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14.05.2014

11:14 Uhr

Facebook-Aktie

Glückwunsch, Zuckerberg!

Mark Zuckerberg wird heute 30 Jahre alt. Der Facebook-Gründer hat Grund zum Feiern. Und auch den Aktionären darf man gratulieren. Doch Experten warnen: Die Facebook-Aktie ist völlig überbewertet.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg

Der Herr der „Likes“ wird 30

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg: Der Herr der „Likes“ wird 30

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DüsseldorfMark Zuckerberg wird heute 30 Jahre alt. Das größte Geschenk hat sich der Facebook-Gründer selbst schon vor zwei Jahren gemacht. Der Börsengang des sozialen Netzwerks brachte Zuckerberg gut 26 Milliarden Dollar ein. Damit steht er auf Platz 22 in der Forbes-Liste der Superreichen.

Die Käufer der Facebook-Aktie waren anfangs gar nicht in Partylaune. Die Pannen rund um den Börsengang kosteten viel Vertrauen. „Ich bin die letzte Person, die man fragen sollte, wie man einen reibungslosen Börsengang hinbekommt“, scherzte Zuckerberg später in einem Interview. Doch nach einem schwachen ersten Jahr legte der Aktienkurs schnell zu. Unter dem Strich hat die Aktie bis heute rund 56 Prozent gewonnen, sie kostet knapp 60 Dollar. Auch den Aktionären darf man also heute gratulieren.

Die Kritik an Zuckerberg, dieser habe sich durch den Börsengang nur bereichern wollen, ist leiser geworden. Gerade in jüngster Zeit konnte der berühmteste Kapuzenpulli-Träger der Welt einige beachtliche Erfolge vorweisen: Facebook verbindet inzwischen 1,3 Milliarden Menschen, fast ein Fünftel der Weltbevölkerung.

Mehr Nutzer bedeuten mehr Werbeeinnahmen. Alleine im vergangenen Jahr verdiente Facebook 1,5 Milliarden Dollar. Zuckerberg ist gelungen, was viele Experten bezweifelt hatten: Er hat einen Weg gefunden, Geld mit Werbung auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets zu verdienen.

Facebook in Zahlen

Transparenz dank Börsengang

Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

Schon früh profitabel

In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte Facebook 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen und verdienten 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Damit hängt das Netzwerk Internet-Urgesteine wie AOL und Yahoo längst ab.

Werbung als wichtigste Geldquelle

Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei rund 90 Prozent. Der Rest resultiert vor allem daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird. Im ersten Quartal 2014 schnellte der Umsatz um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hoch, der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar.

Beispielloses Wachstum

Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 1,28 Milliarden gewachsen, das entspricht grob der Hälfte der globalen Internet-Population.

Zuckerberg hat die Kontrolle

Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.

Dominant in aller Welt

Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.

Keine Chance für StudiVZ

Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des Portals allfacebook.com hat Facebook hierzulande 27 Millionen aktive Mitglieder.

Analysten sind inzwischen geradezu begeistert von Facebook. Das soziale Netzwerk habe die Erwartungen auf allen Ebenen deutlich übertroffen, schrieb Jordan Monahan von Morgan Stanley anlässlich der jüngsten Quartalszahlen. Er empfiehlt die Aktie zum Kauf. Kursziel: 73 Dollar.

Die Deutsche Bank schraubte das Kursziel nach den Zahlen sogar von 76 auf 85 Dollar hoch. Das operative Ergebnis habe um 34 Prozent über den Erwartungen gelegen, schrieb Analyst Ross Sandler von der Deutschen Bank.

Mit gerade einmal 30 Jahren denkt Zuckerberg weit in die Zukunft: Er will „das Internet für jedermann in der Welt verfügbar machen“, wie er jüngst sagte. Ein System aus Drohnen, Satelliten und Lasern soll Menschen in entlegenen Regionen in Entwicklungsländern an die Informationsgesellschaft anbinden. Dazu rief Zuckerberg die Organisation Internet.org ins Leben. Nicht ganz ohne Hintergedanken: Denn je mehr Menschen ins Internet kommen, desto mehr können sich auch bei Facebook anmelden.

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