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02.06.2015

11:56 Uhr

Europäische Aktien

So nervös macht Griechenland Europas Anleger

Lange sah es nicht so aus, doch die drohende Staatspleite in Griechenland dämpft die Kauflaune der Aktienanleger enorm. Für Aktien aus dem Euro-Raum wird 2015 wahrscheinlich das turbulenteste Jahr seit langem.

Griechen-Showdown hat die Börsen im Griff

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Beim Blick auf die durchschnittliche Entwicklung der europäischen Leitindizes entsteht derzeit der Eindruck, dass sich die Anleger von der Lage in Griechenland kaum beeindrucken lassen. Wer genauer hinsieht, erkennt das Gegenteil. Wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen, waren die Ausschläge bei den Aktienkursen im Stoxx Europe 600 Index im Mai die stärksten seit Januar – auch wenn der Index im letzten Monat erneut gestiegen ist und gerade griechische Aktien zu jenen zählen, die sich in Westeuropa am stärksten entwickelt haben.

Nach der stärksten Aktienrally seit 1998 und vor dem Fälligkeitstermin einer griechischen Schuldenrückzahlung werden die Investoren zunehmend nervöser. Händler haben ihre Positionen gehedgt und sichern sich gegen Marktverwerfungen ab, falls die Verhandlungen scheitern und das Land aus dem Euroraum ausscheiden sollte.

„Die Wahrscheinlichkeitsrechnung sagt, dass es irgendeine Lösung geben wird. Deswegen kommt es zu keinem richtigen Ausverkauf an den Märkten. Wenn der Markt sich allerdings irrt, dann sind die Kosten möglicherweise ziemlich hoch“, sagt Daniel Murray, Research-Chef bei EFG Asset Management in London, „und deshalb schwingt immer eine gewisse Nervosität mit.“

Die widersprüchlichen Nachrichten um Griechenland und seine Kreditgeber haben den Stoxx 600 seit Mai durchschnittlich um 0,8 Prozent am Tag steigen oder fallen lassen. Das ist die stärkste Schwankung seit Januar, als die Partei Syriza die Wahlen gewann. Am Montag legte der Index bis zu 0,6 Prozent zu, nachdem ein EU-Vertreter um 13.32 Uhr MESZ gesagt hatte, dass ein Übereinkommen zur Finanzierung bis zum 5. Juni möglich sei.

Die Schuldenverhandlungen gehen in den fünften Monat. Bereitstehende Hilfen werden ohne Einigung auf eine Reformliste blockiert. Griechenland muss im Juni vier Rückzahlungen an den IWF leisten, die erste davon am Freitag. Das griechische Rettungspaket aus dem Euroraum läuft überdies im Juni aus.

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