Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.11.2013

18:03 Uhr

Erstnotiz in New York

Twitter-Aktie schießt zum Debüt in die Höhe

Die Aktie des Kurznachrichtendiensts Twitter feiert ein bombastisches Börsendebüt. Das Papier legt in den ersten Minuten nach der Erstnotiz um bis zu 92 Prozent zu. Anleger reißen sich um das Papier.

Börsenstart

Anleger reißen sich um Twitter Aktien

Börsenstart: Anleger reißen sich um Twitter Aktien

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

New YorkDie Anleger an der New Yorker Börse haben sich am ersten Handelstag von Twitter regelrecht um die Aktien des Kurznachrichtendiensts gerissen. Die Papiere des kalifornischen Unternehmens verteuerten sich zeitweise um 92 Prozent und kosteten 50 Dollar. Der Ausgabepreis hatte nur bei 26 Dollar gelegen. Twitter hat damit nicht die gleichen Fehler gemacht wie Facebook bei seinem Börsengang im Mai 2012. Die Aktien des weltgrößten Online-Netzwerks waren damals so teuer angeboten worden, dass der Kurs gleich nach der Handelsaufnahme abstürzte und erst nach einem Jahr wieder den Ausgabepreis erreichte.

Das Interesse an Twitter war jetzt so riesig, dass die Nachfrage das Angebot um das 30-Fache überstieg, wie Insider Reuters sagten. Es wurden insgesamt 70 Millionen Papiere bei Anlegern rund um den Globus platziert. Zudem gibt es über Mehrzuteilungsoptionen noch 10,5 Millionen Aktien. Werden diese wie erwartet genutzt, könnte Twitter bis zu 2,1 Milliarden Dollar einnehmen. Es ist damit der größte Börsengang eines Internet-Unternehmens in den USA seit Facebook. Der Marktwert von Twitter liegt aktuell bei rund 25 Milliarden Dollar.

Twitter feierte sein Markt-Debüt an der traditionsreichen New Yorker Börse und nicht wie Facebook an der Nasdaq, wo die Aktien vieler anderer Technologiefirmen gehandelt werden. Der Facebook-Börsengang wurde im vergangenen Jahr nicht nur von dem Kursrückgang, sondern auch von technischen Pannen überschattet.

So wichtig ist der Börsengang von Twitter

Erstnotiz

Am 7. November 2013 wurde die Aktie von Twitter an der New Yorker Börse erstmals gehandelt. Einige Daten rund um den Börsengang hat Thomson Reuters zusammengestellt.

Bedeutung

Der voraussichtlich 1,8 Milliarden Dollar schwere Börsengang von Twitter könnte der zweitgrößte Börsengang in den Vereinigten Staaten seit Beginn der Aufzeichnungen in 1980 sein.

Zusätzliche Aktien

Bei vollständiger Ausübung des Greenshoe, also der Mehrzuteilungsoption, könnte Twitter 2,1 Milliarden Dollar erlösen und damit an Google vorbeiziehen.

Technologiesektor

Das Volumen von Börsengängen im Technologiesektor in den USA beläuft sich 2013 auf 6,6 Milliarden Dollar. Ohne Berücksichtigung des Rekord-Börsengangs von Facebook im Mai 2012 über 16 Milliarden Dollar entspricht dies einem Anstieg von 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Banken

Goldman Sachs führt das Ranking der Bookrunner bei US-Börsengängen im Technologiesektor mit einem Marktanteil von 18,3 Prozent an. Im letzten Jahr lag Goldman Sachs zu diesem Zeitpunkt mit elf Prozent auf Rang fünf.

Börsengänge weltweit

Das weltweite Volumen von Börsengängen (IPO) beläuft sich 2013 bisher auf 123,1 Milliarden Dollar. Gezählt wurden 613 Börsengänge. Das weltweite IPO-Volumen im Technologiesektor beläuft sich in diesem Jahr bisher auf 6,643 Milliarden Dollar. Diese Mittel kamen bei 60 Börsengängen zustande.

 

Facebook hat nach den Startschwierigkeiten mittlerweile aber Bedenken an seinem Geschäftsmodell ausräumen können, was den Aktienkurs zuletzt beflügelt hat. Auch Twitter, das aber anders als Facebook Verluste schreibt, steht unter Erklärungsdruck. Obwohl das Unternehmen weltweit 230 Millionen Nutzer zählt, ist noch unklar, wie langfristig mit ihnen Geld verdient werden kann. Im abgelaufenen Quartal stand ein Verlust von 65 Millionen Dollar zu Buche. Twitter setzt wie Facebook vor allem auf Werbung, kann aber viele Kunden nicht dazu bewegen, sich täglich einzuloggen. Der Kurznachrichtendienst versprach jüngst, mehr Geld je Nutzer zu verdienen, Werbeangebote auszuweiten und Büros im Ausland zu eröffnen.

Der Twitter-Erfolg dürfte weitere Internet-Konzerne auf das Börsen-Parkett locken. Zu den aussichtsreichsten Kandidaten zählen der Online-Marktplatz für Apartments, Airbnb, der Datenspeicherdienst Dropbox und der Limousinen-Vermittler Uber. Auch Twitter-Chairman Jack Dorsey soll schon den nächsten Börsengang im Auge haben. Das von ihm geführte Startup Square für bargeldloses Bezahlen führt einem Medienbericht zufolge bereits Gespräche mit Banken.

Bei Facebook profitierte vor allem Firmengründer Mark Zuckerberg, der endgültig zum Milliardär wurde. In ähnliche Höhen wird das Twitter-Debüt zwar die meisten Gründer und Investoren nicht katapultieren. Trotzdem werden sie jetzt deutlich reicher sein. Als Einzelperson hält die meisten Anteile Evan Williams, der bis 2010 Twitter-Chef war. Der jetzige Chef Dick Costolo kommt auf rund 1,4 Prozent. Zu den größten Investoren der Anfangszeit gehört der Finanzinvestor Rizvi Traverse Management mit jetzt knapp 16 Prozent.

Am Mittwochabend hatte Twitter den Ausgabepreis auf 26 Dollar festgelegt. Ursprünglich wurden nur 17 bis 20 Dollar angepeilt. Wegen der hohen Nachfrage wurde die Spanne später auf 23 bis 25 Dollar angehoben.

Von

rtr

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

07.11.2013, 17:53 Uhr

So higher you climb…

Account gelöscht!

07.11.2013, 18:25 Uhr

Dumm, dümmer, Twitter

Account gelöscht!

07.11.2013, 18:28 Uhr

Passt zur Endphase einer Hausse. Sie stirbt in der Euphorie. Die Börsen sind Dank der unseriösen Geldpolitik der Notenbanken wieder vollkommen ausser Rand und Band. Aber im Moment funktioniert die "Greatest Fool" Anlagestrategie noch super.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×