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04.01.2011

12:31 Uhr

Experten-Prognosen

Analysten rechnen mit steigenden Kursen

VonJörg Hackhausen

Geht es nach den Empfehlungen von Analysten und Aktienstrategen, sollten Anleger jetzt Aktien kaufen. Die Experten, die in diesen Tagen ihre Prognosen für das kommende Jahr vorstellen, gehen fast alle von steigenden Kursen aus.

Aktienhändler an der Wall Street: Analysten prognostizieren steigende Kurse. Quelle: dpa

Aktienhändler an der Wall Street: Analysten prognostizieren steigende Kurse.

FRANKFURT. Die Deutsche Bank schätzt, dass der Deutsche Aktienindex in einem Jahr bei 7 500 Punkten stehen wird - verglichen mit dem heutigen Stand wäre das immerhin ein Plus von rund 550 Zählern.

Die Schätzungen von Allianz Global Investors und WestLB liegen ähnlich hoch. Noch mehr trauen die kleineren Privatbanken dem deutschen Leitindex zu: Bankhaus Metzler und MM Warburg erwarten, dass der Dax sogar auf 8 000 Punkte steigen wird.

Was macht die Analysten so zuversichtlich? Die Finanzkrise ist längst noch nicht ausgestanden. In den USA kommt der Arbeitsmarkt nicht in Schwung, in Europa stehen Staaten vor der Pleite. Und in China versucht die Regierung, die Inflation einzudämmen, droht damit aber auch das Wachstum zu bremsen. All das schürt Unsicherheit, die Gift für die Märkte ist.

Trotzdem sprechen aus Sicht der Analysten drei Gründe für steigende Aktienkurse: Erstens das billige Geld der Notenbanken, zweitens der Mangel an Alternativen, drittens die günstige Bewertung. "Aktien sind stark unterbewertet und bleiben attraktiv, solange die Geldpolitik expansiv ist", sagt Christian Heger, Anlagestratege von HSBC Global Asset Management.

Die Rolle der Notenbanken ist klar: Ben Bernanke, Chef der Federal Reserve, will die schwächelnde US-Wirtschaft um jeden Preis ankurbeln. Deshalb wird er für 600 Milliarden Dollar US-Staatsanleihen ankaufen. Ob das der Konjunktur hilft, ist zwar fraglich. Als sicher gilt aber, dass ein Teil des Geldes nicht in der Wirtschaft ankommt, sondern in den Finanzmärkten versickern wird.

Anders als die US-Notenbank hält sich die Europäische Zentralbank (EZB) noch zurück. Doch die Schuldenkrise in Europa zwingt auch sie, Staatsanleihen aus Ländern wie Irland oder Portugal aufzukaufen. Seit dem Frühjahr hat die EZB für 67 Milliarden Euro gekauft - weitere Milliarden könnten schnell folgen. "Es kursieren schon erste Spekulationen, die EZB würde die Käufe rasch deutlich ausweiten", sagt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank.

Es ist also genug Geld im Markt, die Frage ist nur, wo es hinfließt. Während die Zentralbanken fleißig Staatsanleihen aufkaufen, wollen andere Investoren diese Papiere loswerden. Statt ihr Geld einem wackligen Staat zu leihen, beteiligen sie sich lieber an einem soliden Unternehmen. "Die Marktteilnehmer werden sich langsam der Tatsache bewusst, dass Investitionen in gut geführte Unternehmen das eigentlich nachhaltig sichere Investment sind - und eben nicht Staatsanleihen", sagt Daniel Zindstein, Portfoliomanager bei German Capital Management.

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