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04.01.2010

21:35 Uhr

Erster Handelstag des Jahres

Flugzeuge treiben die Börsen

VonChristian Kemper

Aktien aus der gesamten Flugbranche haben am Montag die Börsen bewegt. Air Berlin und Japan Airlines überraschten, EADS überzeugte die Börsianer. Bei Fraport überwog die Skepsis – und das trotz eines positiven Presseberichts.

Air-Berlin-Logo: Die Aktie der Airline überraschte den Markt und stieg um über vier Prozent. Quelle: ap

Air-Berlin-Logo: Die Aktie der Airline überraschte den Markt und stieg um über vier Prozent.

FRANKFURT. Am ersten Handelstag des neuen Jahres überraschten die Aktien von Air Berlin die Börsianer. Die im SDax gelisteten Papiere stiegen am Montag um über vier Prozent auf zeitweise 3,95 Euro nach oben. Die gute Nachricht für Air Berlin stand in einer Studie von der Deutschen Bank: Analyst Lars Slomka stufte die Papiere hoch, von Hold auf Buy bei unverändertem Kursziel von fünf Euro. Das Unternehmen ist seinen Angaben zufolge nach zwei schwierigen Jahren zurück auf dem richtigen Weg: restrukturiert, rekapitalisiert und mit erneuerter Marketing- und Markenpolitik. Die Verkehrszahlen haben sich stabilisiert und vom Jahr 2010 an sei mit einer Volumenerholung zu rechen, schreibt der Analyst.

Airbus übertrifft Lieferziel

Positiv nahmen die Börsianer am Montag auch einen Zeitungsbericht auf, demzufolge der Flugzeugbauer EADS im vergangenen Jahr bei den Auslieferungen sein eigenes Ziel übertreffen konnte. Insgesamt 498 Flugzeuge seien 2009 an Kunden geliefert worden. Das ist ein neuer Rekord, geplant hatte EADS mit nur 490 Maschinen. Einen kleinen Makel hat der Rekord allerdings: Vom neuen Superjumbo A 380 lieferte EADS dem Bericht zufolge nur zehn statt der geplanten 13 Jets aus. Das Jahr 2010 soll aber mindestens genauso gut wie 2009 werden, schreibt die französische Tageszeitung „La Tribune“ unter Berufung auf Unternehmenskreise. Mit offiziellen Zahlen wird EADS den Bericht voraussichtlich kommende Woche Dienstag auf einer Pressekonferenz des Konzerns belegen.

Die Aktien von Fraport verloren dagegen trotz eines positiven Presseberichts an Wert. Dabei könnte der Flughafenbetreiber im Jahr 2009 ein besseres operatives Ergebnis erreichen als bislang angenommen: erwartet werden 530 bis 540 Mio. Euro. „Wir sehen kein Risiko nach unten, vielleicht aber eine Chance nach oben“, sagte Finanzvorstand Matthias Zieschang und stellte eine konstante Dividende von 1,12 Euro je Aktie in Aussicht. Die Titel fielen im frühen Handel um 0,8 Prozent auf 35,99 Euro. „Eine echte Überraschung sind die Aussagen nicht, nachdem Fraport die Passagierziele für den Flughafen Frankfurt bereits angehoben hat“, sagte ein Börsenhändler zu dpa. Ebenfalls überrascht wurden Börsianer am Montag von Japan Airlines. Die nach Spekulationen um eine Insolvenz erst um fast ein Viertel abgestürzte Aktie schoss an der Börse Tokio um rund 31 Prozent nach oben. Sie ging bei einem Kurs von 88 Yen aus dem Markt. Grund für das Kursfeuerwerk: Japans Regierung verdoppelte einen Überbrückungskredit für die Fluggesellschaft.

Industrie-Index auf Rekordhoch

Ebenfalls an Fahrt aufnehmen konnte die deutsche Industrie. Die am Montag veröffentlichte Umfrage des Datenverarbeiters Markit unter 3 000 europäischen Firmen meldet einen 21-Monats-Rekord: Der Einkaufsmanagerindex stieg im Dezember 2009 von 51,2 auf 51,6 Punkte und notiert damit den dritten Monat in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die befragten Firmen steigerten ihre Produktion so stark wie seit September 2007 nicht mehr. „Damit steigen die Chancen auf eine positive Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes im ersten Halbjahr 2010“, kommentierte Thomas Amend von HSBC Trinkaus. Vor allem Deutschland werde durch die Belebung des Welthandels positiv beeinflusst: „Bereits in den vergangenen Monaten machte sich die Stabilisierung der Volkswirtschaften in einem gestiegenen Auftragsvolumen bemerkbar.“

Eingetrübt wird die Lage nach Meinung des Experten nur durch die Lage am Arbeitsmarkt: „Zwar ist die Entwicklung bisher besser ausgefallen als erwartet, in den kommenden Monaten droht aber eine Zunahme bei der Zahl der Arbeitslosen.“ Allein im vergangenen Dezember 2009 dürften saisonbereinigt 38 000 Arbeitnehmer ihren Job verloren haben. Dabei verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit bei der Zahl der offenen Stellen im Dezember zum fünften Mal in Folge einen leichten Aufwärtstrend. Die offiziellen Zahlen folgen heute.

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