geht zu einem großen Teil auf das Konto der Tochter Airbus. Daneben gibt es drei weitere Sparten. Insgesamt beschäftigt EADS weltweit mehr als 133.000 Menschen. Das Geschäft der Divisionen im Überblick.

Airbus

Der Flugzeugbauer mit Sitz in Toulouse ist der Goldesel des Konzerns. Der Boeing-Rivale steht mit Erlösen von fast 38,6 Milliarden Euro für mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes. 2012 verdiente Airbus vor Zinsen und Steuern (EBIT) gut 1,2 Milliarden Euro und damit mehr als doppelt so viel wie 2011. Mit gut 69 000 Beschäftigten arbeitet mehr als jeder zweite EADS-Mitarbeiter für den Flugzeugbauer. Ein wichtiger Airbus-Standort ist Hamburg.

Eurocopter

Der Hubschrauberhersteller ist 2012 gemessen am Umsatz die zweitgrößte Sparte des Konzerns. Die Erlöse wuchsen um 16 Prozent auf den Rekordwert von fast 6,3 Milliarden Euro. Das EBIT stieg um 20 Prozent auf 311 Millionen Euro. Verantwortlich für das Plus war vor allem das Wartungsgeschäft, die Zahl der ausgelieferten Hubschrauber sank 2012 von 503 auf 475. Auch Eurocopter spürt hier vor allem Kürzungen von Rüstungsausgaben. Das Unternehmen mit Sitz im französischen Marignane beschäftigt knapp 20 800 Menschen.

Astrium

Die Raumfahrttochter ist inzwischen die drittstärkste Division des Konzerns. Der Umsatz des Unternehmens mit Hauptsitz in Paris stieg vor allem wegen des Service-Geschäfts um 17 Prozent auf gut 5,8 Milliarden Euro. Das EBIT stieg ebenfalls um 17 Prozent auf 312 Millionen Euro. Astrium steht vor allem für die europäische Trägerrakete Ariane, aber auch für den Bau von Satelliten. Die Sparte beschäftigt weltweit rund 16 600 Menschen.

Cassidian

Die Rüstungstochter bekommt die Sparzwänge in vielen europäischen Ländern besonders deutlich zu spüren. Die geplatzte Fusion mit BAE Systems machte zudem Hoffnungen der EADS-Spitze zunichte, Zugang zu weiteren Märkten zu bekommen. Der Umsatz von Cassidian sank 2012 leicht um 1 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro, das EBIT brach allerdings um 57 Prozent auf 142 Millionen Euro ein - vor allem wegen der Kosten für den Umbau und Jobstreichungen. 2011 war die Sparte mit Sitz in der Nähe von München gemessen am Umsatz noch die Nummer 2 im EADS-Konzern. Cassidian hat rund 20 900 Beschäftigte.

Eine Neuauflage der im Oktober auf betreiben der Politik gescheiterten Fusion von EADS mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems hält Wilhelm für unwahrscheinlich: "Wir sehen nicht, wie es einen weiteren Versuch geben kann." Auch anderweitig will sich EADS nicht nach einem Übernahmekandidaten umschauen. Große Zukäufe stünden derzeit nicht auf unserer Prioritätenliste, machte der Manager deutlich.

Der Produktionsstart des Langstrecken-Airbus A350 könnte sich nach Einschätzung von Wilhelm verzögern. "Der Zeitplan für die Erstauslieferung der A350 im zweiten Halbjahr 2014 ist ambitioniert." Der Auftragsbestand für die A350 von derzeit über 600 Maschinen gebe eine klare Perspektive. "Mit diesem Auftragsbestand können wir Geld verdienen", sagte Wilhelm. Das A350-Programm müsse in der zweiten Hälfte der laufenden Dekade positive Ergebnisbeiträge liefern.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Fozziebaer

21.04.2013, 19:00 Uhr

Bei dieser Kapitalisierung ist die Gewinnquote echt mau! Ganze 1.5% Dividende pro Jahr. Das ist ein klares Njet...

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