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10.07.2014

20:05 Uhr

Espírito Santo

Portugal fürchtet neue Bankenkrise

Eine portugiesische Bankiersfamilie soll in Zahlungsschwierigkeiten geraten sein. Die Krise der Bank könnte übergreifen auf das ganze Land – und damit die Euro-Krise wieder aufflammen lassen.

Aktienmarktexperte warnt:

„Frankreich und Portugal haben sich zu sehr ausgeruht“

Aktienmarktexperte warnt:: „Frankreich und Portugal haben sich zu sehr ausgeruht“

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LissabonIn Portugal wachsen die Sorgen um die Großbank Banco Espírito Santo (BES). Zusicherungen der portugiesischen Zentralbank, dass die Bank von der Krise bei ihrer Muttergesellschaft abgeschirmt sei, haben die Anleger der Bank nicht überzeugen können. Sie fürchten, dass auch sie Verluste erleiden könnten. Am frühen Nachmittag wurde die Aktie der größten Privatbank des Landes vom Handel ausgesetzt.

Wenige Stunden zuvor hatte bereits der BES-Großaktionär ESFG (Espírito Santo Financial Group) die Notierung seiner Aktien in Lissabon und Luxemburg auf eigenen Wunsch aussetzen lassen.

Am Abend sprang die portugiesischen Zentralbank der in die negativen Schlagzeilen geratenen Großbank bei. „Die Liquidität von BES ist ausreichend und wurde zuletzt durch eine Kapitalerhöhung deutlich gestärkt“, sagte ein Sprecher der Notenbank. Die Bank sei solide aufgestellt.

Die Aktienkurse der Bank und der Holding ESFG waren zuletzt drastisch gesunken. Dazu dürfte ein Machtkampf innerhalb der Gründerfamilie des alteingesessenen Geldhauses um die Nachfolge des langjährigen Konzernchefs Ricardo Salgado beitragen haben. Die Aktionärsversammlung soll am 31. Juli einen Nachfolger wählen. In der Presse kursierten zudem Berichte, dass die Holding ESFG finanziell unter Druck geraten sei.

Der Wirbel um die Großbank löste Spannungen auf dem Kapitalmarkt in Portugal aus. Die Staatsanleihen des Krisenlandes gerieten unter Druck. Der Zinssatz, den der Staat für zehnjährige Anleihen zahlen muss, stieg auf etwa vier Prozent, den höchsten Wert seit drei Monaten. Portugal hatte im Mai den Rettungsschirm der EU verlassen.

Die Krise zieht mittlerweile immer größere Kreise. Portugiesische Staatsanleihen verzeichneten am Donnerstag die größten Verluste unter den Bonds der am stärksten verschuldeten Staaten Europas. Marktteilnehmer sind besorgt, dass die Banken weiterhin wackelig bleiben, auch wenn sich die Eurozone aus der Staatsschuldenkrise herausarbeiten kann.

Rating-Historie der Krisenländer

Portugals S&P-Rating

Rating: / Gültig seit:

BB / 13.01.2012

BBB- / 05.12.2011

BBB- / 29.03.2011

BBB+ / 24.03.2011

A- / 30.11.2010

A- / 27.04.2010

Portugals Moody's-Rating

Rating: / Gültig seit:

Ba3 / 13.02.2012

Ba2 / 05.07.2011

Baa1 / 05.04.2011

A3 / 15.03.2011

A1 / 21.12.2010

A1 / 13.07.2010

Aa2 / 05.05.2010

Irlands S&P-Rating

Rating / Gültig seit:

BBB+ / 13.01.2012

BBB+ / 05.12.2011

BBB+ / 01.04.2011

A- / 02.02.2011

A / 23.11.2010

AA- / 24.08.2010

Irlands Moody's-Rating

Rating: / Gültig seit:

Ba1 / 12.07.2011

Baa3 / 15.04.2011

Baa1 / 17.12.2010

Aa2 / 05.10.2010

Aa2 / 19.07.2010

Spaniens S&P-Rating

Rating: / Gültig seit:

BBB- / 10.10.2012

BBB+ / 26.04.2012

A / 13.01.2012

AA- / 05.12.2011

AA- / 13.10.2011

AA / 28.04.2010

Spaniens Moody's-Rating

Rating: / Gültig seit:

Baa3 / 16.10.2012

Baa3 / 13.06.2012

A3 / 13.02.2012

A1 / 18.10.2011

Aa2 / 29.07.2011

Aa2 / 10.03.2011

Aa1 / 15.12.2010

Aa1 / 30.09.2010

Aaa / 30.06.2010

Italiens S&P-Rating

Rating: / Gültig seit:

BBB+u / 31.01.2012

Au / 05.12.2011

Au / 19.09.2011

A+u / 17.02.2011

Italiens Moody's-Rating

Rating: / Gültig seit:

Baa2 / 13.07.2012

A3 / 13.02.2012

A2 / 04.10.2011

Aa2 / 17.06.2011

Griechenlands S&P-Rating

Rating: / Gültig seit:

B- / 18.12.2012

SD / 05.12.2012

CCC / 02.05.2012

SD / 27.02.2012

CC / 27.07.2011

CCC / 13.06.2011

B / 09.05.2011

BB- / 29.03.2011

BB+ / 02.12.2010

BB+ / 27.04.2010

BBB+ / 16.03.2010

Griechenlands Moody's-Rating

Rating: / Gültig seit:

C / 02.03.2012

Ca / 25.07.2011

Caa1 / 01.06.2011

B1 / 09.05.2011

Ba1 / 26.12.2010

Ba1 / 14.06.2010

A3 / 22.04.2010

„Sollte sich die Lage in Portugal weiter verschlechtern, könnte sich die Flucht aus Risiken schnell auf die Bonds und weitere Anlageklassen anderer Euro-Mitgliedsstaaten ausweiten“, warnt Adrian Miller, Director für Festverzinslichen-Strategie bei GMP Securities in New York. „Der Fall bestätigt, dass es der EU nicht gelungen ist, die Verbindung zwischen Staatsanleihen und dem entsprechenden Bankensystem zu durchtrennen.“

Auch spanische und italienische Anleihen gerieten unter Druck. Die Renditen kletterten somit wieder in Richtung drei Prozent. Zu der Verunsicherung trugen auch erneut schwache Wirtschaftsdaten aus der Euro-Zone bei. So war in Italien die Industrieproduktion im Mai um 1,2 Prozent und damit so stark wie seit November 2012 nicht mehr geschrumpft. Dies drückte auch in Mailand die Börse um bis zu 2,8 Prozent ins Minus.

Kommentare (6)

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Frau Helga Trauen

10.07.2014, 16:47 Uhr

Die Eurozone arbeitet sich also aus der Staatsschuldenkrise raus? So so... und das bei dramatisch steigenden Staatsschulden. Hier ist wohl Münchhausen Chefredakteur. Selten so gelacht.

Herr Jürgen Jantschik

10.07.2014, 17:18 Uhr

Unser Oberschlaumeier und Geldvernichter Schäuble wird der sooo armen Bankerfamilie bestimmt mit unserem Steuergeld gerne unter die Arme greifen. Ich dachte Portugal ist auf einem gutren Weg ...?

Jeder weiß, dass die Pleitestaten wie Portugal, Spanien, Frankreich, Zypren, Griechenladn mehr als bankrott und zahlungsunfähig sind. Nur die verlogenen Politiker lügen uns jeden Tag an, um ja lange noch ihre Pfründe zu kassieren. Und die Presse druckt diese Lügen noch willfährig ab - wider besseren Wissens.

Herr Salvatore Bonpensiero

10.07.2014, 17:28 Uhr

"...Banken weiterhin wackelig bleiben, auch wenn sich die Eurozone aus der Staatsschuldenkrise herausarbeiten kann."

Wie bitte? Die Eurozone "arbeitet sich aus der Staatsschulden-Krise"? Hahahaha... Die Schuldenberge wachsen weiter und weiter! Und es ist seit Monaten klar, dass auch Italien und Frankreich abrutschen! Der Kollaps rückt täglich näher! Und dann solche Lügen!

Unfassbar, diese EURO-Propaganda! Wer so etwas behauptet ist ein Faschist! Ein Euro-Faschist! Und dass das HB sowas weiter verbreitet sagt viel...

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