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30.04.2013

12:02 Uhr

Erstnotiz in Frankfurt

Kühler Empfang für die RTL-Aktie

Der Börsenstart in Frankfurt ist für die RTL-Aktie wenig glanzlos verlaufen. Das Papier fiel schnell unter den Platzierungskurs. Trotzdem bleibt die RTL-Aktie ein Anwärter auf den MDax.

Unternehmenssitz der RTL Mediengruppe Deutschland. RTL ist schon der dritte Neuzugang an der Frankfurter Börse in diesem Jahr. dpa

Unternehmenssitz der RTL Mediengruppe Deutschland. RTL ist schon der dritte Neuzugang an der Frankfurter Börse in diesem Jahr.

FrankfurtDie Frankfurter Börse hat Europas größtem Fernsehkonzern RTL einen kühlen Empfang bereitet. Die RTL-Aktie fiel am Dienstag rasch unter die 55,50 Euro, zu denen Großaktionär Bertelsmann ein Aktienpaket für 1,4 Milliarden Euro verkauft hatte. Wer die Papiere zu diesem Preis gezeichnet hatte, büßte 1,5 Prozent ein, weil die Aktie am Vormittag bis auf 54,71 Euro fiel. Der erste Kurs war noch mit 55,50 Euro festgestellt worden. Trotzdem dürfte RTL mit der Einführung in den streng regulierten Prime Standard bald in den Nebenwerteindex MDax einziehen. Bisher war die Aktie nur in Luxemburg und in Brüssel gelistet. "Wir werden damit eine viel höhere Wahrnehmung bei Investoren haben", sagte RTL-Chefin Anke Schäferkordt, die am Dienstag die Börsenglocke läutete. "Wir sind stolz, hier gelistet zu sein."

Sogar Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen war in den Frankfurter Börsensaal gekommen und strahlte mit Schäferkordt um die Wette - während sein Co-Chef Anshu Jain den Analysten eine drei Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung der Deutschen Bank erläuterte. Doch während der deutsche Banken-Primus Euphorie an der Börse entfachte, musste Bertelsmann den Investoren bei RTL Zugeständnisse machen. Die Deutsche Bank und Morgan Stanley teilten die Aktien am unteren Ende der von 54 bis 62 Euro reichenden Angebotsspanne zu.

Die größten Börsengänge der Welt

General Motors

General Motors: 23,1 Mrd. Dollar (2010, USA)

Agricultural Bank of China

Agricultural Bank of China: 22,1 Mrd. Dollar (2010, China)

ICBC

ICBC: 21,97 Mrd. Dollar (2006, China)

Visa Inc

Visa Inc: 19,65 Mrd. Dollar (2008, USA)

NTT Mobile Communications

NTT Mobile Communications: 18,05 Mrd. Dollar (1998, Japan)

Enel SpA

Enel SpA: 16,59 Mrd. Dollar (1999, Italien)

Nippon Telegraph and Telephone

Nippon Telegraph and Telephone: 13,75 Mrd. Dollar (1986, Japan)

Deutsche Telekom

Deutsche Telekom: 12,49 Mrd. Dollar (1996, Deutschland)

Bank of China

Bank of China: 11,19 Mrd. Dollar (2006, China)

Dai-ichi Life Insurance

Dai-ichi Life Insurance: 11,16 Mrd. Dollar (2010, Japan)

Zu diesem Preis habe die Nachfrage gut beim Zweifachen des Angebots gelegen, sagte ein Investmentbanker. 150 Investoren griffen laut Bankern zu, knapp die Hälfte der Papiere ging an eher kurzfristig orientierte Anleger wie Hedgefonds - mehr als üblich. "Wir haben großes Interesse gesehen von langfristigen Anlegern, die ins Fernsehen investieren wollen", sagte Schäferkordt dennoch. Elf Prozent der Käufer kamen aus Deutschland, 48 Prozent der Papiere gingen nach Großbritannien.

Kommentare (1)

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Vertex

30.04.2013, 19:03 Uhr

"wenig glanzlos" - wie wäre es mit "wenig glanzvoll" oder schlicht "glanzlos" - hier hat sich ein Redakteur wohl in seiner eigenen Formulierung verfangen ;-)

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