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05.06.2012

10:26 Uhr

Facebook-Aktie

Ist der Preis heiß? Vielleicht

VonNils Rüdel

Die Facebook-Aktie fällt und fällt. Während manche Profi-Anleger abwinken, warten andere darauf zuzuschlagen. Ist das Papier inzwischen so billig, dass es sich lohnt zu kaufen?

Ist die Aktie von Facebook nun günstig oder nicht? dpa

Ist die Aktie von Facebook nun günstig oder nicht?

WashingtonOb Mark Zuckerberg beim flittern in Italien beim Namen „Bernstein Research“ aufstoßen musste, ist nicht überliefert. Doch was die Experten der US-Analysefirma am Montag über das soziale Netzwerk verbreiteten, hatte das Zeug dazu, dem Facebook-Gründer den Tag zu verderben. „Es ist schwer zu argumentieren, warum man die Aktie derzeit besitzen sollte“, sagte Bernstein-Analyst Carlos Kirjner in einer Studie. Darin setzte er das Kursziel auf 25 Dollar, das Papier auf „underperform“ – und war deshalb mitverantwortlich dafür, dass Facebook einen weiteren rumpligen Wochenstart hinlegte. 

Diese Stimmen hatten den Facebook-Börsengang begleitet

Warren Buffett

Warren Buffett (Star-Investor)

„Die Idee, dass eine frisch an den Markt gebrachte Firma unter tausenden und abertausenden Firmen weltweit die günstigste Gelegenheit ist, ist einfach dümmlich."

Michael Pachter

Michael Pachter (Analyst bei Wedbush)

„Die platzierenden Banken haben es völlig vergeigt.“

Phillip Goldberg

Phillip Goldberg (Investor)

"Orders von Investoren, die am ersten Handelstag Facebook- Aktien kaufen wollten, wurden häufig erst Stunden später ausgeführt. In der Zwischenzeit hatten die Investoren, die diese Aktien kaufen wollten, keine Ahnung, ob ihre Geschäfte ausgeführt worden waren und daher keine Ahnung, ob sie überhaupt Facebook-Aktien hielten."

Goldberg hat Klage gegen den Börsenbetreiber Nasdaq eingereicht.

Mary Schapiro

Mary Schapiro (SEC-Chefin)

„Es gibt einige Probleme, die wir uns anschauen müssen, vor allem im Zusammenhang mit Facebook.“

Robert Greifeld

Robert Greifeld (Nasdaq-Chef)

„Es hat ganz klar Fehler gegeben.“

Jim Cramer

Jim Cramer (Ex-Börsenhändler und TV-Moderator)

„Es ist unbestritten, dass (Facebook) ein schnell wachsendes und gut geführtes Unternehmen ist und es könnte ein guter Deal sein (…) Nur nicht am Eröffnungstag“.

Henry Blodget

Henry Blodget (Chef der Analyseplattform “Business Insider”)

“Wenn sich das Wachstum nicht wieder zulegt, ist es schwer zu sehen, wie die Aktie groß zulegen soll“

David Rolfe

David Rolfe (Investmentchef von Wedgewood Partners)

„Die Wall Street ist ein strenger Lehrmeister. Nun wird von Facebook erwartet, dass das Unternehmen regelmäßig seine Ziele anhebt, um sie dann zu übertreffen.“

Simon Lee

Simon Lee (Analyst bei der Navy Federal Credit Union)

„Für Facebook ist immer noch eine Menge mehr Platz, und es wird weiterhin mehr Nachfrage nach der Aktie als Angebot geben 

Yves Maillot

Yves Maillot (Head of Investments von Robeco Gestions)

„Facebooks Preisgestaltung erscheint recht teuer zu sein" Der Börsengang dränge darüber hinaus in ein „sehr schwieriges Umfeld für den US-Aktienmarkt."

Tom Taulli

Tom Taulli (IPO-Experte für Tech-Aktien)

„Banker werden das Beispiel als Erinnerung für Firmen nutzen, dass sie beim Preis nicht zu hoch greifen sollten. Die Devise 'der Himmel ist die Grenze' gilt nicht mehr.“

John Scandalios

John Scandalios (Leiter Franklin Templeton Technologiefonds)

„Bei den Geschäftsmodellen gibt es noch viele offene Fragen"

Nick Einhorn

Nick Einhorn (Analyst der Beratungsfirma Renaissance Capital)

"Es war nicht so aufregend, wie es hätte sein können. Aber ich denke nicht, dass wir den Börsengang als Misserfolg werten sollten."

Larry Page

Larry Page (Gründer und Konzernchef von Google)

„Wir haben versucht, mehr einfache Leute teilhaben zu lassen.

In einer Talkshow äußerte sich Page über die Unterschiede zwischen den Börsengängen von Google und Facebook.

Dabei kamen die Papiere diesem Ziel sogar recht nahe: Auf 26,44 Dollar sackte der Kurs an der Technologiebörse Nasdaq am Montag zwischenzeitlich ab. Am Abend dann ging die Aktie zum Preis von 26,90 Dollar aus dem Handel – knapp drei Prozent niedriger als noch am Freitag und rund 29 Prozent unter dem Ausgabekurs von 38 Dollar beim Börsengang am 18. Mai.

Wie tief geht es noch nach unten? Die Fachwelt könnte derzeit nicht weiter auseinander sein bei der Frage, was ein angemessener Preis ist. Während weitgehend unumstritten ist, dass 38 Dollar zum Start viel zu hoch waren, reichen die Erwartungen von 10 bis mehr als 40 Dollar. An ein und demselben Tag, am Freitag, etwa hatte Standard & Poor`s das Kursziel von 30 auf 27 Dollar nach unten korrigiert, während Topeka Capital Markets die Aktie auf „Kaufen“ setzte, Kursziel: 40 Dollar („Die Beule ist nur vorübergehend“).

Die größten Börsengänge der Welt

General Motors

General Motors: 23,1 Mrd. Dollar (2010, USA)

Agricultural Bank of China

Agricultural Bank of China: 22,1 Mrd. Dollar (2010, China)

ICBC

ICBC: 21,97 Mrd. Dollar (2006, China)

Visa Inc

Visa Inc: 19,65 Mrd. Dollar (2008, USA)

NTT Mobile Communications

NTT Mobile Communications: 18,05 Mrd. Dollar (1998, Japan)

Enel SpA

Enel SpA: 16,59 Mrd. Dollar (1999, Italien)

Nippon Telegraph and Telephone

Nippon Telegraph and Telephone: 13,75 Mrd. Dollar (1986, Japan)

Deutsche Telekom

Deutsche Telekom: 12,49 Mrd. Dollar (1996, Deutschland)

Bank of China

Bank of China: 11,19 Mrd. Dollar (2006, China)

Dai-ichi Life Insurance

Dai-ichi Life Insurance: 11,16 Mrd. Dollar (2010, Japan)

Der Aktienkurs spiegelt die Erwartungen an eine Firma wider, und besonders düstere gab am Montag Eric Jackson zu Protokoll, Gründer der Investmentfirma Ironfire Capital. Er rechnet damit, dass sich bald niemand mehr für Facebook interessieren wird. „In fünf bis acht Jahren werden sie verschwinden, genauso wie Yahoo verschwunden ist“, sagte er im TV-Sender CNBC. Zwar verdiene der einstige New-Economy-Star noch Geld und habe Tausende Mitarbeiter. „Doch es sind nur noch zehn Prozent übrig von dem, was die Firma im Jahr 2000 noch wert war“.

Facebook-Anleger sind selber schuld

Video: Facebook-Anleger sind selber schuld

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Kommentare (5)

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zephyroz

05.06.2012, 12:10 Uhr

Noch nicht. Erst wenn das KGV in den Bereich der Hoffnungswerte kommt.
Im Augenblick machen doch die professionellen Alteigentümer Kasse. Da herrscht noch Verkaufsdruck.

Account gelöscht!

05.06.2012, 12:23 Uhr

überlegen Sie doch einmal....

1Mrd Umsatz/letztes Jahr - okay aber das sind getürkte Zahlen mit unzähligen Useraccounts die gar nicht wirklich konsumieren usw.
Zielgruppe sind die Jugendlich von 13-30 Jahren.
Die Werbefläche ist sehr begrenzt/Bildschirm bedingt, ausserdem gehen die Ads den leuten auf den Sack.

Für den Börsenwert müsste Fakebook über "100 Jahr" solche Gewinne machen, im jetzigen wirtschaftlichen Umfeld, total lächerlich.
Ausserdem sehen sie sich an wie schnell die technischen Entwicklungen vorangehen, yahoo und AOL war auch mal die Nr.1.

Die Aktie ist keine 4 Dollar wert!

WBoehme

05.06.2012, 12:23 Uhr

Ein kluger Stasi-Mitarbeiter bemerkte einmal, dass wenn die DDR schon Facebook gehabt hätte, hätte man sich die ganze Stasi sparen können. Mit anderen Worten, wenn die Geheimdienste dieser Welt zu Anteilseignern bei Facebook würden, würde das Unternehmen endlich ein stabiles Geschäftsmodell besitzen und sich dann auch der Aktienkurs erholen. Also, CIA, MI6, KDB, Mossad, MSS usw. kauft endlich diese Facebook-Aktien!

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