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24.01.2013

11:15 Uhr

Erneuerbare Energien

Welche Aktien von der Energiewende profitieren

Mit dem Absturz des Solaraktien haben sich viele Anleger in 2012 die Finger verbrannt. Die Branche leidet unter massiven Überkapazitäten, Solarmodule sind von Preisverfall betroffen. Doch Anleger haben Alternativen.

Ein Unterfangen, das noch viel Geld kosten wird: Der Anschluss von Offshore-Windparks ans Stromnetz. APN

Ein Unterfangen, das noch viel Geld kosten wird: Der Anschluss von Offshore-Windparks ans Stromnetz.

FrankfurtTrotz der schlechten Performance, die Solaraktien im vergangenen Jahr hingelegt haben, ist Roberto Cominotto, Fondsmanager bei Swiss & Global Asset Management, überzeugt: "Den erneuerbaren Energien gehört die Zukunft." Denn immer mehr Länder - von Deutschland über die USA, Japan bis hin zu China - setzen verstärkt auf diese Energieform und investieren massiv in deren Ausbau.

Für Cominotto wie für viele Marktbeobachter sind derzeit in erster Linie solche Unternehmen interessant, die indirekt vom wachsenden Ökostrom-Anteil profitieren. Dazu zählten Firmen, die die dringend erforderliche Ausweitung der Stromnetze vorantreiben. Die bisherige Kapazität der Verteilnetze reiche für den Ausbau der erneuerbaren Energien auf Dauer nicht aus, sagt der Energie-Experte.

Aktien im Fokus: Enel ist Favorit unter den Stromkonzernen

Aktien im Fokus

Enel ist Favorit unter den Stromkonzernen

Analysten blicken zwiespältig auf die Aktien großer Energieversorger.

"Vor allem in China und den USA stehen massive Investitionen an, da das bislang bestehende Stromnetz stark überlastet ist." Hinzu kommt, dass auch viele Offshore-Windparks ans Netz angeschlossen werden müssten, wie Nektarios Kessidis, Aktienfondsmanager bei der DWS, erklärt.

Allein in Deutschland sind nach Berechnungen der Deutschen Energieagentur (Dena) bis 2030 rund 27,5 Milliarden Euro für 160.000 Kilometer neue oder umgebaute Leitungen nötig.

Die Prognosen der Finanzprofis

George Soros, Investor

„Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

Marc Faber, Investor

„Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

Bill Gross, Fondsmanager

„Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

Felix Zulauf, Vermögensverwalter

„Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

„Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

„Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

Warren Buffett, Investor

Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

Nouriel Roubini, Ökonom

„Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

„Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

„Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

Barry Knapp, Barclays

„Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

„Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

„Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

Attraktiv sind laut Cominotto daher Unternehmen wie der italienische Kabelbauer Prysmian oder NGK Insulator, ein japanischer Hersteller von Keramikisolatoren für Hochspannungsmasten.

Aber auch Siemens, der Schweizer Elektrokonzern ABB und die auf Infrastrukturprojekte spezialisierten US-Baukonzerne MasTec, Quanta Services oder MyrGroup, seien angesichts des anstehenden Stromnetzausbaus einen Blick wert, meint Cominotto.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

19.01.2013, 11:45 Uhr

Zu dem Artikel könnte man eine Menge schreiben. Aus momentanem Blickwinkel aber nur zwei Aspekte:
1. Japans neue Regierung hat den Ausstieg aus dem Ausstieg von der Kernenergie beschlossen. Man will die als sicher eingeschätzten Anlagen wieder in Betrieb nehmen und will neue Kernkraftwerke bauen. Die Blamage der deutschen "Energiewende", die außer einer gigantischen Subventionsblase keine der gewünschten Effekte zeigt, dürfte hier sicherlich als mahnendes Beispiel dienen.
2. Was die deutsche "Energiewende" bringt, sieht man deutlich am geplanten massiven Ausbau der Windenergie in Baden-Württemberg: Die knapp 600 MW installierter Kapazität haben 2012 im Mittel gerade einmal 5% (26 MW) Strpm produziert, zu 40% der Zeit weniger als 10 MW. Und mehr als 300 MW gab es immerhin an 4 Stunden in 2012.

Sonnenschein

24.01.2013, 12:20 Uhr

Zitat: "Die knapp 600 MW installierter Kapazität haben 2012 im Mittel gerade einmal 5% (26 MW) Strom produziert"

Sie schreiben da Zahlen auf, die keinen Sinn ergeben. Installierte MW erzeugen MWh. Um den Nutzungsgrad einer WKA zu bestimmen, muss man mögliche MWh mit tatsächlichen MWh oder mögliche Volllaststunden mit tatsachlichen Volllaststunden vergleichen.

In BW spielt Windenergie (noch) keine wesentliche Rolle bei der Energieversorgung. PV ist dagegen, wie in Bayern sehr lukrativ. PV-Anlagen sind die Zusatzrente vieler BW-ler.

spacycake

24.01.2013, 13:53 Uhr

Die Anmerkung zu Japan unterschlägt, dass das Land ungeachtet des (geplanten) Ausstiegs aus dem Atomausstieg stark auf erneuerbare Energien setzt. So sollen allein in bzw. vor Fukushima ein 400 MW Solarkraftwerk und ein 1000 MW Offshore-Windpark entstehen.

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