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31.07.2014

11:43 Uhr

Facebook-Aktie

„Ich würde die nicht mit der Kneifzange anfassen”

Eine Gewinnsteigerung von 140 Prozent gab Facebook bekannt und beförderte sich so auf die Liste der Lieblingsfirmen vieler Anleger. Der Aktienkurs ist auf Rekordniveau. Aber ist Facebook auch überbewertet?

Zwei Jahre nach dem Börsengang hat Facebook eine höhere Marktkapitalisierung als Traditionskonzerne wie AT&T oder Coca-Cola. dpa

Zwei Jahre nach dem Börsengang hat Facebook eine höhere Marktkapitalisierung als Traditionskonzerne wie AT&T oder Coca-Cola.

New YorkFacebook bricht immer neue Rekorde - nicht nur bei den Nutzerzahlen, sondern auch an der Wall Street. Gut zwei Jahre nach dem Börsengang hat das weltgrößte Online-Netzwerk bei der Marktkapitalisierung Traditionskonzerne wie den Telekom-Anbieter AT&T oder den Getränke-Hersteller Coca-Cola hinter sich gelassen.

„Die Leute verstehen, dass sich die Welt in Richtung mobiler Kommunikation bewegt”, sagt Fondsmanager Walter Price von Allianz Global Investors. Er habe in den vergangenen Monaten seine Wetten auf einen fallenden Facebook-Kurs verringert und setze mit sogenannten Call-Optionen verstärkt auf steigende Preise. Schließlich handele es sich um ein wachstumsstarkes Unternehmen, das auch Gewinn erwirtschafte.

Auch Peter Kenny, Chef-Marktstratege des Brokerhauses Clearpool, äußert sich optimistisch: „Im Grunde steht Facebook für den Wandel im Einzelhandel, in sozialen Netzwerken und praktisch jedem Detail im Leben der Leute.” Anleger fingen gerade erst an, den Wert dieser Plattform zu erkennen.

Was fasziniert Sie an Twitter oder Facebook?

Peter Tauber, CDU-Generalsekretär

Soziale Medien sind für mich eine tolle Möglichkeit, einer interessierten Personengruppe Inhalte zu vermitteln, die sie ansonsten nicht wahrgenommen hätte. Vor allem Twitter nutze ich gerne, denn es ist schnell, spontan, ungeschminkt und bisweilen frech. Die Kommunikation ist viel direkter, man kann gut Stimmungen und Meinungen aufnehmen – dem Volk aufs Maul schauen, wie Luther sagen würde.

Volker Beck, Grünen-Innenexperte

Die Geschwindigkeit! Durch das Internet hat sich in den  letzten beiden Jahrzehnten das politische Tempo  unaufhaltsam erhöht und gleichzeitig neue Möglichkeiten  der Transparenz geschaffen. Zum einen können wir nun bei  Protesten in Kiew oder Istanbul oder politischen Debatten  auf Parteitagen der Konkurrenz live dabei sein. Zum anderen werden auf YouTube zum Beispiel Übergriffe der Polizei oder Gräueltaten in Bürgerkriegen dokumentiert und keiner kann mehr behaupten, er habe davon nichts gewusst.

Michael Grosse-Brömer (CDU), Unions-Fraktionsgeschäftsführer

Die direkte und schnelle Art der Kommunikation.

Ralf Stegner, SPD-Vize

Social Media ist heute weder exotisch noch faszinierend, sondern hat sich als fester Bestandteil politischer Kommunikation etabliert.

Dorothee Bär, CSU-Internet-Staatssekretärin

Dass sie sowohl die Kommunikation aber auch die Verfügbarkeit von und den Umgang mit Informationen und Inhalten ganz unterschiedlicher Art völlig verändert haben.

Lars Klingbeil, SPD-Netzexperte

Der direkte und schnelle Austausch. Und zwar in beide Richtungen. In der Politik gibt es häufig formalisierte Abläufe der Kommunikation, die viel Zeit in Anspruch nehmen. Online gibt es schnelle Reaktionszeiten und einen direkten Kontakt. Ich kann mitteilen, bekomme aber auch Ideen und schnelles Feedback. Das schätze ich an Twitter und Facebook. 

Volker Wissing, FDP-Präsidiumsmitglied

Soziale Medien wie Twitter und Facebook ermöglichen es jedem Politiker, unabhängig von den traditionellen Medien einen eigenen Zugang zu politisch interessierten Bürgerinnen und Bürgern aufzubauen.

Ulrich Kelber, SPD-Verbraucherstaatssekretär

Der unmittelbare, ungefilterte und schnelle Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern.

Malte Spitz, Grünen-Netzexperte

Ich freue mich über den direkten Austausch mit Menschen, die Niedrigschwelligkeit und Flexibilität die es bietet. Twitter ist für mich zu einem der wesentlichen Orte geworden wo ich Informationen und Hinweise auf spannende Artikel aus der ganzen Welt erhalte. Facebook bleibt bei mir immer weiter außen vor. Ich liebäugle schon länger damit mein Facebook Profil für meine politische Arbeit abzuschalten, da ich es wenig nutze und einen deutlich geringeren Mehrwert für mich darin sehe.

Johannes Kahrs, SPD-Chefhaushälter

Die Schnelligkeit und die Vielfalt der Informationen.

Vergangene Woche gab Facebook dank steigender Werbeeinnahmen auf Smartphones und Tablets einen 140-prozentigen Gewinnsprung bekannt. Daraufhin stieg die Aktie zeitweise auf ein Rekordhoch von 76,74 Dollar und der Börsenwert kratzte an der 200-Milliarden-Dollar-Marke. Mit aktuell rund 190 Milliarden Dollar ist Facebook in die Top 15 der wertvollsten im S&P-500 -Index gelisteten US-Unternehmen vorgestoßen. AT&T und Coca-Cola kommen jeweils nur auf etwa 180 Milliarden Dollar.

Kein anderes Unternehmen legte einen derartig rasanten Aufstieg hin. Apple - mit knapp 600 Milliarden Dollar Börsenwert der Primus im S&P 500 - brauchte mehr als 30 Jahre, um die Marke von 190 Milliarden Dollar zu überspringen. Der Suchmaschinen-Betreiber Google, der ähnlich wie Facebook sein Geld vor allem mit Online-Werbung verdient, übersprang diese Marke etwa fünf Jahre nach dem Börsendebüt. Facebook schaffte dies in gerade einmal zwei Jahren.

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