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17.01.2011

17:12 Uhr

Aktien

Exane empfiehlt Zuliefertitel – VW bleibt „Top-Pick“ im Autosektor

Paris (dpa-AFX Broker) – Nach der starken Entwicklung im vergangenen Jahr sind die Titel aus der Automobilbranche nach Einschätzung der Experten der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas nicht länger attraktiv für Investoren.

Paris (dpa-AFX Broker) - Nach der starken Entwicklung im vergangenen Jahr sind die Titel aus der Automobilbranche nach Einschätzung der Experten der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas nicht länger attraktiv für Investoren. Sie zweifelten trotz eines weiter wachsenden Marktes daran, dass es noch Raum für bedeutende positive Überraschungen auf der Einnahmenseite gebe, schrieben die Analysten um Thierry Huon in einer Branchenstudie vom Montag. So sei etwa bei deutschen Premiumherstellern künftig nicht mehr das größte Aufwärtspotenzial zu finden. Derweil blieben aber die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) aufgrund der stärksten Fundamentaldaten der "Top Pick" in der Branche. Ihr Votum für den Sektor lautet allerdings weiter "Underperform". Gewinner des Jahres sollten Papiere der Zulieferer werden.

Grundsätzlich sei 2011 mit einem Plus von sieben Prozent beim weltweiten Autoabsatz im Einzelhandel zu rechnen. Die Entwicklung in Europa sehen die Exane-Experten optimistischer als der Markt und rechnen mit einem Anstieg um ein Prozent nach zuletzt einem Minus von 1,7 Prozent.

Premium-Autohersteller dürften zwar weiter von ihrer guten geografischen Aufstellung profitieren. Allerdings sollten BMW , Daimler und Co. aufgrund von Kapazitätsengpässen vor Probleme gestellt werden. Zudem könnte es schwierig werden, die hohen Margen aus dem Jahr 2010 aufrecht zu erhalten. Französische Hersteller wiederum dürften von einem schwachen Heimatmarkt und anhaltenden Überkapazitäten belastet werden. Mit Hilfe interner Maßnahmen wie Kostenanpassungen könnte dies aber zumindest etwas ausgeglichen werden. Volkswagen (VW) sei derweil "ideal positioniert", da der Konzern mit einem einzigartigen regionalen Mix und weiterem Aufwärtspotenzial durch interne Maßnahmen glänze.

Das Haupthindernis für einen bedeutenden Anstieg der Kurse bei Aktien von Premiumherstellern seien die bereits hohen Bewertungen sowie hohe Erwartungen des Marktes. Bei französischen Produzenten seien die Erwartungen moderater und die Margen könnten 2012 durchaus besser als am Markt erwartet ausfallen. Am besten zu beurteilen sei jedoch die Kombination aus VW und Porsche. Hier sei das Aufwärtspotenzial bei den Margen mit weniger Risiken verbunden.

Für Daimler hoben die Experten das Kursziel von 55 auf 57 (Kurs: 56,710) Euro an und blieben bei ihrer Einschätzung "Neutral". Hier hätten sie ihre Gewinnprognosen vor allem dank höherer Erwartungen an das LKW-Geschäft aufgestockt, schrieb das Analystenteam um Huon. Gleichzeitig sei allerdings ein deutlich höheres Pensionsdefizit einkalkuliert worden. BMW bewerten sie weiter mit "Underperform", hoben dafür aber das Ziel von 47 auf 53 (Kurs: 58,810) Euro an. Die positiven Aspekte seien schon ausreichend berücksichtigt, dem erhöhten Kursziel lägen nun die Schätzungen für 2012 und ein höherer Bewertungsmaßstab zu Grunde. Das Ziel der VW-Vorzüge wurde deutlich von 146 auf 160 (Kurs: 125,05) Euro aufgestockt, das Votum lautet unverändert "Outperform". Ähnlich zeigt sich das Bild bei Porsche-Titeln, hier bleibt die Einschätzung "Outperform" bei einem von 78 auf 95 (Kurs: 74,460) Euro erhöhten Kursziel. Auch die beiden französischen Hersteller Renault und Peugeot werden weiter mit "Outperform" bewertet. Für das Renault-Ziel ging es von 50 auf 61 (Kurs: 48,720) Euro und für das Peugeot-Ziel von 36 auf 41 (Kurs: 33,165) Euro nach oben.

Die Gewinner des Jahres dürften jedoch die Zulieferer sein, schrieben die Exane-Analysten. Sie sollten ihre Produktion weiter ausbauen sowie von einer zunehmenden Preismacht und Anhebungen der Ergebnisprognosen profitieren. Jüngst seien daher bereits die Bewertungen von Valeo und Faurecia von "Neutral" auf "Outperform" angehoben worden. Mit Blick auf Reifenhersteller sei indes Vorsicht geboten, da diese sehr abhängig von der Entwicklung der Rohstoffkosten seien. Mit Blick auf Continental hielten die Experten ihre neutrale Einschätzung bei, das Ziel beträgt weiter 71 Euro.

Mit der Einstufung "Outperform" rechnet Exane BNP Paribas damit, dass sich die Aktie in den kommenden zwölf Monaten besser als der Sektor entwickeln wird. Bei der Einstufung "Neutral" indes geht Exane davon aus, dass sich die Aktie in den kommenden zwölf Monaten im Gleichklang mit dem Sektor entwickeln wird und dem Votum "Underperform" liegt die Annahme zugrunde, dass sich die Aktie in den kommenden zwölf Monaten schlechter als der Sektor entwickeln wird.

Analysierendes Institut Exane BNP Paribas.

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