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29.02.2012

11:55 Uhr

Erneuerbare Energien

Welche Solarfirmen den Kahlschlag überstehen

VonChristian Schnell

Mit der massiven Senkung der Fördersätze hat die Sonnenstrom-Branche abermals einen Tiefschlag erlitten. Das drückt auf das Potenzial der Solar-Aktien. Welche Titel jetzt noch Potenzial haben.

Gnadenfrist für Q-Cells

Video: Gnadenfrist für Q-Cells

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FrankfurtLukas Podolski grinst so, wie er eigentlich immer grinst. „Bin tanken“, ruft er seiner Frau zu. Dann steckt er das Stromkabel ins Auto, setzt sich auf den Liegestuhl und tut so, als wäre die Produktion von Strom per Sonne das Einfachste, Cleverste und Kostengünstigste, was man sich vorstellen kann. Zumindest sollen das die Zuschauer, die diesen Werbespot für das Bonner Solarunternehmen Solarworld meist während der Sportschau am Samstag zu sehen bekommen, glauben.

Nur ist in der Branche schon längst nicht mehr alles in Ordnung, und seit dem vergangenen Wochenende erst recht nicht. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler und Umweltminister Norbert Röttgen einigten sich darauf, die bisher relativ üppige Förderung für die Solarenergie in Deutschland massiv einzuschränken.

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Photovoltaik, der Fachbegriff für Sonnenstrom, soll nach Jahren des Anschubs zu marktgerechten Preisen produziert werden. Die Aktien der Branche stehen seither noch stärker unter Druck. Von den meisten Titeln raten Analysten ab. Ein Blick in die einzelnen Teilbereiche zeigt, welche Papiere dennoch Potenzial haben.

Modulhersteller: 

Aktien von Modulherstellern sollten Anleger meiden, sagen Analysten. Branchenprimus Solarworld meldete Ende vergangener Woche tiefrote Zahlen für das abgelaufene Jahr. Hohe Wertberichtigungen, ausgelöst durch den Preisdruck weltweiter Überkapazitäten, führten zu hohen Abschreibungen. Da konnte auch der neue Rekord an verkauften Anlagen nichts retten. Da weltweit die Förderbedingungen unterschiedlich sind und sich ständig ändern, wird die geplante Strategie, mehr ins Ausland zu exportieren, schwer umzusetzen sein, glauben Experten.

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Holger Fechner von der NordLB riet gestern erneut, die Aktie zu verkaufen. Bei 2,30 Euro liegt sein Kursziel, über 3,40 Euro war das Papier gestern wert – weit entfernt von den 47,95 Euro Höchstkurs Ende 2007. Noch schlechter geht es dem großen Konkurrenten Q-Cells. Der rang in den vergangenen Tagen mit seinen Gläubigern ums Überleben. Gestern bekam er einen Zahlungsaufschub für die 200 Millionen Euro schwere Wandelanleihe. Die Aktie sprang von 0,30 auf 0,32 Euro. Selbst spekulative Anleger lassen bei solchen Kursen die Finger von der Aktie – und in einem ähnlichen Bereich liegt die Aktie von Wettbewerber Conergy. Eine Besserung ist nicht in Sicht, weil die Konkurrenz aus China nicht nur günstiger produziert, sondern zudem vom Staat mit zinsgünstigen Darlehen massiv unterstützt wird.

Kommentare (18)

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Rene

29.02.2012, 13:08 Uhr

Trotz Subvention gingen viele Unternehmen in die Insolvenz. Wer es nach all den Jahren nicht geschafft hat, profitabel zu produzieren, muß eben vom Markt verschwinden.

Es kann dem Steuerzahler allgemein und dem Arbeitnehmer anderer Branchen im speziellen nicht länger zugemutet werden, eine Branche künstlich am Leben zu halten.

Es schreien ohnehin die am lautetesten, die sich damit auf Kosten anderer die Taschen füllen.

cenDRumpf

29.02.2012, 13:37 Uhr

solange die DUMMBEUTEL der solarbranche den bundesliga fußball mit insgesamt dreistelligen millionenbeträgen mästen, kann es ihnen nicht schlecht genug gehen.

wenn berater tag ein und tag aus zwischen 3000-5000 euro pro tag und nase abrechnen und die vorstande mit millionengehältern und boni fürs nichtkönnen beschenkt werden hau weg die branche.

die hatten alle ihre chance und hamn sie nicht genützt.

wir bauen keine telefone mehr,keine kopierer und dann eben auch keine übersubventionierten solaranlagen.

wenn DIE GRÜNEN das nicht einsehen ,ihr problem...

Zugierig

29.02.2012, 13:56 Uhr

Warum werden nicht von vornherhein faire Verkaufspreise angesetzt? Die Subvention erleichtert doch die Anlaufkosten und für den Chinesen oder sonstwen würde sich das nachahmen kaum bis gar nicht lohnen. Das jahrelanges absahnen nicht mehr möglich ist, sollte sich doch langsam rumgesprochen haben. Künstliche Hochpreise laden Konkurenten ja geradezu ein. Dann wird wieder gejault.

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